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Kirchen-News                 Luzern - Schweiz - Welt

 
 


Kanton Luzern / Bistum Basel


 

In eigener Sache

Pfarreiblatt-Verein erteilt Mandat an Landeskirche

Ende Mai verlässt Lukas Niederberger die Zentralredaktion des Kantonalen Pfarreiblatts. Neu übernimmt die Kommunikationsstelle der Landeskirche die Verantwortung für die Gestaltung der Zentralseiten. Der Synodalrat hat dazu mit dem Trägerverein des Pfarreiblatts einen Mandatsvertrag abgeschlossen, der am 1. Juni in Kraft tritt. Die Teilzeit-Stelle für eine theologisch und journalistisch ausgebildete Person ist bis zum 19. April ausgeschrieben.

www.lukath.ch/dl.php/de/514c2fdf6de5b/inserat_pfarreiblatt-redaktion_nlz.pdf

 


 

Stella Matutina ohne Eigenkurse

Das Bildungshaus Stella Matutina Hertenstein in Weggis, das dem Kloster Baldegg gehört, bietet künftig keine eigenen Kurse mehr an, sondern stellt die Infrastruktur und die Arbeit der Schwestern nur noch für Gastgruppen zur Verfügung. Mehrere Reformierte Landeskirchen haben in den letzten Jahren ihre Bildungshäuser verkauft, weil sie kaum mehr Eigenkurse anboten und darum nicht mehr einsehen konnten und wollten, warum sie Gastkurse für Manager und nicht-kirchliche Vereine und Organisationen subventionieren sollten.

 


 

Seelsorger gegen Asylverschärfung

Der Katholische Seelsorgerat des Kantons Luzern (KSRL) verweist im Zusammenhang mit der Abstimmung über Änderungen des Asylgesetzes am 9. Juni 2013 auf die ablehnende Stellungnahme der Caritas Schweiz. Wenn Asylsuchende auf den Schweizer Botschaften im Ausland keine Asylgesuche mehr einreichen können, entfällt für diese die bisherige Alternative, um nicht beschwerliche und sehr gefährliche Fluchtwege einschlagen zu müssen oder auf Schlepper angewiesen zu sein. Kritisch stellt sich Caritas auch zur Tatsache, dass Dienstverweigerung und Desertion nicht mehr als Fluchtgründe gelten sollen. Es braucht in der Asylpolitik Realitätssinn, Augenmass und Fairness.

 


 

Zug liess Häftling verhungern

Im Kantonsspital Zug starb ein 32-jähriger Häftling an den Folgen seines Hungerstreiks. Der Kanton Zug ist überzeugt, rechtlich korrekt gehandelt zu haben. Denn aufgrund einer Verordnung vom Dezember 2010, die der Regierungsrat beschlossen hat, wird Zwangsernährung nicht angeordnet, wenn ein Häftling in den Hungerstreik tritt.

Kommentar der Zentralredaktion:

Auch wenn die gewaltsame Zwangsernährung wie bei den Hungerstreikenden in Guantanamo wegen des Rechts auf Selbstbestimmung bedenklich ist, hat der Staat die Pflicht, Menschen vor sich selbst zu schützen. Das trifft auch bei Gefangenen im Hungerstreik zu. Das eigentliche Problem besteht aber nicht auf der juristischen, sondern auf der medizinisch-ethischen Ebene. Ärzte haben die Pflicht, Leben zu schützen und zu retten. Sie dürfen politische Verordnungen nicht über ihr Berufsethos stellen. Der einzige Ausweg aus diesem Dilemma bestünde wohl darin, dass Hungerstreikende nicht in Spitäler verlegt werden und die Gefängnisse bei Hungerstreiks auf ärztliche Betreuung verzichten.

 


 

Luzerner Rapper drehte bestes Armut-Video

Der Grosswangener Rapper Martin Mardita alias M-Right gewann mit seinem Song "Armuet i de Schwiz" den Wettbewerb "Luutstarch" von Caritas Zürich. Im Preisgeld war die Verfilmung des Songs inbegriffen. Der 16-Jährige konnte das gekrönte Lied an den 37. Schweizer Jugendfilmtagen in Zürich vorstellen. Im Song beschreibt M-Right die Situation einer alleinerziehenden Mutter in Not. Armut kennt Martin Mardita aus den Texten amerikanischer Rapper: "Ich wollte wissen, ob es das auch in der Schweiz gibt, und als ich sah, wie krass es ist, musste ich gleich einen Song machen. Caritas Zürich hat im Rahmen des Jugendwettbewerbs "Luutstarch" Songs und Raps von 200 Jugendlichen zum Thema Armut in der Schweiz erhalten. Info: www.facebook.com/sehr.luutstarch

 


 

"Amorix" verschwindet aus Schulzimmern

Das seit 2006 an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz beheimatete Kompetenzzentrum Sexualpädagogik und Schule "amorix" muss aufhören. Das Zentrum hat im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit Grundlagen zur schulischen Sexualerziehung und zur Sexualpädagogik in der Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen erstellt. Konservative Kreise rund um den ehemaligen Nationalrat Ulrich Schlüer hatten jedoch gegen das Zentrum mobil gemacht. Sie hielten dessen Arbeit für pornografieverdächtig. Schlüer lancierte die Petition «Gegen die Sexualisierung der Volksschule» und sandte Zehntausende von Unterschriften an die Erziehungsdirektorenkonferenz. Auch dem Komitee hinter der Eidgenössischen Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» war das Kompetenzzentrum ein Dorn im Auge. Bischof Huonder hatte sich vor Monaten gegen den Sexualunterricht an Schulen ausgesprochen, Bischof Gmür äusserte sich hingegen positiv zum Fach Sexualkunde an den Schulen.

 


 

Buch über Heim-Skandal

Die Studie «Hinter Mauern. Fürsorge und Gewalt in kirchlich geführten Erziehungsanstalten im Kanton Luzern» ist neu als Buch erschienen. Herausgeber sind Prof. Dr. Markus Ries und Valentin Beck. Im Internet ist die Studie über den Link www.lukath.ch/hintermauern zugänglich, das Buch unter: www.tvz-verlag.ch.

 


 

Markus Ries wird Dekan der Theologischen Fakultät

Der Kirchenhistoriker Ries tritt am 1. August die Nachfolge von Monika Jakobs an, die das Dekanat während vier Jahren geleitet hat. Ries ist 1959 geboren und in Weinfelden aufgewachsen. Seit 1994 ist er ordentlicher Professor für Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Luzern. Von 2001 bis 2006 war er Rektor der Universität Luzern. Seit 2010 ist er als Prorektor verantwortlich für den Bereich Lehre sowie internationale Beziehungen.

 


 

Bischof Gmür spricht mit Initiativ-Signateuren

Am 8. März nahmen 44 Seelsorger und Seelsorgerinnen am ersten von fünf Gesprächen mit Bischof Felix teil. 21 Personen aus dieser Gruppe hatten die Pfarrei-Initiative unterzeichnet. Thema waren die Dienste in der Kirche und ihr Miteinander in der Seelsorge. Bischof Felix gab diesem Austausch die Ziele vor: 1. wertschätzend die Situation der einzelnen Seelsorgenden wahrnehmen; 2. aufzeigen, in welchen pastoralen Bereichen die Zuständigkeiten Probleme bereiten, und nachfragen, warum das so ist; 3. das Zusammenwirken verschiedener Dienste, die sich in ihren Aufgaben und Kompetenzen unterscheiden, argumentativ begründen; 4. Vorschläge entgegennehmen, wie die verschiedenen Berufsrollen in ihren jeweiligen Aufgaben und Zuständigkeiten einander zugeordnet werden können. Das Gespräch fand in einer offenen Atmosphäre statt. Der Bischof dankte den anwesenden Priestern, Diakonen, Laientheologen und Laientheologinnen, Katecheten und Katechetinnen für ihre Seelsorge-Arbeit und sprach ihnen sein Vertrauen aus. Nach den fünf Gesprächen wird eine Gruppe von Vertretern und Vertreterinnen dieser Gespräche gemeinsam mit Bischof Felix das weitere Vorgehen besprechen.

 


 

Caritas Schweiz zieht ins Priesterseminar

Im August 2012 hat das Bistum Basel informiert, dass das Priesterseminar St. Beat ab Juli 2013 einen neuen Standort erhalten wird - gleich gegenüber im Chorherrenhaus an der Adligenswilerstrasse 13. Mit Caritas Schweiz ist nun ein geeigneter Mieter gefunden worden. Nach einer Renovation wird Caritas Schweiz Ende Mai 2014 das Gebäude beziehen und einen 25 Jahre dauernden Mietvertrag abschliessen.

 


 

Pastoralräume mit Weile

Bischof Felix Gmür gibt den Pfarreien mehr Zeit, um sich zu Pastoralräumen zusammenzuschliessen. Ursprünglich sollten die 100 Pfarreien im Kanton Luzern bis im Jahr 2015 in 26 Pastoralräumen neu organisiert werden. Doch der Zeitplan erwies sich als zu ambitiös. Nun lenkt Bischof Felix Gmür ein und verlängert die Frist bis 2018. Innert sechs Jahren konnten bisher sechs Pastoralräume im Kanton realisiert werden.

 


 

St. Anna-Schwestern bauen

Die St. Anna-Stiftung in Luzern investiert neu in den Wohnungsbau. Bis zu 30 Millionen Franken wollen die 80 Schwestern in das Grossprojekt Schweighofpark in Kriens stecken und damit rund 60 der insgesamt 500 Wohnungen bauen. Die künftigen Wohnungen sollen «preiswert und bezahlbar» sein.

 


 

66 Einsätze der Notfallseelsorge im 2012

Die ökumenische Notfallseelsorge - auch Care Team Kanton Luzern genannt - leistete 2012 66 Einsätze bei Unfällen, Suiziden und aussergewöhnlichen Todesfällen - elfmal mehr als im Jahr zuvor. 34 Personen leisteten insgesamt 326 Einsatzstunden. 19 Mal waren sie bei ausserordentlichen Todesfällen und 15 Mal bei Suiziden im Einsatz. Von den 34 tätigen Personen, sind 23 in der Seelsorge tätig und 11 Frauen und Männer kommen aus anderen Bereichen, wie etwa der Pflege, Spitex oder Notfallpsychologie. In Notsituationen kümmern sie sich um Angehörige, unverletzte Beteiligte oder Zeugen oder überbringen Todesnachrichten. Die Notfallseelsorge wird von der römisch-katholischen, der evangelischen und der christkatholischen Landeskirche sowie vom Kanton getragen. Die «Care-Givers» werden jeweils vom Rettungsdienst, der Polizei oder Feuerwehr aufgeboten. Auch nach dem Amoklauf in Menznau war das Team tagelang im Einsatz.

 


 

Handauflegen

In der reformierten Lukaskirche in Luzern gibt es ein neues ökumenisches Angebot. Das Handauflegen findet nicht im Rahmen eines Gottesdienstes statt. Es handelt sich um ein Ritual, das im Anschluss an ein persönliches Gespräch mit einem «Begleiter» oder einer «Begleiterin» in einem abgetrennten Raum der Lukaskirche durchgeführt wird. Bei den «Begleitern» handelt es sich um Freiwillige, darunter Theologen und Psychotherapeuten. Das Handauflegen wird jeden Freitag zwischen 17 und 19 Uhr angeboten.

 


 

Euro-Religions-Datenbank

Die Universität Luzern hat eine Datenbank der religiösen Zugehörigkeit in Europa aufgebaut. Mit ihr wird es erstmals möglich, Quellen miteinander zu vergleichen und verlässliche Aussagen zu treffen. Erfasst werden Daten von 42 Ländern inklusive Türkei. Rund drei Viertel Europas ist von einer christlichen Tradition geprägt. Die Metadatenbank soll innert Jahresfrist online der Forschung und einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.

 


 

Bestattungen bezahlen

Ab 2014 sollen Bestattungen auf Luzerns Friedhöfen etwas kosten. Der Luzerner Stadtrat nimmt einen neuen Anlauf, nachdem frühere Versuche zur Einführung von Bestattungsgebühren gescheitert waren. Die Einführung von Bestattungsgebühren ist Teil eines Sparpakets, das im kommenden Jahr umgesetzt werden soll. Mit den Gebühren will die Stadt Luzern jährlich 250 000 Franken einnehmen. Der Antrag muss vom Grossen Stadtrat noch genehmigt werden. Aus Sicht der meisten Fraktionen soll jedoch die Bestattung der Asche im Gemeinschaftsgrab kostenlos bleiben.

 


 

Kirchgemeinden setzen auf Immobilien

Einen finanziellen Engpass erleiden viele Kirchgemeinden wegen der Unternehmenssteuersenkungen. Nun will die katholische Kirche Luzern Gegensteuer geben und die Mieteinnahmen aus Mehrfamilienhäusern optimieren. Der Verkauf oder die Vermietung von Wohnungen könnte finanziell ein zweites Standbein sein. Die Kantonalkirche organisiert im kommenden November ein spezielles "Bauseminar". Die Kirchgemeinde Kriens hat im Januar bereits mit dem Bau von zwei Mehrfamilienhäusern begonnen.    

Im Jahr 2010 wurden die allgemeinen und die kirchlichen Steuern juristischer Personen im Kanton Luzern von 4 auf 3 Prozent gesenkt. Im Jahr 2012 sind sie nochmals von 3 auf 1,5 Prozent reduziert worden. «Die Gewinnsteuer juristischer Personen macht rund 15 Prozent der gesamten Steuererträge aus. Diese Halbierung ergibt Mindersteuereinnahmen von über einer Million Franken. 

 


 

Dierikon fordert Kapelle zurück

Die Gemeinde Dierikon will ihre Dorfkapelle, die sie 2006 an einen Privaten verkauft hat, wieder zurück. Der jetzige Eigentümer habe sich nicht an die im Kaufvertrag enthaltenen Auflagen gehalten, innerhalb von fünf Jahren mit der Renovation der Kapelle zu beginnen.

  


 

Hirtenbrief von Bischof Felix Gmür

Die Kirche braucht alle Talente und Dienste

Entscheidend für eine lebendige Kirche sei das Zusammenspiel, schreibt der Basler Bischof, Felix Gmür, in seinem Hirtenbrief Ende Januar. Er wünscht sich, dass jede und jeder mit den je eigenen Talenten und Geistesgaben dazu beitrage, dass die Kirche farbig und lebendig sei, bleibe und wieder je neu werde. Mit seinem pragmatischen Realismus plädiert Gmür für eine konstruktive Zusammenarbeit der Menschen in den unterschiedlichen Diensten und für gegenseitiges Wohlwollen.

  


  

Kantonsrat gegen freie Ladenöffnungszeiten

Der Luzerner Kantonsrat lehnte die Volksinitiative "Für freie Ladenöffnungszeiten" ab. Der Entscheid fiel mit 68 zu 33 Stimmen. Der Kantonsrat folgte dem Luzerner Regierungsrat. Das Luzerner Stimmvolk hat bereits zweimal Liberalisierungsschritte abgelehnt.

 


 

Bischof Gmür stellt deutliche Fragen

An der Bischofskonferenz im Dezember hatten die Bischöfe entschieden, dass jeder den Dialog mit den Unterzeichnern der Pfarrei-Initiative in seinem je eigenen Bistum sucht. Nachdem Bischof Huonders Brief an die rund 60 Unterzeichner im Bistum Chur viel Unmut auslöste und zu einer Solidaritätskundgebung am 13. Januar führte, begrüssten die meisten der rund 159 Unterzeichnenden der Initiative im Bistum Basel die Kontaktaufnahme von Bischof Felix Gmür am 7. Januar. Der Bischof will mehr über die Beweggründe der einzelnen Unterzeichner erfahren. Bis Ende Januar erwartet er darum von ihnen persönliche Antworten auf konkrete Fragen. Ganz folgenlos werden die Antworten wohl kaum sein, zumal der Vatikan und konservative Katholiken hierzulande genau beobachten, wie die fortschrittlichen Bischöfe Gmür und Büchel auf die Aktion der Basis reagieren werden. Im Brief fordert Bischof Gmür seine aufmüpfigen Untergebenen mit deutlichen Worten heraus: Mit der Entgegennahme der kirchlichen Beauftragung hätten sie sich verpflichtet, ihren Dienst gemäss der Lehre der Kirche zu erfüllen, aber die Initiative widerspräche in manchen Fragen und Forderungen dieser Lehre. Auch will der Bischof wissen, wie sich die Unterzeichnenden eine künftige Mitarbeit in den neu zu schaffenden Pastoralräumen vorstellen können, wenn sie mit ihrer Unterschrift grundsätzliche Zweifel an diesen neuen Gebilden geäussert haben. An fünf Vormittagen will Bischof Gmür im Solothurner Ordinariat mit den Unterzeichnenden die verschiedenen Themen der Initiative im März und April besprechen.

 


 

Telebibel geht online

Die Luzerner Telebibel konnte bisher ausschliesslich per Telefonnummer 041 210 73 73 konsultiert werden. Hinter dem täglich aktuellen Angebot steht der ökumenische Verein Luzerner Telebibel. Die täglich wechselnden «Kurzpredigten» werden gesprochen von Theologinnen und Theologen der Christkatholischen, der Evangelisch- Reformierten und der Römisch-katholischen Kirchen im Kanton Luzern. Ab Februar können die Luzerner Telebibel-Kommentare auf www.telebibel.ch/luzern auch online abgehört werden. 

 


 

Synode akzeptiert negatives Budget

Die Landeskirche des Kantons Luzern schreibt 2013 ein Minus von rund 600 000 Franken – 100 000 mehr als vom Synodalrat veranschlagt. Denn die Synode beschloss an ihrer Sitzung vom 14. November, die Lastenausgleichsbeiträge für die reicheren Kirchgemeinden erst 2014 zu erhöhen. Zudem sollen die im Jahr 2004 gesteckten Ziele für die Seelsorge in den anderssprachigen Gemeinden im Kanton Luzern neu überprüft werden. Der Theologe Florian Flohr forderte in einem Postulat, dass die verschiedensprachigen Gemeinden enger mit den Luzerner Pfarreien und Kirchgemeinden zusammenarbeiten sollen.

 


 

Uni Luzern soll Machbarkeit eines Schweizer Muslim-Parlament prüfen

In der Schweiz leben rund 400'000 Muslime. Nun wollen die beiden Dachverbände der Muslimen in der Schweiz, die KIOS und die FIDS, ein eigenes Parlament (Umma) schaffen, wie es letzthin von der Uno gefordert wurde. Doch das Vorhaben verzögert sich und dürfte kaum vor 2014 Wirklichkeit werden. Jetzt soll das Zentrum für Religionsverfassungsrecht an der Universität Luzern die Machbarkeit eines solchen Parlamentes prüfen, weil es mit den Verfassungen aller 26 Kantone konform sein müsste. Das Gutachten muss kirchen- und staatsrechtliche Fragen klären. Insbesondere muss es aufzeigen, wie sich die neuen Religionen in der Schweiz auf Grundlage des direkt-demokratischen Systems bewegen können. Die "Umma Schweiz" wäre von ihrer Organisation her mit einem Kirchenparlament (Synode) vergleichbar.

 


 

Bischof Gmür wirbt für neuen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen

Am Rande der Bischofssynode in Rom regte der Basler Bischof Felix Gmür dazu an, in der katholischen Kirche den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen zu überdenken. Es sei falsch, diese Menschen als Sünder abzustempeln. Nicht alle Menschen lebten in Beziehungen, die den Vorstellungen der Kirche entsprächen. Trotzdem sei jeder Fall anders und müsse für sich genommen bewertet werden. Als Beispiel führte Gmür ein Paar an, das seit 50 Jahren in zweiter Ehe verheiratet sei. Auch diese Beziehung habe vor Gott ihren Wert.

 


 

Leitfaden für die Kooperation von Kirchgemeinden

In den kommenden Jahren werden im Kanton Luzern die 100 Pfarreien in 26 Pastoralräume zusammen gefasst. Diese Veränderung führt auch dazu, dass die Kirchgemeinden enger zusammen arbeiten. Der 40-seitige Leitfaden, den eine Arbeitsgruppe im Auftrag des Synodalrats erstellt hat, soll den Kirchgemeinden als Entscheidungshilfe dienen, wenn sie ihre künftige Zusammenarbeit regeln. Grundsätzlich sind drei Varianten der Zusammenarbeit möglich: ein Vertrag, bei dem die einzelnen Kirchgemeinden und Pfarreien bestehen bleiben; ein Kirchgemeindeverband, der zusätzlich zu den bestehenden Kirchgemeinden entsteht; oder eine Fusion der Kirchgemeinden, wobei die einzelnen Pfarreien ebenfalls bestehen bleiben. Info: www.lukath.ch

 


 

Regelung des Teil-Kirchenaustritts

Das Bundesgerichtsurteil vom 9. Juli 2012 hat den sogenannten "partiellen" Kirchenaustritt für möglich beurteilt. Demnach kann ein getauftes Kirchenmitglied aus den staatskirchenrechtlichen Institutionen austreten und gleichzeitig in der Glaubensgemeinschaft bleiben. Die Luzerner Synodalverwaltung hat erste Instruktionen für die Kirchgemeinden erarbeitet. Weitere Weisungen sollen noch folgen, die die Leistungen der Kirche bei den partiell Ausgetretenen klären sollen. Die jetzige Praxis lautet:

- Ein Austritt, welcher sich nur auf die Kirchgemeinde bzw. Landeskirche bezieht, ist wie ein "normaler" Kirchenaustritt von der Kirchgemeinde entgegenzunehmen und schriftlich zu bestätigen.

- Die partiell austretende Person gilt gegenüber dem Staat als konfessionslos.

- Eine Kopie des Bestätigungsschreibens der Kirchgemeinde sowie die aktuellen Steuerdaten der teilaustrittwilligen Person sind an den Generalvikar und an die Landeskirche (Synodalverwaltung) zu senden.

- Das Bistum Basel hält an der Kirchensteuer als normaler Form der materiellen Beitragspflicht fest: Mit einem partiellen Kirchenaustritt lässt sich kein Geld sparen. Statt Kirchensteuern ist ein Solidaritätsbeitrag an das Bistum zu entrichten; gegenüber dem Bistum ist die finanzielle Situation offenzulegen.

 


 

Bischof Felix Gmür vermittelt das Anliegen der Pfarreien an der Bischofssynode

Vom 7.-28. Oktober treffen sich Bischöfe aus aller Welt, um anlässlich der 50-Jahr-Feier des Zweiten Vatikanischen Konzils mit dem Papst darüber zu beraten, wie das Evangelium und seine Inhalte und Werte im 21. Jahrhundert in den jeweiligen kulturellen und sozialen Kontexten glaubwürdig gelebt und vermittelt werden können. Am Dienstag, 16. Oktober, hielt der Bischof vom Bistum Basel, Dr. Felix Gmür, ein Statement, welches das konziliare Bild der Kirche als pilgerndes Volk Gottes aufgriff. Gleichzeitig vertrat Bischof Felix mit seinen Worten die Kernbotschaft der "Pfarrei-Initiative", die schweizweit von über 300 Seelsorgerinnen und Seelsorgern lanciert wurde.

Hier der Text seiner Rede.

 


 

Studie über Luzerner Heimkinder abgeschlossen

Die Luzerner Kantonsregierung präsentierte die Studie über die Situation in Luzerner Heimen zwischen 1930 und 1970. In 10 von 15 Heimen wirkten vor allem Ordensleute. Der Historiker Markus Furrer von der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz präsentierte die Studie über die Misshandlungen und Missbräuche an Kindern. Professor Markus Ries von der Universität Luzern präsentierte eine weitere Studie, die von der Kirche in Auftrag gegeben wurde. Die Studie zeigt den Zusammenhang zwischen dem repressiven kirchlichen System, katholischer Pädagogik und der Gewalt an der Kindern auf. Zahlreiche Ordensleute übertrugen ihr spirituelles Ideal der Demut und des Leidens auf die Kinder und zwangen es ihnen auf. Bischofsvikar Ruedi Heim bat im Namen der Kirche die Opfer um Entschuldigung. Die Kirche integriert das Thema Missbrauch in die Ausbildung ihres Personals. Regierungsrat Graf betonte, dass die strafrechtlich relevanten Handlungen verjährt seien und die Opfer keinen Anspruch auf Entschädigung und Genugtuung hätten.

  


 

Bachelor in Theologie neu im Fernstudium

Die Universität Luzern plant einen Studiengang, an dem man einen Bachelor in katholischer Theologie im Fernstudium erwerben kann. Der Start des Studiengangs ist für das Herbstsemester 2013 geplant. Derzeit ist die Stelle für einen Projektleiter ausgeschrieben. Diese Person soll zudem Studien-Interessierte beraten sowie technische Lehrmöglichkeiten, Weiterbildungsveranstaltungen für die Lehrenden und Marketingmassnahmen planen.

 


 

Verheiratete Priester zurück an den Altar

Der 75-jährige Luzerner Chorherr, priesterliche Mitarbeiter in Malters und ehemalige Bischofsvikar Max Hofer plädiert in einem KIPA-Interview für die Rückkehr von verheirateten Priester an den Altar. Hofer findet die Idee bestechend, laisierte Priester wieder in Amt und Würde einzusetzen, so dass sie die Eucharistie erneut feiern können. Hofer betont dass man diesen Schritt jedoch nicht mit dem Priestermangel begründen soll. Die Argumentation müsse tiefer gehen. Im Mittelpunkt der Überlegungen habe die Feier der Eucharistie zu stehen. Hofer ist überzeugt: "Jesus würde die Feier der Eucharistie für wichtiger betrachten als das Pflichtzölibat und auch dafür sorgen, dass die Menschen die Eucharistie feiern können."

 


 

Bischof Gmür kritisiert feindselige Asylpropaganda

In einem Interview mit der Zeitung "Der Sonntag" kritisiert der Basler Bischof Felix Gmür den feindseligen Umgang mit Asylsuchenden in der Schweiz: "Es geht nur noch um Parolen, nicht mehr um Problemlösung." Bis zu einem gewissen Mass sei die Ausländerfeindlichkeit in der Schweiz salonfähig geworden. Wer derzeit als Asylsuchender in die Schweiz komme, werde nicht als jemand betrachtet, der wirklich Anrecht auf Asyl haben könnte, sondern als Wirtschaftsflüchtling, meistens noch als Krimineller. "Lesen Sie einmal in Blogs oder Onlinekommentaren auf Newsportalen. Da bekommen Sie den Eindruck, dass weite Teile der Bevölkerung glauben: Da drängen lauter Verbrecher aus Afrika in die Schweiz!" Die Grundannahme müsse bei Asylsuchenden in jedem Fall lauten: "Bis ein Asylentscheid vorliegt, sollten wir von einem echten Flüchtling ausgehen. Und nicht von einem Verbrecher."

 


 

Integrations-Vorbild Reiden

In der luzernischen Gemeinde Reiden mit ihren rund 6700 Einwohnern leben Menschen aus 55 verschiedenen Nationen. Die Nicht-Schweizer machen knapp 22 Prozent der Bevölkerung aus. Die Förderung der kulturellen Vielfalt hat sich die seit zehn Jahren freiwillig wirkende Integrationsgruppe Reiden mit zahlreichen Aktivitäten zum Ziel gesetzt. Nachdem die Bedürfnisse der Migranten im Jahr 200 ausfindig gemacht wurden, starteten im Jahr 2001 bereits erste Deutsch- und Integrationskurse sowie erste Begegnungsabende. Bei gemeinsamen Aktivitäten lernten sich die Menschen besser kennen, bauten Vorurteile und Ängste ab und fanden Verständnis für andere Lebensweisen.

 


 

Kirchen fördern Ausländerstimmrecht

16% der Erwachsenen, die im Kanton Luzern leben und nicht das Schweizer Bürgerrecht besitzen, können seit 1993 in den Katholischen Kirchgemeinden mitbestimmen. Mit der kantonalen Volksinitiative „Mit(be)stimmen!“ vom 27. November sollen nun auch die Politischen Gemeinden ermächtigt werden, das kommunale Stimmrecht an niedergelassene Ausländerinnen und Ausländer mit einem C-Ausweis zu erteilen. Die Gemeinden behalten dabei das letzte Wort. Fast alle westschweizer Kantone sowie Graubünden und Appenzell Ausserrhoden kennen bereits das Ausländerstimmrecht auf kommunaler oder kantonaler Ebene. Ihre Erfahrungen zeigen, dass die Gewährung von politischen Rechten die Integration von Ausländern positiv beeinflusst.

 
 

 


Schweiz


 

Kirchen sagen am 9. Juni NEIN zum verschärften Asylgesetz

Justitia et Pax (Kommission der Schweizer Bischofskonferenz), der Schweizerische Evangelische Kirchenbund, die Christkatholische Kirche Schweiz und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Schweiz haben bei einer gemeinsamen Pressekonferenz ihre Ablehnung der Asylgesetzverschärfung begründet. Die Änderungen stehen im Gegensatz zum Kernanliegen des Asylrechts, Verfolgte zu schützen. Die Kirchen sind überzeugt, dass faire Asylverfahren für Menschen auf der Flucht gewährleistet sein müssen. Die Kirchen äussern Bedenken zur möglichen Verkürzung der Beschwerdefristen für Asylsuchende von 30 auf 10 Tage. Der Rechtsschutz von Asylsuchenden müsste deutlich gestärkt werden. Auch der Schweizerische Katholische Frauenbund sowie die CVP Frauen Schweiz sagen "Nein" zur Verschärfung des Asylrechts. Abt Martin, Vertreter der Bischofskonferenz in der Kommission "Justitia et Pax", meinte: "Flüchtlinge sind nicht ein Problem, aber sie haben ein Problem." Auch das katholische Hilfswerk Caritas lehnt die vom Parlament erarbeitete Asylgesetzt-Revision ab. Die 10 Verschärfungen in der Schweizer Asylpolitik hätten in den letzten 20 Jahren jeweils die Personen treffen sollen, die Asylgesetze missbrauchen. Getroffen haben sie de facto aber die 95 Prozent der Migranten, die sich kooperativ verhielten und sich nichts zu Schulden kommen liessen.

 


 

Schweizer Islam-Skepsis

50 Prozent der Schweizer finden, dass der Islam nicht zur westlichen Welt passt. Dies zeigt der Religionsmonitor 2013 der Bertelsmann-Stiftung. Vom Islam bedroht fühlen sich viele Europäer bedroht: in Spanien 60 Prozent, in der Schweiz 50 Prozent und in Grossbritannien 45 Prozent. Auf der anderen Seite nehmen 32 Prozent der Befragten in der Türkei und 27 Prozent der Israelis das Christentum als Bedrohung wahr.

Kommentar der Zentralredaktion:

Psychologisch ist das Phänomen klar: Was man nicht kennt, davor fürchtet man sich. Die Zahlen des Religionsmonitors decken sich mit den klaren Worten, die der Mailänder Kardinal Scola Anfang Mai äusserte: "Die meisten Christen verfügen nur über sehr wenig Wissen über den Islam. In Europa und den USA gibt es eine sehr grosse Gleichgültigkeit gegenüber dem Islam. Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes Ignoranten. Wenn wir den Durchschnittschristen etwas über den Islam fragen, bekommen wir tragische Antworten.“ Als Medizin gegen diese Ignoranz empfiehlt Scola fundierte Kenntnisse über den Islam und das Eintreten in einen interreligiösen Dialog.

 


 

Nidwaldner Unternehmen sollen von Kirchensteuer befreit werden

Eine Firma kann keinen Glauben haben, also soll sie auch keine Kirchensteuer bezahlen müssen. So begründet das Komitee von Jungfreisinnigen und der Jungen SVP seine Volksinitiative zur Abschaffung der Kirchensteuer für juristische Personen. Laut dem Komitee gehen 12 Prozent der Steuern, welche Unternehmen zu bezahlen haben, an die Landeskirche Nidwalden. Bei der Verteilung dieser Mittel könnten die Firmen aber nur sehr beschränkt mitbestimmen. Zudem sei die Kirche angesichts des gut ausgebauten Sozialstaats nicht mehr auf diese Einnahmen angewiesen. Sie solle sich künftig auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, so die Argumentation der Initianten. Die Nidwaldner Landeskirchen reagierten prompt. Ohne die Kirchensteuern der juristischen Personen (Firmen) würden vor allem die ärmeren Pfarreien leiden, weil diese jährlichen 1,5 Millionen Franken vorwiegend dem Finanzausgleich dienten.

Kommentar der Zentralredaktion:

Dass junge Bürgerliche mit einer Initiative die Kirchensteuern juristischer Personen (Firmen) abschaffen wollen, ist keine Nidwaldner Erfindung. In Zürich und Graubünden versuchten sie es schon früher. Bedenklich finde ich, dass diese Kreise die soziale Verantwortung von Firmen für die Zivilgesellschaft immer weniger einsehen und zudem die Kirchen abzustrafen versuchen für deren kritische Haltung in wirtschaftlichen Fragen. Auf der anderen Seite kann ich die Verteidigungshaltung der Landeskirchen in der Kirchensteuerfrage immer weniger nachvollziehen. Auf jede Abschaffungsinitiative reagieren sie seit 20 Jahren gleich: Erstens würden die Kirchensteuern von Firmen dem Finanzausgleich dienen und die ärmeren Pfarreien unterstützen. Zweitens müssten ohne diese Steuern viele soziale Aufgaben an den Staat abgeben werden, was den Steuerzahler teurer zu stehen käme. Und drittens leiste die Kirche viel gemeinnützige Freiwilligenarbeit, was diese Steuer legitimiere. Alle drei Argumente sind leicht zu entkräften. Erstens müssen Kirchen den Finanzausgleich intern selbst regeln (wie die Kantone und die EU-Länder auch). Zweitens könnten die Kirchen auch mit einem staatlichen Leistungsauftrag wichtige Aufgaben für die Gesamtgesellschaft übernehmen. Und drittens definiert sich Freiwilligenarbeit gerade dadurch, dass sie unbezahlt ist - im kirchlichen Jargon: für Gottes Lohn. Würden sich Gläubige ohne die Kirchensteuern nicht mehr freiwillig engagieren, wäre ihr Dienst ja höchst fragwürdig. Hinzu kommt, dass in Staaten und Kantonen ohne Kirchensteuern sogar mehr Freiwilligenarbeit geleistet wird als dort, wo Kirchgemeinden für zahlreiche Dienste Personal einstellen können. Die Kirchen täten also gut daran, proaktiv Lösungen zu entwickeln statt bald einmal in 20 Kantonen ein Finanzierungssystem zu verteidigen, dessen Sinn immer weniger Menschen nachvollziehen können.

 


 

Erfolg für Referendum gegen Rund-um-die-Uhr-Tankstellenshops

Über die Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten von Tankstellenshops wird nun also das Volk entscheiden. Das von der Sonntagsallianz ergriffene Referendum gegen die Änderung des Arbeitsgesetzes ist mit über 70 000 Unterschriften zu Stande gekommen. Gemäss dem geänderten Arbeitsgesetz sollen Tankstellenshops neu rund um die Uhr alle Produkte aus ihrem Sortiment verkaufen dürfen. Laut geltendem Gesetz ist den Shops zwischen 1 und 5 Uhr der Verkauf gewisser Artikel untersagt; Teile des Lokals sind abgesperrt. Erlaubt sind Kaffee oder Sandwiches für Reisende. Die bekämpfte Liberalisierung soll nur für Tankstellenshops gelten, die an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr liegen, allen voran die Shoplokale in Autobahnraststätten. Zur Sonntagsallianz gehören 26 Mitgliedsorganisationen, darunter auch die bischöfliche Kommission "Justitia et Pax", die Katholische Arbeitnehmerbewegung KAB und der Schweizerische Katholische Frauenbund SKB. Der arbeitsfreie Sonntag schenke den Menschen "Raum und Zeit für Erholung und zum Auftanken, und das nicht nur als Einzelwesen, sondern als Mitglied der Gesellschaft", unterstrich der Einsiedler Abt Martin Werlen, Vertreter der Bischofskonferenz bei "Justitia et Pax". Das eidgenössische Parlament hat am 14. Dezember 2012 entschieden, dass Tankstellen neu die ganze Nacht und an allen Sonntagen das gesamte Sortiment anbieten zu dürfen. Louis Schelbert (Grüne/LU) hob in der Nationalratsdebatte die Bedeutung des freien Sonntags hervor. Die prekären Arbeitsverhältnisse nähmen zu, und Sonntagsarbeit fördere diesen Trend. Die Liberalisierung der Öffnungszeiten der Tankstellenshops belaste vor allem Frauen, weil sie meist in Teilzeit, auf Abruf und im Niedriglohnbereich wirken.

 


 

Ökumene konkret

Die katholische und die evangelische Kirchgemeinde Riethüsli in St. Gallen nutzen ab Juli ihre Kirchen und weitere Räume gemeinsam. Der Beschluss der beiden Kirchgemeinden sieht vor, dass die evangelische Kirche und weitere Räume sowie der katholische Pavillon und die katholische Kirche gemeinsam genutzt werden. Die Büros der katholischen Pfarrei werden ins evangelische Pfarrhaus verlegt und die katholische Kirche kann künftig bei Bedarf von der reformierten Gemeinde gemietet werden. In vier Jahren werde evaluiert, ob es einen gemeinsamen Besitz geben soll. Bereits jetzt werden gemeinsam Veranstaltungen angeboten, und die ökumenischen Anlässe würden sicherlich zahlreicher.

 


 

100 Jahre Katharina-Werk

Die ökumenische Gemeinschaft mit Sitz in Basel setzte sich zunächst für «gefallene und sittlich gefährdete Frauen und Mädchen» am Rande der Gesellschaft ein - bis heute auch im Therapieheim Sonnenblick in Kastanienbaum. Inzwischen entwickelte sich das katholische Säkularinstitut zu einer ökumenischen Gemeinschaft, die Frauen und Männer, Zölibatäre sowie Ehepaare aufnimmt. Heute leben rund 100 Mitglieder in der Schweiz, Deutschland und Österreich. Davon sind 18 evangelisch und zwei buddhistisch. Die langjährige Zentralleiterin und Zen-Meisterin Pia Gyger hat die Spiritualität der Gemeinschaft mit Impulsen des Mystikers Teilhard de Chardin und durch den Einfluss der Zen-Meditation wesentlich erneuert. Die Tätigkeiten des Katharinawerks stehen seither ganz im Dienst am Frieden und der Versöhnung, u.a. mit dem Bildungshaus «Fernblick» in Teufen und dem Musikschul-Zentrum in Bethlehem.

 


 

Knatsch in Wollerau

Der Präsident und der Vizepräsident des Kirchenrats der Römisch- Katholischen Kirchgemeinde Wollerau traten per sofort zurück. Dem Ganzen ging ein übler Streit mit Pfarrer Josef Kuzar voraus. Präsident Albert Bodmer und Vizepräsident Walter April werfen dem Pfarrer «Lügen und hinterhältiges Handeln» vor. Bodmer mahnte in seinem Kündigungsschreiben, «unterschiedliche Wahrnehmungen und Sichtweisen sowie mangelnde Dialog- und Konsensbereitschaft» könnten durch den «Austausch des Trainers» allerdings nicht einfach behoben werden.

 


 

Keine Hochzeiten für Fremde

Die idyllisch gelegene Kapelle Betlis bei Amden über dem Walensee ist bei Hochzeitspaaren beliebt. Doch erlaubt die Katholische Kirchgemeinde Amden nur noch Einheimischen, in der Kapelle Hochzeits- oder Tauf-Feiern abzuhalten. Anfragen von auswärtigen Heiratswilligen, die sich in der romantischen Umgebung das Ja-Wort geben wollen, werden kategorisch abgelehnt. Anwohner und Wirte monieren, Kirchenrat und Pfarrer nennen keinen nachvollziehbaren Grund für die strikte Handhabung.

Kommentar der Zentralredaktion:

Das Wort «Dienstleistung» ist in Amden offenbar ein Fremdwort. Man darf gespannt sein, was passiert, wenn der Basler Bischof Gmür eines Tages gebeten wird, in seinem Bürgerort Amden Verwandte zu trauen.

 

 


 

 

Knabenkantorei Basel sang dem Papst

Auf Einladung von Kardinal Kurt Koch sang die Knabenkantorei Basel Ende April bei einer Generalaudienz vor Papst Franziskus und schenkten dem fussballbegeisterten Papst ein FCB-Trikot. Der KKB ist aus dem Chor der Singknaben der evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt hervorgegangen.

 


 

Regierung soll Dalai Lama empfangen

4200 Personen haben eine Petition an den Bundesrat unterschrieben. Dieser solle das Oberhaupt der Tibeter künftig bei Besuchen in der Schweiz offiziell empfangen. Beim jüngsten Besuch in Bern im April begrüssen den Dalai Lama lediglich Parlamentarier. Dem Bundesrat wird von verschiedenen Seiten vorgeworfen, wegen Handelsabkommen mit China die Themen Tibet und Menschenrechte im Kontakt mit der chinesischen Regierung nicht mutig genug einzubringen.

 


 

US-Nonnen geehrt

Der Herbert-Haag-Preis 2013 für Freiheit in der Kirche wurde Mitte April an 46 000 US-amerikanische Nonnen und an die Führungscrew ihres Dachverbandes LCWR (Leadership Conference of Women Religious) vergeben. Schwester Pat Farrell nahm den Preis stellvertretend für den LCWR entgegen. Die Ordensfrauen gerieten mit der vatikanischen Glaubenskongregation in Konflikt, weil sich die Nonnen nicht an die offizielle Lehrmeinung halten würden bei Themenbereichen wie Abtreibung und Lebensschutz, Sterbehilfe, Frauenweihe, radikalen Feminismus oder Homosexualität. Der Dachverband der US-Nonnen wies die vom Vatikan erhobene Kritik zurück.

 


 

Nay predigt trotz Bischofsverbot

Reto Nay (51), der vom Churer Bischof Vitus Huonder des Amtes enthobene Pfarrer von Sedrun, predigt weiterhin auf dem Privatsender gloria.tv. Das Internetfernsehen hatte im Zusammenhang mit der Debatte um die "Pille danach" deutsche Bischöfe mit Hakenkreuzen dargestellt. Bischof Vitus Huonder stand dem Portal ursprünglich wohlwollend gegenüber und empfahl dieses 2008 "als ein Werk, welches dazu beiträgt, den katholischen Glauben in Einheit mit dem Heiligen Vater darzustellen und zu fördern". Reto Nay hatte verschiedentlich auch auf dem Internetportal kreuz.net publiziert; dieses Hetzportal gegen Homosexuelle, Frauen, Juden, Muslime, Protestanten und fortschrittliche Bischöfe musste im Dezember 2012 seinen Betrieb einstellen. Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich nachdrücklich von der Internetseite gloria.tv distanziert. Das Portal gloria.tv hat seinen legalen Sitz in Moldawien und steht kirchenpolitisch traditionalistischen Randgruppen der katholischen Kirche nahe. Sein Motto lautet „the more catholic the better“ (Je katholischer umso besser). Der Schweizer Kardinal Kurt Koch sowie die Schweizer Bischöfe Vitus Huonder und Marian Eleganti waren regemässige Gäste bei Goria.tv.

 

 


 

Ökumene-Segen hängt schief

In der Nidwaldner Gemeinde Hergiswil spielt sich ein Konflikt zwischen Katholiken und Reformierten ab. Die reformierte Kirchenpflege hat beschlossen, von der Durchführung ökumenischer Gottesdienste bis auf weiteres abzusehen. Denn ökumenische Gottesdienste ohne partnerschaftliche Haltung der Teilnehmenden seien unglaubwürdig. Im vergangenen Dezember hat der aus der Urkaine stammende neue katholische Priester Eugen Yurchenko dem reformierten Pfarrer mitgeteilt, dass dieser das Abendmahl in den ökumenischen Gottesdiensten nicht mehr austeilen könne - was jedoch seit 20 Jahren üblich war. Die Reformierten hatten sich bereits daran gestossen, dass Yurchenko in ziviler Kleidung und nicht im Priestergewand am Reformationssonntag anfangs November teilgenommen habe, sagte der reformierte Kirchenpflegepräsident Haller.

 


 

Kampf für mehr Babyfenster

Eine Gruppe von Politikern kämpft für zusätzliche Babyfenster in der Schweiz. Bislang existieren in der Schweiz zwei Babyfenster in Einsiedeln und in Davos. Im Juni wird am Kantonsspital Olten das dritte Babyfenster eröffnet. Manche Politiker halten Babyfenster für sinnvoll, weil es immer Menschen gebe, die in Notlagen keine Beratung aufsuchten. Inzwischen wurden in den Kantonen Solothurn und Baselland Vorstösse lanciert, in den Kantonen Thurgau, St. Gallen und Zürich sind Initiativen angekündigt worden. Auch das das Zürcher Spital Zollikerberg und das Spital von Bellinzona wollen eine Babyklappe installieren, wo Neugeborene anonym abgegeben werden können. Seit der Eröffnung der ersten Babyklappe in Einsiedeln vor elf Jahren sind dort sieben Kinder abgegeben worden. Laut Isopublic sind 68 Prozent der Schweizer für die Einrichtung von Babyfenstern in den Spitälern. Ob Babyklappen tatsächlich Kindstötungen verhindern, ist allerdings umstritten. Gemäss UN-Kinderrechtskonvention hat jeder Mensch ein Recht darauf, seine Herkunft zu kennen. Kinder, die ihre Wurzeln nicht kennen, litten ein Leben lang darunter, sagt Marlène Hofstetter, Leiterin des Adoptionsdienstes des Kinderhilfswerks "Terre des hommes". Die deutsche Familienministerin Kristina Schröder will Babyklappen durch bessere Beratung nach und nach überflüssig machen. Stattdessen soll es eine vertrauliche Geburt geben, bei der die Mutter verpflichtet wird, persönliche Daten preiszugeben. Schwangerschaftsberatungsstellen sollen solche Geburten organisieren und begleiten. Ziel einer vertraulichen Geburt ist es, die für Mütter und Kinder riskanten heimlichen Geburten ausserhalb von medizinischen Einrichtungen so unnötig wie nur möglich zu machen.

 


 

Widerstand gegen Kirchenfusionen

Reformierte Kirchgemeinderäte aus dem Zürcher Limmattal wehren sich gegen die Fusion der Kirchgemeinden zu grösseren Einheiten. Das Projekt "KirchGemeindePlus" sieht vor, dass die 180 Kirchgemeinden im Kanton Zürich bis 2018 zu grösseren Einheiten fusioniert werden. Damit will die reformierte Kirche des Kantons Zürich auf den anhaltenden Mitgliederschwund und die sinkende Bereitschaft der Bevölkerung reagieren, sich in kirchlichen Ämtern zu engagieren. "Aus unserer Sicht muss die Kirche nahe bei den Menschen bleiben", schreiben die Initianten. Dieses Anliegen deckt sich mit der Forderung der "Pfarrei-Initiative", in der sich über 500 katholische Seelsorgerinnen und Seelsorgern gegen die Schaffung von Pastoralräumen stellen.

 


 

Hunderte Laienschauspieler am Welttheater

Sechs Jahre nach der letzten Produktion wird im Sommer vor der Einsiedler Klosterkirche wieder Welttheater gespielt. Diesmal lassen Autor Tim Krohn und Regisseur Beat Fäh Calderóns Figuren durch die Neuzeit taumeln - auf der Suche nach dem erfüllten Leben. Es ist die 16. Inszenierung auf der Basis von Calderóns «Welttheater» seit 1924. Die Proben laufen seit Mitte Februar. Rund 500 Leute beteiligen sich an diesem Theaterereignis, mehr als 300 auf der Bühne. Vom 21. Juni bis am 7. September sind 41 Aufführungen geplant.

 


 

Sektenexperten warnen vor Freikirchen-Erziehung

Teils rigide körperliche Züchtigungen und massiven psychischen Druck empfehlen verschiedene evangelikale Erziehungsratgeber. Die Fachstelle infosekta hat zusammen mit der Stiftung Kinderschutz Schweiz ein Sensibilisierungs- und Präventionsprojekt ausgearbeitet. Der Fall eines gestorbenen Kindes im zürcherischen Wila hat infosekta bewogen, einen Bericht zu erarbeiten. Oberstes Ziel ist darin der Kinderschutz. Zudem will der Bericht die Diskussion in evangelikalen Kreisen anstossen, Eltern und Fachstellen Orientierungshilfen geben sowie verhindern, dass Gemeinwesen aus Unwissenheit problematische Ratgeber anbieten.

 


 

Caritas: Mehr Projekte, weniger Spenden

Caritas Schweiz hat im vergangenen Jahr mehr soziale Projekte und Programme realisiert als 2011. Das katholische Hilfswerk gab 2012 90,7 Millionen Franken aus. Caritas erhielt 26 Millionen Franken an direkten Spenden, knapp 2 Millionen Franken weniger als ein Jahr zuvor. Rund 60 Millionen Franken gab das Hilfswerk für Projekte der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der langfristigen Ernährungssicherung, der Wasserversorgung sowie für humanitäre Programme zugunsten der Dürreopfer in Afrika und Nothilfehilfemassnahmen zugunsten syrischer Flüchtlinge im Libanon, in Jordanien und in der Türkei aus.

 


 

Hilfswerke kritisieren Bundesrat wegen Rohstoff-Entscheid

Die kirchlichen Hilfswerke und „Recht ohne Grenzen“ beurteilt den bundesrätlichen Grundlagenbericht zur Rohstoffbranche als ungenügend. Einmal mehr beschwöre der Bundesrat das Credo der freiwilligen Firmeninitiativen und verkenne seine politische Verantwortung. Der Bundesrat anerkennt in seinem Rohstoffbericht zwar das hohe Risiko für Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung im Bereich des Rohstoffabbaus durch Schweizer Firmen, doch sieht er zur Bekämpfung dieses Risikos einzig Unternehmen und Gaststaat in der Pflicht. So ist das Kapitel 5 des Berichts zwar mit „Unternehmensverantwortung und Verantwortung des Staates“ übertitelt, die Verantwortung der Schweiz als Heimatstaat von Rohstoffunternehmen wird jedoch mit keinem Wort erwähnt. Firmen wie Glencore, Xstrata, Addax Bioenergy, Holcim oder Trafigura verletzen immer wieder Menschenrechte und Umweltstandards.

 


 

Abdankung nur für Kirchenmitglieder

Die evangelische Thurgauer Synode hat am 18. März über die neue Kirchenordnung beraten. Bei der kirchlichen Abdankung einigte sich die Synode darauf, dass Nichtmitglieder «grundsätzlich» keinen Anspruch auf eine kirchliche Abdankung haben sollten. Im Sinn der Ausnahme bleibe damit die Tür offen, aus seelsorgerlichen Gründen - im Normalfall gegen Rechnung - doch eine kirchliche Abdankung zu gewähren. Während die vorberatende Kommission der Synode die Möglichkeit bei «Gewissensnot» eine Amtshandlung abzulehnen neben Pfarrern auch auf Behördenmitglieder ausdehnen wollte, folgte die Synode dem Antrag des Kirchenrates, die Möglichkeit einer «Gewissensnot» auf die Pfarrer und auf die ordinierten Diakone zu beschränken.

 


 

Blatter schreibt an Fussball-Fan Franziskus

Der Präsident des Weltfussballverbandes FIFA, Sepp Blatter, hat Papst Franziskus zu dessen Amtsantritt gratuliert. „Die Welt des Fussballs ist hocherfreut über Ihre Berufung, nachdem wir erfahren haben, dass Eure Heiligkeit ein leidenschaftlicher Anhänger unseres Sports ist“, schrieb Blatter in einem persönlichen Brief an Franziskus. Der FIFA-Chef spielte dabei auf die Vorliebe des früheren Kardinals Jorge Mario Bergoglio für den argentinischen Club San Lorenzo de Almagro an. „Ohne den Glauben an Gott und den Glauben an Fussball auf die gleiche Ebene stellen zu wollen: Beide teilen gemeinsame Werte“, schrieb Blatter weiter an den Papst. „Wie der Glaube kann Fussball Brücken bauen, Freude und Hoffnung vermitteln und vor allem Menschen rund um die Welt verbinden.“

 


 

Online-Marketing für Pilgerorte

Neun Innerschweizer Klöster und Wallfahrtsorte starten die Vernetzungsplattform "Sakrallandschaft Innerschweiz". Ziel des Projekts ist es, Synergien zu schaffen und neue Angebote für Pilger, Kunst- und Kulturbegeisterte sowie Sinnsuchende zu schaffen. Mit von Partie sind die Klöster St. Urban, Engelberg und Einsiedeln sowie die Wallfahrtsorte Heiligkreuz, Hergiswald, Luthern Bad, Werthenstein, Maria-Rickenbach und Flüeli-Ranft. Das Projekt steht unter der Federführung von "Region Luzern West" und dem Kanton Luzern. Das Projekt kostet eine halbe Million Franken und ist auf drei Jahre ausgelegt.

 


 

jubla.bewegt

Der Verband Jungwacht Blauring Schweiz führte zum ersten Mal ein nationales Projektforum zu seinem neuen Leitbild durch. Mit dem nationalen Entwicklungsprojekt will der Verband über seine Angebote und Strukturen nachdenken und diese zukunftsfähig gestalten. Seit Herbst 2012 führen Jubla-Scharen sogenannte jubla.bewegt-Projekte durch. Die Jubla Udligenswil LU zum Beispiel möchte durch mehr Präsenz in der Schule eine höhere Bekanntheit schaffen. Jungwacht Blauring ist mit rund 29 000 Mitgliedern der grösste katholische Kinder- und Jugendverband der Schweiz. Er ist offen für Kinder und Jugendliche aller Kulturen, Religionen und Konfessionen.

 


 

Bruno Ganz spielt Papst

Der private TV-Sender "Showtime Networks" startet in den USA die Serie "The Vatican". Der 71-jährige Schweizer Schauspielstar Bruno Ganz wird den fiktionalen Papst Sixtus VI. mit deutschen Wurzeln spielen. "The Vatican" ist als Thriller-Reihe im Spannungsfeld zwischen Spiritualität, Macht und Politik konzipiert. Die Regie des Pilotfilms übernimmt Hollywood-Altmeister Ridley Scott. Das Drehbuch stammt von Paul Attanasio, der mit "Dr. House" bereits Erfolge feiert.

 


 

Mehr als Unti-Lehrer

Die Absolventinnen und Absolventen des Religionspädagogischen Instituts RPI Luzern, aktuell Studierende, Katechetinnen im Haupt- oder Nebenamt sowie Vertreter der Katechetischen Arbeitsstellen und Fachstellen haben den Religionspädagogischen Verband (RPV) gegründet, der als Ansprechpartner dient gegenüber den Bistümern, Pfarreien, Bildungsdirektionen und dem RPI. Der Verband will auch den Beruf und das Berufsbild auf kirchlicher, staatskirchlicher und staatlicher Ebene stärker etablieren. Nebst dem konfessionellen Religionsunterricht sind Religionspädagoginnen auch prädestiniert für den konfessionsneutralen Unterricht der Volksschule (Ethik und Religion) sowie die kirchliche Jugendarbeit, Sakramentenvorbereitung und Gottesdienstgestaltung. Info: www.rp-verband.ch

 


 

Bischöfliches Schloss in Chur wird saniert

Bund und Kanton sollen sich mit je 2 Millionen Franken an der Sanierung des Bischöflichen Schlosses in Chur beteiligen. Der Grosse Rat und das Bundesparlament müssen die Beiträge an die insgesamt 29 Millionen Franken teure Sanierung aber noch absegnen. Das Schloss ist ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung und eine der bedeutendsten Profanbauten im Kanton Graubünden. Saniert werden grosse Teile des Bischöflichen Schlosses: die Wohnungen für die bischöfliche Kurie, das Personal und die Gäste, die Büros des Ordinariats, die Depots für die Bibliothek sowie die Archive. Neu soll auch eine Tiefgarage entstehen. Mit dem neuen Domschatzmuseum wird ein Teil des Bischöflichen Schlosses ausserdem für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der nach Abzug von 7 weiteren Millionen Franken Eigenmitteln noch offene Betrag von etwas mehr als 17 Millionen Franken soll durch Spenden und Fremdmittel finanziert werden.

Kommentar der Zentralredaktion:

Nachdem Papst Franziskus vom Palast ins Gästehaus gezogen ist und der Erzbischof von Venedig seinen Bischofspalast verkaufen will, überlegt sich nun vielleicht auch Bischof Huonder den Umzug in eines der vielen kalten Betten in den Bündner Bergen.

 

 


 

Gegen Werbung mit leerer Kirche

Die neue Sonntagszeitung «Ostschweiz am Sonntag» warb mit verschiedenen Plakaten auf die neue "Sonntagsbeschäftigung": mit einer leeren Fussballtribüne, einem leeren Skilift und der leeren Kathedrale St. Gallen. Doch viele Gläubige und auch der Bischof wehrten sich gegen diese Werbung, während die Skiliftbetreiber und Fussballvereine darin eine Gratiswerbung sahen. Und so wurden die Kirchenplakate wieder entfernt.

 


 

Gegen Friedensgruss mit Grippegefahr

Wegen einer Grippewelle sollen die Oberwalliser Pfarreien in nächster Zeit auf den Friedensgruss im Gottesdienst verzichten. Dazu fordert sie Generalvikar Richard Lehner auf, der für den deutschsprachigen Teil des Bistums Sitten verantwortlich ist. Mit dem Verzicht auf den Friedensgruss soll eine weitere Ausbreitung der Grippeviren verhindert werden.

 


 

Evangelisches Stadtkloster in Zürich

Seit zwei Jahren arbeitet eine Spurgruppe daran, in der Stadt Zürich christliche Kommunitäten zu fördern und ein Stadtkloster zu gründen. Jetzt ist eine Petition mit über 300 Unterschriften an den reformierten Zürcher Kirchenrat und die Synode eingereicht worden. Im April will die Spurgruppe einen Konzeptvorschlag zur Realisierung der Vorhaben einreichen, in dem auch Kriterien für ein «evangelisch-benediktinisches Leben in der Stadt» benannt werden.

 


 

Walliser Kirchenleitung gegen Solaranlagen auf Kirchendächern

Das Bistum Sitten will keine Sonnenkollektoren auf Kirchendächern zulassen. Entsprechende Projekte in Visperterminen und Mase wurden vom Bischofsrat ohne die Nennung von Gründen abgelehnt. Man wolle mit dem Verbot einer Banalisierung von Kultstätten vorbeugen. Auch die Diözesane Kunstkommission des Bistums Sitten stützt die Entscheidung. Der Gemeindepräsident von Visperterminen, Rainer Studer, gibt aber nicht so rasch nach und bezweifelt, dass das heutige Kupferdach ein Kulturgut sei. Zudem argumentiert Studer, dass die Kirchgemeinde für die Energiekosten aufkomme. Und wenn mit einer Solaranlage langfristig Kosten eingespart werden könnten, müsse die Kirchgemeinde auch ein Mitspracherecht besitzen. Inzwischen hat sich auch der Verein "Oeku Kirche und Umwelt" eingeschaltet und zeigt wenig Verständnis für ein generelles Verbot von Solaranlagen auf Kirchendächern. In der Schweiz gibt es gegenwärtig 20 Photovoltaikanlagen auf Kirchendächern.

 


 

Cumulus-Punkte für Nothilfe-Empfänger

Neu kann man an Migros-Kassen die "Cumulus-Punkte" für Nothilfe-Empfänger gutschreiben lassen. Alle zwei Monate zahlt Migros die Punkte in Form von Gutscheinen aus, die wie Bargeld beim nächsten Einkauf in der Migros verwendet werden können. Von den Gutscheinen profitieren auch Projekte wie Mittagstische oder Deutschkurse für Asylsuchende und NothilfebezügerInnen. Wer Cumuluspunkte spenden will, bestellt unter www.solikarte.ch eine Solikarte oder Strichcodes. Info unter www.solikarte.ch.

 


 

Freikirche klagt gegen "Rundschau"

Im Zusammenhang mit dem Rundschau-Bericht "Pflegekinder bei Strenggläubigen" hat die Schweizerische Evangelische Allianz Beschwerde bei der Ombudsstelle Schweizer Radio und Fernsehen eingereicht. Die SEA ist der Überzeugung, dass der Beitrag weder fair noch sachgerecht gemacht sei. Die von der Rundschau am 9. Januar ausgestrahlte Sendung zeigt neben einem anderen Pflegekinder-Fall auch die Unterbringung von zwei Geschwistern im Kleinheim "Christhof" in Wisen (SO), welcher der mennonitischen Freikirche nahesteht. Die Grossmutter der Kinder werfe in der Sendung dem Heim vor, die Kinder religiös zu manipulieren, weil diese die Sonntagsschule besuchen müssten.

 


 

Kirchbesuch per iPad

Mit dem neuen Angebot «Interaktive katholische Messe» erläutert kath.ch den Gottesdienst neu auf www.die-messe.org mit zahlreichen Kurz-Videos. Nach dem virtuellen Eintritt in die Kirche führen Andrea Meier, Leiterin der Fachstelle Jugend Bern, und der Dominikanerpater Peter Spichtig, Leiter des Liturgischen Instituts an der Universität Freiburg, durch die Welt der Eucharistiefeier.

 


 

Ingenbohler Schwestern bitten um Vergebung

Ingenbohler Schwestern haben zwischen 1928 und 1970 Heimkindern systematisch Leid zugefügt. Die unabhängige Expertenkommission kam zum Schluss, dass nicht nur die Klostergemeinschaft, sondern auch Behörden, Aufsichtsorgane und Heimdirektoren eine institutionelle Schuld treffe. Viele der beklagten "Schikanen" hätten in die damals vorherrschende Pädagogik gepasst, seien auch in öffentlichen Schulen und in Familien verbreitet gewesen, stellte der Experte Anton Strittmatter fest. Strittmatter erwähnte auch die zahlreichen Berichte über Erkrankungen, Erschöpfungsprobleme und Zusammenbrüche von Schwestern, die weder Ferien noch Freizeit hatten und für viel zu viele Kinder zuständig waren.

 


 

Nicht an Kirchenleitung wund reiben

An der Jahrestagung des Vereins "tagsatzung.ch" rief der emeritierte Theologieprofessor Leo Karrer die 90 Teilnehmenden dazu auf, selber aktiv zu werden statt sich an den kirchlichen Autoritäten wund zu reiben. Es sei falsch, das Vertrauen vor allem auf die Kirchenleitung und ihre Bereitschaft zur Veränderung zu setzen. Der St. Galler Pastoralamtsleiter Franz Kreissl forderte einen "Kontrollverlust" der Hauptamtlichen, die vermehrt Vertrauen in die getauften Frauen und Männer aufbauen müssten. Ähnlich argumentierte Felix Terrier, Pfarrer von Liestal: Wenn die Gläubigen gewürdigt werden in dem, was sie sind - mit ihren Stärken und Schwachen - werden sie motiviert, ihre Mitarbeit in den Pfarreien anzubieten. Breiten Raum nahm auf dem Podium und in den Voten der Teilnehmenden die Suche nach einer "prophetischen Kirche" ein. So wurde kritisiert, dass die Kirchen im Kanton Zug sich hüten, die Menschenrechtsverletzungen des global tätigen Konzerns Glencore anzuprangern, weil die kantonale Landeskirchen von den reichlich fliessenden Steuern des Unternehmens und seiner Manager profitieren.

 


 

Flughafenboss kauft Kapelle

Der ehemalige CEO des Flughafens Zürich will evangelische Kapelle kaufen. Josef Felder, Ex-CEO des Flughafens Zürich und Schlossbesitzer in Oetlishofen TG, kauf die Schlosskapelle Oetlishofen für 454'000 Franken, Der Kaufvertrag sieht vor, dass die Kapelle weiterhin nach den Richtlinien der Thurgauer evangelischen Kirche betrieben werden könne, auch wenn der neue Hausherr Katholik ist.

 


 

«Der Bestatter» ohne Pfarrer

In der neuen Krimi-Serie des Schweizer Fernsehens wird viel gestorben und beerdigt. Einige Kirchenvertreter sind empört, dass dabei nie ein Pfarrer oder eine Pfarrerin vorkommt. «Die Dimension Kirche wird konsequent ausgeblendet», kritisiert Simon Spengler (50) von der Schweizer Bischofskonferenz und ehemaliger BLICK-Redaktor. Andere kritisieren die unrealistischen Beerdigungsrituale des Bestatters. «Eine Zeremonie, bei der die Asche eines Toten von einer Autobahnbrücke gestreut wird, habe ich noch gar nie gesehen. Das ist reine Show», sagt Ursus Waldmeier (57), langjähriger reformierte Pfarrer.

 


 

Lehrstuhl für islamische Theologie kommt

Am 14. März will eine Arbeitsgruppe Pläne für die Schaffung eines Lehrstuhls für islamische Theologie und eines nationalen Ausbildungsprogramms für religiöse Betreuungspersonen in der Schweiz vorstellen. Heute leben rund 180 Imame in der Schweiz. Diese sind in ihren Herkunftsländern ausgebildet worden und können wegen sprachlicher Defizite ihre Mittlerfunktion oft nur ungenügend wahrnehmen. Die Ausbildungsgänge müssten einerseits durch massgebende Hochschulen der islamischen Welt anerkannt werden und andererseits mit der westlichen Kultur kompatibel sein.

 


 

Fragwürdiger Kulturbegriff

Das Haus der Religionen in Bern wird ohne Bundesgeld gebaut. Das Bundesverwaltungsgericht hat einen Entscheid des Bundesamts für Kultur BAK bestätigt. Dieses hatte ein Gesuch der Trägerstiftung abgewiesen, den Bau mit einer Million Franken zu unterstützen. Zur Begründung hatte das BAK ausgeführt, Glaubenspraktiken und der interreligiöse Dialog könnten nicht als beitragsfähige künstlerische Produkte gelten und dass es sich beim Haus der Religionen nicht um eine «kulturelle Institution» handle. Die Richter hielten nun zudem fest, das Projekt sei nicht von gesamtschweizerischer Bedeutung. Der Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts ist endgültig. Der Neubau des Hauses der Religionen am Europaplatz in Bern kostet rund 10 Millionen Franken. Im Herbst 2014 werden Aleviten, Buddhisten, Christen, Hindus und Muslime ihre Räume beziehen. Die Leitung vom "Haus der Religionen – Dialog der Kulturen" betont, dass das Zentrum neben der friedens- und integrationsfördernden Wirkung selbstverständlich eine wesentliche kulturelle Dimension beinhalte und dass die die Eidgenössische Kulturförderung ein sehr viel engeres Kulturverständnis hätte ist als die international gebräuchliche Definition der UNESCO, Traditionen und Glaubensrichtungen als Bestandteile der Kultur definiert.

Kommentar der Zentralredaktion:

Selbst im laizistischen Frankreich bezahlt der Staat den Bau von Pfarreizentren und Moscheen, weil in religiösen Zentren oft kulturelle Veranstaltungen stattfinden und weil der Dialog zwischen Religionen immer auch ein Dialog zwischen Kulturen ist. Dass BAK-Direktor Jean-Frédéric Jauslin nun nach Paris in die UNESCO-Kommission abgeschoben wird, ist absolut folgerichtig. Dort kann er noch manches lernen.

 


 

Bald ein Opus-Dei-Bischof im Tessin?

Opus-Dei-Priester Don Arturo Cattaneo steht laut der Zeitung "Corriere del Ticno" an erster Stelle der Kandidatenliste, die der Nuntius den vatikanischen Gremien einreichen muss. Eine mögliche Wahl des Professors für Kirchenrecht an der Universität Lugano durch den Papst stösst bei zahlreichen Tessiner Priestern auf Widerstand. Sie kritisieren, dass Cattaneo kaum über Erfahrung in der Pastoralarbeit verfüge. Der Priester Gianfranco Feliciani aus Chiasso vergleicht die Situation sogar mit der damaligen Ernennung von Wolfgang Haas in Chur.

 


 

Berufsbild des Pastoralassistenten sei gescheitert

Für den Churer Generalvikar und notorischen Provokateur der staatskirchenrechtlichen Strukturen, Martin Grichting, sind Pastoralassistenten das "Opfer einer verfehlten Personal- und Ausbildungspolitik der Kirche in der Schweiz". Das Berufsbild der Pastoralassistenten sei für ihn gescheitert. Viele der in der Pfarrei-Initiative bezeichneten Laienpredigt, Salbungen, Teilnahme am Hochgebet als Selbstverständlichkeiten. Diese Darstellung stelle laut Grichting einen Übergriff in den Bereich der Geweihten dar. Diese sogenannten "Selbstverständlichkeiten" würden in die Forderung nach einer Priesterweihe münden. Damit zeige sich, dass die Idee der vollamtlichen Laientheologen gescheitert sei. Gemeinden leiten, Messe feiern, Sünden vergeben oder Predigen sei nach weltkirchlichen Vorgaben stets an die Weihe gebunden. Und das werde sich laut Grichting auch in Zukunft nicht ändern. Deshalb würden Laientheologen trotz gleicher Ausbildung immer als Assistenten die zweite Geige spielen, was diese verständlicherweise frustriere.

 


 

Fribourg verteidigt Nikolaus-Reliquien

Der Propst der Nikolaus-Kathedrale von Fribourg,  Claude Ducarroz, hat eine Rückgabe von Reliquien des heiligen Nikolaus an die Türkei kategorisch abgelehnt. Die Reliquien gehörten dem Kapitel und der Bevölkerung von Fribourg und dienten einer religiösen Verehrung und nicht zu Ausstellungszwecken. Die türkische Regierung hatte sich zum Jahreswechsel erneut um eine Rückkehr der Reliquien in die kleinasiatische Heimat des Nikolaus von Myra bemüht. Die sterblichen Überreste des Heiligen befinden sich seit dem Mittelalter zum Teil in der italienischen Hafenstadt Bari sowie zu weiteren Teilen im lothringischen Saint-Nicolas-de-Port und in der Nikolauskathedrale von Fribourg.

 


 

Familie und Partner wichtiger als Gott

Soziale Beziehungen im familiären und privaten Umfeld sind den Schweizern und Schweizerinnen wichtig. In nichts stecken sie für das Jahr 2013 so grosse Hoffnungen wie in eine glückliche Ehe, die Familie oder die Partnerschaft. Das ergab eine Umfrage von weiterdenken.ch und swissfuture. 30 Prozent bezeichneten Gott als persönlichen Hoffnungsträger. 89 Prozent der rund 7500 befragten Schweizerinnen und Schweizer nennen die drei Begriffe Ehe, Familie und Partnerschaft als "sehr wichtige persönliche Hoffnungen" für 2013. Auf Platz zwei folgt die persönliche Gesundheit mit 82 Prozent. Auch bei den grössten persönlichen Hoffnungsträgern nennen vier von zehn Befragten den Ehe- oder Lebenspartner.

 


 

Ökumenische Frauenzeitschrift hört auf

Nach 42 Jahren wird die ökumenische Frauen-Zeitschrift "Schritte ins Offene" eingestellt. Der Schweizerische Katholische Frauenbund (SKF) und die Evangelischen Frauen Schweiz (EFS) legten 1971 ihre bisherigen Verbandsschriften "Die evangelische Schweizerfrau" und "Die Schweizerin" zugunsten einer gemeinsamen ökumenischen Publikation zusammen. Die von Frauen verlegte, redigierte und verwaltete Zeitschrift beleuchtete gesellschaftliche und religiöse Themen aus Frauensicht.

  


 

Konsequenzen für Unterzeichner der Pfarrei-Initiative im Bistum Chur

Seelsorgerinnen und Seelsorger aus dem Bistum Chur, die die Pfarrei-Initiative mit ihrer Unterschrift unterstützen, haben mit Konsequenzen zu rechnen. Bischof Vitus Huonder trifft fütr die Unterzeichner der Initiative vorerst keine Personalentscheide.

Der 62-jährige Abt Peter von Sury vom solothurnischen Benediktinerkloster Mariastein hat Bischof Huonder in einem Zeitungsinterview öffentlich zum Rücktritt aufgefordert. Denn ein Bischof müsse ein Brückenbauer sein und eine integrierende Persönlichkeit haben. Bischof Huonder sei hingegen ein Spaltpilz. Der Abt fordert für das Bistum Chur auch einen demokratischeren Wahlmodus, etwa vergleichbar mit den Bistümern Basel oder St. Gallen. Auf der Dreierliste, aus der das Domkapitel wählen konnte, figurierten neben Huonder zwei bistumsfremde Priester: der Lausanner Weihbischof Pierre Burcher und der Walliser Erzbischof Emil Paul Tscherrig, damals Nuntius in Korea und der Mongolei, heute in Argentinien.

 


 

Weniger Hochzeitsglocken

Im Bistum St. Gallen sind die kirchlichen Trauungen seit 1991 um 60,7 Prozent zurückgegangen. 1991 heirateten im Bistum St. Gallen im Jahre 1991 fast 1500 Paare in der Kirche, zwanzig Jahre später wagten nur noch 568 Paare diesen Schritt. Im Sommer oder Herbst kommenden Jahres will das Institut SPI eine umfassende Kirchenstatistik für die Jahre 2006 bis 2012 publizieren. Diese wird neben Daten zu Sakramenten und Gottesdiensten auch Angaben zur Kirchenmitgliedschaft, zu Kircheneintritten und Kirchenaustritten enthalten.

 


 

Zürcher Firmen zahlen weiter Kirchensteuern

Die Regierung des Kantons Zürich ist gegen die Kirchensteuerinitiative der Jungfreisinnigen. Diese verlangt, dass Firmen von der Pflicht befreit werden, zusammen rund 100 Millionen Franken an die Landeskirchen abzuliefern. Die Steuern der juristischen Personen dürfen allerdings nicht für kultische Zwecke wie Gottesdienste und dergleichen verwendet werden. Die Gelder dürfen einzig für Leistungen im Interesse der Gesamtgesellschaft verwendet werden wie etwa Bildungsangebote, soziale Engagements und kulturelle Veranstaltungen. Würde die Initiative angenommen, entgingen den Kirchen jährlich gut 100 Millionen Franken.

  


 

Caritas kritisiert Nothilfe-Entscheid

Das katholische Hilfswerk Caritas Schweiz kritisiert den Beschluss des Bundes, abgewiesenen Asylsuchenden die Sozialhilfe zu streichen. Der Entscheid führe in prekäre Lebensumstände hinein. In Zukunft erhalten abgewiesene Asylsuchende schweizweit nur noch Nothilfe. Die Sozialhilfeleistungen, die in einigen Kantonen bisher gewährt wurden, werden abgeschafft. Auch sei der Begriff Nothilfe nicht klar. Den Kantonen ist es freigestellt, ob die Nothilfe in Form von Bargeld, Nahrungsmitteln, Essmarken oder anderes erfolgt. Problematisch ist der Entscheid vor allem für Personen, die man nicht in ihre Heimat ausschaffen kann und die jahrelang ohne Integrationsmassnahmen im Land leben müssen.

 


 

kreuz.net-Autor sitzt mitten im Churer Ordinariat

Anfang Dezember hat der homophobe, rassistische und antisemitische Online-Newsportal kreuz.net seine Webseite nach 9 Jahren abgeschaltet. In der Schweiz drangen wiederholt Insider-Informationen aus dem Bistum Chur auf die Plattform, ehe sie öffentlich waren. Mehrere Tage bevor Bischof Huonder seine Mitarbeiter im Frühjahr 2011 unterrichtete, dass er im Amt zu bleiben gedenke, schrieb eine Maria Hüppi bereits von einem ´Bombenerfolg´: Der Papst und die ´involvierten Kurienprälaten´ ständen hinter Huonder und ermutigten ihn, weiterzumachen. Der Mitarbeit bei kreuz.net wurde unter anderem der Priester Reto Nay aus dem Bündner Oberland bezichtigt. Etliche Indizien weisen jedoch darauf hin, dass das Online-Portal mitten im bischöflichen Hof von Chur über eine Informantin oder einen Informanten verfügte.

 


 

Kirche protestiert gegen Bettelverbot in Lausanne

Die evangelisch-reformierte Waadtländer Kirche hat die Initiative «Stopp der Bettelei» zurückgewiesen, die im Gemeinderat von Lausanne verhandelt wird. Sich der Armut zu stellen, die durch Betteln bezeugt werde, bedeute, unsere Gesellschaft  ohne Ausflüchte zu betrachten, schreibt der Synodalrat in einer Medienmitteilung. Die Konfrontation mit Bettlern bringe alle dazu, die eigenen Werte zu hinterfragen und über den Sinn des Begriffs «Solidarität» nachzudenken. Die Waadtländer Kirche spricht sich für den Gegenvorschlag der Gemeinde Lausanne aus, der das Betteln nicht auf dem ganzen Gemeindegebiet verbietet, sondern nur wenn es mit Hartnäckigkeit betrieben wird. Zudem beschränkt der Gegenvorschlag das Verbot auf Zonen der öffentlichen Verwaltung, Spielplätze und Kultorte. Dieser letzte Punkt allerdings missfällt dem Synodalrat: «Die Entfernung der Bettler aus den öffentlichen Orten macht uns Sorgen.»

 


 

Mehr Katholiken als Reformierte in der «Zwinglistadt»

Drei von zehn Personen in der Stadt Zürich sind römisch-katholisch. Damit sind die Katholiken die grösste Glaubensgemeinschaft in der «Zwinglistadt». Die Zahl der Reformierten beträgt nur noch rund ein Viertel. Ein Viertel der Bevölkerung gehörte Ende 2010 keiner der etablierten Glaubensgemeinschaften an. In der Altersgruppe der 26- bis 44-Jährigen ist ein Drittel konfessionslos. In der Altersgruppe ab 80 Jahren beträgt der Anteil der Konfessionslosen acht Prozent.

 


 

Religion unterstützt die Integration von Muslimen

Die religiöse Orientierung unter jungen Muslimen in der Schweiz fördert die Integration. Sie kann Austausch und Teilhabe an der Gesellschaft fördern. Diesen Schluss zieht eine Studie des Zentrums Religionsforschung der Universität Luzern. In der Schweiz leben heute zirka 440 000 Muslime. Rund ein Drittel davon gehört zur Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Den Anteil der Praktizierenden schätzt man auf 10 bis 15 Prozent. Ihnen stehen über 80 muslimische Jugendgruppen offen. Die Mehrheit der muslimischen Jugendgruppen sind an ihre Moscheen gebunden und leben in national-kulturellen Bezügen und Traditionen (z.B. bosnisch, albanisch, türkisch). Die Minderheit der muslimischen Jugendgruppen sind um ein übergreifendes und oftmals idealisierendes Verständnis einer islamischen Gemeinschaft bemüht. Alle Gruppen betonen ihre religiöse Identität und beachte beispielsweise die islamischen Speisevorschriften und die Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit. Die Studien-Verfasser formulierten auch Empfehlungen: Muslimische Jugendgruppen sollen vermehrt Projekte mit nicht-muslimischen Akteuren realisieren; die muslimischen Jugendgruppen sollen vermehrt von der Schule sowie der Jugend- und Sozialarbeit einbezogen werden; und die Medien sollen mehr aus der Lebenswelt junger Muslime berichten.

 


 

Westschweizer Bistum in Finanznot

Das Westschweizer Bistum Lausanne-Genf-Fribourg hat finanzielle Schwierigkeiten. Diese seien so gross, dass die Diözese sogar Geld aufnehmen musste, bestätigte der Verwalter des Bistums, Jean-Baptiste Henry de Diesbach. Das Bistum finanziert sich aus Beiträgen der vier Kantonalkirchen sowie Spenden. Bei dieser zweiten Finanzquelle seien die Einnahmen in den vergangenen zehn Jahren jedoch um über 50 Prozent zurückgegangen. Das Bistum sucht nun Hilfe bei den vier Landeskirchen der Kantone Fribourg, Genf, Neuenburg und Waadt.

 


 

Bischof Huonder contra Landeskirche

Bischof Vitus Huonder will die Bündner Landeskirche verklagen, weil diese eine Schwangeren-Beratungsstelle finanziert. Seit Jahren liegt der Churer Bischof Vitus Huonder im Clinch mit der Bündner Beratungsstelle Adebar. Diese bietet Erwachsenen  und Jugendlichen Einzel- oder Paarberatungen an – in Sachen Sexualität, Schwangerschaft und Partnerschaft. Dass Adebar in einigen Fällen auch zum Schwangerschaftsabbruch oder zur «Pille danach» rät, ist für Huonder inakzeptabel. Unterstützt wird Adebar auch von der katholischen Landeskirche Graubünden mit 15 000 Franken pro Jahr. Schon letztes Jahr versuchte Huonder den Beitrag zu stoppen. Nun stellte Huonders Generalvikar Martin Grichting im Kirchenparlament den Antrag, Adebar nicht mehr zu unterstützen. Das Ansinnen scheiterte deutlich – mit 64 zu 5 Stimmen. Nun will Huonder die Angelegenheit nicht auf sich beruhen lassen, sondern den Rechtsweg beschreiten und mit einer Beschwerde an die Kantonsregierung gelangen. Falls die Kantonsregierung die Beschwerde zurückweist, könnte der Bischof den Fall ans Verwaltungsgericht weiterziehen.

 


 

Bündner Katholiken wollen kantonales Pfarrblatt

Die Bündner Katholiken überlegen sich die Schaffung eines kantonalen katholischen Pfarrblattes. Eine Arbeitsgruppe unter Führung der CVP-Grossrätin Silvia Casutt hat im Auftrag der Exekutive der katholischen Landeskirche die Grundlagen für ein breit abgestütztes kantonales Pfarrblatt mit bündnerischer Redaktion erarbeitet.

 


 

Kirchen kritisieren Posttarife

Ab kommendem Jahr erhöht die Post die Preise für den Transport von Zeitungen und Zeitschriften. Betroffen von der Tariferhöhung ist auch die kirchliche Presse, etwa Pfarreiblätter und Zeitschriften kirchennaher Verbände und religiöser Gemeinschaften. Die katholische Kirche der Schweiz kritisiert die Preiserhöhung. In einem Schreiben an Bundesrätin Doris Leuthard heisst es, dass dadurch "der politische Wille des Parlaments grob missachtet" würde. Denn dieses hat 2010 beschlossen, nebst der Lokal- und Regionalpresse auch die Mitgliedschaftspresse - dazu gehören unter anderem die Pfarreiblätter - stärker als bisher finanziell zu entlasten.

 


 

Innerprotestantische Ökumene

Weil die katholisch-evangelische Ökumene in der Krise stecke, solle sich die protestantische Kirche auf ihre eigene innere Einheit fokussieren - etwas mit den Lutheranern, Methodisten, Unierten, Waldensern und den Böhmischen Brüdern. So lautet die Meinung von SEK-Präsident Gottfried Locher. Innerhalb Europas gelte es, die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE zu stärken. Und weltweit fänden die Schweizer Kirchen in der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen WGRK eine Heimat. Der NZZ-Redaktor Christoph Wehrli kommentiert Lochers Perspektivenwechsel nicht ohne eine Prise Ironie: "Die skizzierte innerevangelische Ökumene fällt in der Schweiz weder als Problem noch als Vision ins Gewicht, während das Verhältnis zu den Katholiken täglich Fragen aufwirft. Und sofern sich das Ziel einer 'evangelischen Kirche Schweiz' mit dem einer Stärkung des Kirchenbunds (gegenüber den Kantonalkirchen) deckt, liegt es nur teilweise auf einer konfessionellen Ebene. Es fällt daher schwer, im Vorschlag des Perspektivenwechsels nicht auch den Versuch einer Provokation zu sehen – zur Mobilisierung des Gegenübers und der eigenen Amtsträger."

 


 

Hochschule Chur bildet Spitalseelsorger aus

Ab Herbst 2013 wird die Theologische Hochschule Chur (THC) eine in ökumenischer Zusammenarbeit getragene, aber katholisch geprägte Spitalseelsorge-Ausbildung anbieten. Die THC wird den Lehrgang in Zusammenarbeit mit der Theologischen Fakultät der Universität Bern und der Kommission für Aus- und Weiterbildung in der Seelsorge der Deutschschweizer Kirchenkonferenz anbieten. Bei dem CPT (clinical pastoral training) handle sich um einen berufsbegleitenden Studiengang für bereits in der Pastoral tätige Seelsorgende.

 


 

Theologische Fakultäten kritisieren NZZ-Artikel

In einem «NZZ»-Artikel vom 8. Oktober hatte Urs Hafner die Präsenz der christlichen Theologie an staatlichen Universitäten in Frage gestellt. Dagegen protestierten die Dekane der Theologischen Fakultäten von Basel, Bern, Freiburg, Genf, Lausanne, Luzern und Zürich in einem NZZ-Artikel zehn Tage danach. Der Verfasser Urs Hafner (miss)verstehe Theologie als reine Traditionspflege.  Dass sich die Theologie auch mit Erscheinungen der religiösen Kulturen, mit Säkularismus und Atheismus auseinandersetze, einen kritischen Umgang mit der christlichen Tradition pflege und im engen Verbund mit Naturwissenschaften arbeite, sei Hafner hingegen entgangen. Unverständlich finden die Dekane auch, dass in Hafners Artikel das Ideal einer wertfreien Wissenschaft vertreten wird, denn wer wolle tatsächlich eine wertfreie medizinische, juristische oder ökonomische Fakultät haben? Das Ziel wissenschaftlichen Erkennens sei es nicht, «Werte zu eliminieren, sondern sie zu begründen und zu reflektieren». Daran habe die Theologie einen wesentlichen Anteil. 

 


 

SWISS-Werbung provoziert Muslime

Die Airline SWISS verletzt mit ihrem Slogan «Kreuz ist Trumpf» religiöse Gefühle von Muslimen. Auf grossflächigen Plakaten bildete die SWISS landesweit eine grosse Schweizer Fahne mit dem Slogan ab: «Kreuz ist Trumpf». Muslime in der Schweiz warfen der Swiss vor, mit dieser Werbekampagne ihre Gefühle verletzt zu haben. In muslimisch dominierten Staaten ist das Zeichen des Kreuzes verpönt und wird als Provokation gegen den Islam aufgefasst.

 


 

Pfarrei-Initiative Schweiz sorgt für Wirbel

„Selbstverständlich“ oder „sogenannt selbstverständlich“?

Über 90 katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger der Schweiz haben sich Mitte September zusammen getan, um öffentlich zu machen, was in ihren Pfarreien seit Jahr und Tag selbstverständlich und bewährte Praxis ist. Ein Monat danach hatten bereits 350 kirchliche MitarbeiterInnen und über 200 SsympathisantInnen die Initiative unterzeichnet. In der Initiative fordern sie die offizielle Anerkennung ihrer Praxis durch die Bischöfe. Doch die Bischöfe reagierten prompt und teilten unmissverständlich mit, dass die Praxis in den Pfarreien nur eine „sogenannte“

Die "Pfarrei-Initiative Schweiz" will ein "Impuls zu mehr Ehrlichkeit" sein. Die Seelsorgenden wollen benennen, was heute in der Kirche bereits Alltag sei, beispielsweise die Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion. Kontaktperson der Pfarrei-Initiative Schweiz ist Diakon und Gemeindeleiter Markus Heil in Sursee. Info: www.pfarrei-initiative.ch

 


 

Tierliebende Kirche feiert  

Über 7000 Unterschriften kamen für einen naturnahen und tierfreundlichen Lebensstil zusammen. Die Initiative geht von der "Aktion Kirche und Tiere" (AKUT) aus. Ihr Präsident, Kapuzinerbruder Anton Rotzetter, feierte diesen Erfolg zusammen mit rund 300 Sympathisanten Anfang Oktober im Zürcher Grossmünster. An der Feier nahmen auch mehrere Hunde teil, unter anderen der Blindenführhund Yoshi mit Hans Ott, der seit 30 Jahren blind ist und das Restaurant "Blinde Kuh" mitbegründet hat.

Die "Aktion Kirche und Tiere" (akut.ch) ruft die Kirchen auf, sich durch einen lebensfreundlichen und nachhaltigen Lebensstil für die Tiere zu engagieren. AKUT appelliert an jede und jeden Gläubigen, sich dafür zu interessieren, was für Auswirkungen unsere Lebens- und Ernährungsweise auf Tiere haben. AKUT ruft zu einem möglichst fairen, biologischen, artgerechten und klimafreundlichen Konsum auf. Kirchliche Gemeinden und Einrichtungen sollen ebenfalls Initiativen fördern und ergreifen für einen schöpfungsverantwortlichen Lebensstil, etwa indem sie die Lebensräume der Tiere fördern. Info: www.aktion-kirche-und-tiere.ch

Pfarrei-Initiative wächst

 


 

Suizidhilfe belastet Angehörige

Wer dem assistierten Suizid einer nahestehenden Person beiwohnt, erfährt eine massive Belastung und erkrankt vielfach psychisch. Jede fünfte Person leidet ein Jahr später immer noch an einer "posttraumatischen Belastungsstörung". Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Universität Zürich. Die Untersuchung wurde unter 85 Verwandten oder engen Freunden durchgeführt, die einem von der Sterbehilfeorganisation Exit assistierten Suizid beigewohnt hatten. Die Ergebnisse der Psychologen-Studie, in der Fachzeitschrift "European Psychiatry" veröffentlicht, zeigen, dass 20 Prozent der nahestehenden Personen eine "posttraumatische Belastungsstörung" hatten; bei zwei Dritteln waren die Symptome voll ausgeprägt. 16 Prozent kämpften mit einer Depression.

 


 

Wadtländer Reformierte segnen Gleichgeschlechtliche

Für die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren hat sich der Synodalrat der evangelisch-reformierten Kirche in der Waadt ausgesprochen. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) hat sich 2005 für eine derartige Segnung ausgesprochen. Bisher folgten ihm acht Kantonalkirchen in der Deutschschweiz und eine in der Westschweiz. Das Waadtländer Modell beschränkt sich auf homosexuelle Paare, die in eingetragenen Partnerschaften ("Pacs") leben. In der Waadt sind rund tausend solche Paare registriert.

 


 

Caritas kritisiert Bundesrat wegen Ausschaffungs-Initiative

Ende September lief die Frist für die Vernehmlassung zu den zwei Vorschlägen des Bundesrats zur Umsetzung der „Ausschaffungsinitiative“ ab. Caritas nahm dazu kritisch Stellung. Ausländerinnen und Ausländer, die straffällig geworden sind, sollen laut Vernehmlassung ausgewiesen werden, ohne die Möglichkeit der Resozialisierung zu erhalten. Das Prinzip der Verhältnismässigkeit wird aus Sicht der Caritas verletzt. Es wird in beiden Entwürfen weder eine Unterscheidung nach der Art der Aufenthaltsbewilligungen noch nach der Aufenthaltsdauer gemacht. Auch könnten Angehörige der zweiten oder dritten Generation, die in der Schweiz aufgewachsen sind, des Landes verwiesen werden.

 


 

Weltgrösster Rosenkranz in Graubünden

Der weltgrösste Rosenkranz hängt seit Ende September in der katholischen Kirche von Domat/Ems. Rund sechs Tage benötigten 140 Personen, um diesen herzustellen. Der Rosenkranz misst 90 Meter.

Die Idee kam vom Messmer. Zuerst sollten die 70 Ministrantinnen und Ministranten im Ort den Rosenkranz produzieren. 65 Ballone wurden aufgeblasen und dann mit Fischkleister verfestigt und bemalt. Anschliessend wurde die Ballone auf ein Seil aufgezogen. Der Rosenkranz wird voraussichtlich im Guinness-Buch der Weltrekorde eingetragen.

 


 

"Alliance Sud" kritisiert Nationalrat wegen Diktatorengelder

Eine Mehrheit im Nationalrat hat verschiedene Vorstösse zur Abwehr von Geldern korrupter ausländischer Politiker abgelehnt. Zum Beispiel hätten ausländische Amtsträger nachweisen müssen, dass ihre Gelder aus rechtmässigen Quellen stammen. Andere Vorstösse forderten eine Verschärfung der Sorgfaltsregeln und Meldepflichten der Banken. „Alliance Sud“, die entwicklungspolitische Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Hilfswerke, kritisiert die Ablehnung durch den Nationalrat als kurzsichtig und inkonsequent. Potentatengelder schadeten nicht nur dem Image des Schweizer Finanzplatzes, sondern vor allem den „bestohlenen Bevölkerungen“ in den betroffenen Ländern. Es gehe um Vermögen, die den Herkunftsländern für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung fehlten.

 


 

Bischof Brunner für Subsidiarität in der Kirche

Der Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Norbert Brunner, plädierte bei der Eröffnung der Vollversammlung des Rates der europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) in St. Gallen für Strukturen der Subsidiarität in der Kirche. Weder Bischofssynoden noch Bischofskonferenzen und noch weniger die überregionalen Bischofsversammlungen könnten ihre eigentlichen Aufgaben wahrnehmen, "solange das Prinzip der Subsidiarität nicht auch in der hierarchischen Verfassung der Kirche Eingang gefunden hat." Auf der Ebene der Universalkirche soll nur das zentral geregelt werden, "was für die Einheit der Kirche notwendig ist", forderte Brunner. Dies gelte aus seiner Sicht auch für die Fragen des Priestermangels und der Zulassungsbedingungen zu den Weihen. Der im August verstorbene Kardinal Carlo Maria Martini habe in einem seiner letzten Interviews unterstrichen, "dass Bischofssynoden diese konkreten Fragen thematisieren und theologisch vertiefend beantworten müssten". Er selber teile dessen Überzeugen "ohne Einschränkung", sagte Brunner.

 


 

Hilfswerke freuen sich über Erhöhung der Entwicklungshilfe

Das Ja des Ständerats zu den Rahmenkrediten der internationalen Entwicklungszusammenarbeit 2013-2016 erfüllt die Hilfswerke mit Freude. Eine breite Allianz aus 70 Hilfswerken, Frauen-, Jugend- und Umweltverbänden forderte jahrelang eine Erhöhung der Entwicklungshilfe auf 0,7% des Bruttonationaleinkommens (BNE), wie es die Uno vorgegeben hatte. Auf Grund der 2008 eingereichten über 200‘000 Unterschriften einigte sich eine überparteiliche Gruppe aus fast allen Fraktionen darauf, dass bis 2015 eine Erhöhung auf 0,5% des BNE finanziell tragbar sei.

 


 

Ordensschwester Elisabeth Müggler erhält Palliativ-Care-Preis

Die Ordensschwester Elisabeth Müggler aus Schlieren bekam den Schweizer Palliative-Care-Preis, die jährlich verliehene Auszeichnung für das Wirken im Dienste unheilbar Kranker. Sie wurde vor allem gewürdigt für ihre visionäre Gründung des Vereins "wabe Limmattal". Der Verein verbindet seit 2003 die beiden Gedanken Wachen und Begleiten. Modellhaft bei wabe ist der Aufbau einer professionellen Ausbildung und Weiterbildung der Begleiterinnen.

 


 

Patientennamen werden Aargauer Spitalseelsorge wieder gemeldet

Die 3600 Protestunterschriften der reformierten Aargauer Landeskirche gegen die Datenschutzbestimmungen im Aargauer Gesundheitsgesetz tragen Früchte: Den reformierten und katholischen Seelsorgerinnen und Seelsorgern werden die Spitalbesuche bei ihren Kirchenmitgliedern wieder vereinfacht. Dazu will die Aargauer Regierung das Gesundheitsgesetz ändern. Eine Änderung des Gesundheitsgesetzes vor zwei Jahren hatte zur Folge, dass die Spitäler aus Datenschutzgründen die Kirchen nicht mehr informieren, wer bei ihnen im Spital liegt. Namen von Patienten dürfen ohne deren Einverständnis nicht mehr an die Pfarreien weiter gegeben werden. Künftig werden Patienten darüber informiert, dass ihre Namen den Pfarreien gemeldet werden, so dass sie auch Nein sagen können.

 


 

oeku unterstützt Stromeffizienz-Initiative

Der Verein «oeku Kirche und Umwelt», dem 600 Kirchgemeinden, kirchliche Organisationen und Einzelpersonen angehören, und der die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) und den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK) in ökologischen Fragen berät, unterstützt die Eidgenössische Initiative für mehr Stromsparen und Stromeffizienz. Die Kirchen sollen ein Vorbild sein in der Verantwortung für die Schöpfung. Die Initiative gibt in der Verfassung das Ziel vor, den Stromverbrauch auf dem Niveau von 2011 zu stabilisieren. Info: www.oeku.ch

 


 

Bundesamt irrte sich bei der Zählung von Kirchenmitgliedern

Als das Bundesamt für Statistik (BfS) Mitte Juni die neusten Zahlen zur Religionslandschaft Schweiz präsentierte, gab es eine scheinbar dicke Überraschung: Dass sich die Zahl der Konfessionslosen zwischen 2000 und 2010 fast verdoppelt hatte, war ebenso erwartet worden wie der andauernde Schrumpfungsprozess bei den grossen Landeskirchen. Dass aber ausgerechnet die «anderen christlichen Glaubensgemeinschaften», zu denen nebst der Christkatholiken und Orthodoxen vorab die Freikirchen gehören, mehr als ein Drittel der Mitglieder verloren hatten, löste weitherum Stirnrunzeln und Händeringen aus. Besonders beim Verband evangelischer Freikirchen und Gemeinden (VFG) ging man über die Bücher und stellte vielmehr einen Zuwachs der Mitglieder fest. Zugelegt haben die Pfingstgemeinden, die Freien Evangelischen und die Freien Missionsgemeinden, Mitglieder verloren haben hingegen traditionelle Freikirchen wie die Methodisten und die Heilsarmee. Das Bundesamt hat inzwischen eingeräumt, dass beim Codieren Fehler passiert seien. Einzelne Freikirchen seien fälschlicherweise bei den Reformierten aufgeführt worden. Das würde heissen: Der Anteil der Reformierten an der Schweizer Wohnbevölkerung beträgt nicht 30,9 Prozent, sondern knapp 29 Prozent, jener der «anderen christlichen Glaubensgemeinschaften» nicht 2,4, sondern 4,4 Prozent.

 


 

Thurgau verbietet gewerbsmässige Bestattungen im Bodensee

Weil in Deutschland Friedhofzwang herrscht und das Bestatten von Urnen in freier Natur verboten ist, wählen Bestattungsunternehmen und Hinterbliebene den Umweg über die Schweiz. Das will der Kanton Thurgau nun verbieten. Deutsche Bestattungsunternehmen werben aber trotzdem weiterhin für Seebestattungen vom Schweizer Ufer aus. Nun hofft die Kantonsverwaltung auf eine Gesetzesrevision, die demnächst im Thurgauer Kantonsparlament diskutiert wird.

 


 

Kinderspital Zürich krebst zurück

Kaum hatte das Kölner Landgericht Ende Juli die Beschneidung eines Knaben in Deutschland als strafbare Handlung gewertet, wurde im Zürcher Kinderspital ein Beschneidungs-Moratorium verhängt. Dieser vorauseilende und Gehorsam und Alleingang auf weiter Flur richtete sich gegen muslimische und jüdische Eltern, die ihre Knaben aus religiösen Gründen beschneiden lassen. Mit dem Moratorium riskierten die Ärzte, dass die rituelle Beschneidungen irgendwo im Hinterhof stattfinden. Zehn Tage später beendete das Kinderspital das Moratorium wieder und führt seither bei nicht medizinisch begründeten Knabenbeschneidungen eine Einzelfallabwägung durch, in deren Zentrum das Kindeswohl steht. Neu ist jeweils die Zustimmung beider Elternteilte für die Beschneidung des Kindes notwendig.

 


 

Hilfswerke gegen Botschaftsschliessung

Entwicklungsorganisationen und Hilfswerke wehren sich gegen die geplante Schliessung der Schweizer Botschaft in Guatemala. Sie befürchten, dass die Unterstützung für ihre Arbeit ohne Schweizer Vertretung in dem zentralamerikanischen Land schwinden könnte. Die Schweizer Vertretung in Guatemala betreut auch Honduras und El Salvador. Die Nichtregierungsorganisationen sehen die demokratischen Prozesse in den drei zentralamerikanischen Ländern unter anderem durch «schwache staatliche Institutionen, Drogenhandel und Kriminalität» gefährdet.

 


 

Kontroverse um Trisomie-21-Test

Die bevorstehende Einführung eines neuen pränatalen Tests in der Schweiz beschäftigt die Bevölkerung und die Politik. Der Test ermöglicht ohne Gefahr für das werdende Kind und früher als bisher die Diagnose von Trisomie 21 (Down-Syndrom). Kritiker befürchten, dass Eltern in Zukunft öfters den Test machen und daher auch öfters abtreiben. Und dass sie damit vermehrt unter Druck geraten, behinderte Kinder abzutreiben. Es wird befürchtet, dass Krankenversicherungen diesen Tests sogar als Voraussetzung für einen Versicherungsabschluss fordern könnten. "Sollte es jemals so weit kommen, dass die Krankenkassen keine Behandlungen für Down-Syndrom-Kinder mehr bezahlen, wäre das skandalös", sagte der Waadtländer Ständerat Luc Recordon.

 


 

Umstrittene Kirchenfusionen in Zürich

Die Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich ist sich uneins über eine Anpassung ihrer Gemeindestruktur. Der Kirchenrat, die Exekutive der Landeskirche, schlägt eine Reduktion der Anzahl Kirchgemeinden um die Hälfte oder gar zwei Drittel vor. Am 18. September wird der Vorschlag der Synode, dem Kirchenparlament, unterbreitet. Die Kirche umfasst derzeit 181 Kirchgemeinden mit insgesamt 475.000 Mitgliedern. Die Kirchenexekutive gewichtet ein vielfältiges, ansprechendes Gemeindeleben stärker als das Festhalten an den bisherigen Strukturen. Eine Kirchgemeinde mit 5000 bis 7000 Mitgliedern könne im kirchenmusikalischen und im diakonischen Bereich qualifizierte Stellen errichten sowie professioneller auf Erwartungen eingehen als kleine Kirchgemeinden. Bei Fusionsprojekten müssten nicht nur geografische, kulturelle und historische Kriterien berücksichtigt werden, sondern "lebensräumliche" Kriterien wie kulturelle Aktivitäten, Einkaufszentren, Pendlerströme und Schulen. Für Thomas Muggli, Pfarrer in Bubikon, sind die Kirchenratspläne «komplett unrealistisch und unreformiert». Die Strukturen müssten von unten nach oben verändert und nicht von oben verordnet werden. «Das Vorgehen des Kirchenrats kommt mir katholisch vor.»

 


 

NFP58: Religion wird unwichtiger und wichtiger

Während die Religion als Thema der Politik und Medien grosse Bedeutung hat. wird sie aus staatlichen Institutionen zurückgedrängt und für die meisten Menschen immer unwichtiger. Zu diesen Schlüssen kommt das Nationale Forschungsprogramm (Religionsgemeinschaften. Staat und Gesellschaft, NFP 58). Das NFP 58 hat in den vergangenen fünf Jahren die Religionslandschaft der Schweiz in 28 Forschungsprojekten unter die Lupe genommen. Die Leitungsgruppe des NFP 58 empfiehlt den Behörden auf Bundes-, Kantons- oder Gemeindeebene, mehr für die Gleichstellung der Religionsgemeinschaften zu tun. Muslimische, christlich-orthodoxe, tamilisch-hinduistische und vietnamesisch-buddhistische Gemeinschaften setzen sich etwa mit Sprachkursen und Jugendarbeit für die Integration ihrer Mitglieder ein. Diese Leistungen sollten ebenso unterstützt werden wie das soziale Engagement der Landeskirchen. Manche Themen wie Minarett- oder Kopftuchverbot überschritten laut der Studie den kantonalen Rahmen. Zwar seien die Kantone für die Beziehungen zwischen Staat und Religionsgemeinschaften zuständig, aber angesichts der landesweiten Veränderungen der religiösen Landschaft sei jedoch eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen, den Kantonen unter-einander sowie den politischen Gemeinden nötig.

 


 

Konfessionslose im Vormarsch

Jeder Fünfte in der Schweiz ist konfessionslos. Das sind beinahe doppelt so viele wie noch vor zehn Jahren. In Basel-Stadt ist bald jeder Zweite religionslos. 2010 waren laut Bundesamt für Statistik 38,8 Prozent der Schweizer Bevölkerung «römisch-katholisch». 30,9 Prozent evangelisch-reformiert,  4,5 Prozent gehören einer islamischen Glaubensgemeinschaft an, und 0,2 Prozent zählen sich dem jüdischen Glauben zu.  Mehr als 1,3 Millionen Personen oder 20,1 Prozent sind konfessionslos, in der Altersgruppe der 25- bis 44-Jährigen sind es sogar 25 Prozent.

 


 

Konzil-Blog

Arnd Bünker (vom SPI St. Gallen), Eva-Maria Faber (Professorin an der Theologischen Hochschule Chur) und Urban Fink-Wagner (Redaktor "Schweizerische Kirchenzeitung") führen seit Anfang Juli unter www.konzilsblog.ch eine Webseite, die durch Tagebucheinträge, Zeitungszitate und Texte von Zeitzeugen in den nächsten drei Jahren das Zweite Vatikanische Konzil als Ereignis näherbringen will. In Deutschland existieren ebenfalls Online-Portale zum Konzil, etwa: www.pro-konzil.de

 


 

Bundesrat will PID erlauben

Künftig soll es bei einer künstlichen Befruchtung erlaubt sein, Embryonen vor der Einpflanzung in die Gebärmutter auf schwere Erbkrankheiten hin zu untersuchen. Der Bundesrat will im Auftrag des eidgenössischen Parlaments die seit 2001 verbotene Präimplantationsdiagnostik (PID) unter bestimmten Voraussetzungen zulassen. Kritisch dazu hatten sich bereits im vergangenen Oktober die Schweizer Bischöfe geäussert. Ein Verfahren, das das "Eliminieren von ´kranken´ Embryonen zum Ziel hat, ist nicht mit der in der Bundesverfassung verankerten Würde des Menschen vereinbar", schrieben sie. Damit werde im Gegenteil der Grundsatz der Menschenwürde verletzt, denn die PID selektioniere Embryonen als mögliche Träger einer schweren Krankheit, die daraufhin eliminiert würden. Info: www.bischoefe.ch/content/view/full/7409

 


 

Spirituelle Medizin kommt an die Uni Zürich

Einen Lehrstuhl für Spiritual Care, also für spirituelle Begleitung von chronische Kranken und am Lebensende, möchten die katholische und die reformierte Kirche in Zürich schaffen. Der neue Lehrstuhl soll sich mit Sinn- und spirituellen Fragen von chronisch Kranken und Menschen am Lebensende befassen und entsprechende Forschung betreiben. Im Zürcher Universitätsspital gibt es bereits ein Kompetenzzentrum für Palliative Care. Spiritual Care würde ergänzend dazu kommen. Am Zentrum für Palliativmedizin der Universität München existiert bereits eine Professur für Spiritual Care. Der Jesuitenpater und Psychiater Eckhard Frick hat diesen Lehrstuhl inne und bildet im Zuger Lassalle-Haus bereits erste Mediziner und Pflegefachpersonen aus.

 


 

Reformierte Pensionierungswelle

Seit einigen Jahren gehen mehr Seelsorger in den Ruhestand, als Theologen ausgebildet werden. Neue Werbestrategien sollen für Nachwuchs sorgen. 2011 haben beispielsweise 21 Theologinnen und Theologen das Lernvikariat abgeschlossen, aber gleichzeitig sind 59 Pfarrerinnen und Pfarrer pensioniert worden. Und die Pensionierungswelle rollt in den nächsten Jahren weiter. Schweizweit sind die Zahlen von 169 Studienanfängern im Jahr 1990 auf 45 im Jahre 2009 zurückgegangen. Und die Deutschen bleiben aus, sie, die jahrelang Lückenbüsser waren, wenn in der Schweiz Pfarrermangel herrschte. Denn mittlerweile können auch im Nachbarland nicht mehr alle Stellen besetzt werden. Um langfristig über genügend Pfarr-Nachwuchs zu verfügen, wird neu eine Sommerakademie für interessierte Gymnasiasten organisiert. Matthias Bachmann, der frühere Studienleiter im Bildungshaus Boldern, will mit der theologischen Sommerakademie kirchlich oder sozial engagierte Jugendliche ansprechen und für das Theologiestudium als mögliche Studienrichtung sensibilisieren. Künftige Theologinnen und Pfarrer sollen auch mit Auszeichnungen für Maturaarbeiten, mit der Website „theologiestudium.ch“ sowie mit neuen Kanälen im Social Media-Bereich angezogen werden.

 


 

Kein Staatsschutz für Kruzifixe

Symbole der christlich-abendländischen Kultur sollen durch die Schweizer Verfassung nicht bevorzugt behandelt werden. Der Ständerat hat sich Mitte Juni gegen die parlamentarische Initiative der Luzerner Nationalrätin Ida Glanzmann gestellt. Mehrere Ständeräte wiesen darauf hin, dass sich der Staat in religiösen Fragen neutral verhalten solle. Zudem sei es Sache der Kantone, das Verhältnis zur Religion festzulegen. Der Schwyzer Ständerat Peter Föhn sagte, dass das Fundament der Schweiz die christlich-abendländische Kultur sei. "Es darf nicht sein, dass wir das irgendwie gefährden".

 


 

ÖRK plant neues Zentrum in Genf

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) ist in Geldnot, muss einen grossen Teil des Terrains in Genf verkaufen und baut ein neues Zentrums. Gebaut werden soll in etwa vier Jahren. Den natürlichen Charakter des Geländes will der Weltkirchenrat durch den Bau entsprechender Gebäude, mit Grünanlagen und Promenaden bewahren. Dem 1948 gegründeten ÖRK gehören mehr als 349 protestantische, orthodoxe, anglikanische und andere Kirchen an, die zusammen über 560 Millionen Christen in mehr als 110 Ländern repräsentieren. Der ÖRK pflegt eine enge Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche.

 

 


 

Religion am TV unterschiedlich populär

Weil die Übertragungen der Gottesdienste im Deutschschweizer Fernsehen immer weniger Zuschauer haben, wird derzeit von den katholischen und reformierten Mediendiensten zusammen mit dem Fernsehen an einem neuen Format für eine religiöse Sendung gearbeitet. Im Herbst 2013 soll die neue Sendung erstmals im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt werden. Während die Radio-Übertragungen von Gottesdiensten sich nach wie vor grosser Beachtung erfreuten (knapp 140 000 Zuhörer im Durchschnitt), allerdings auch weniger genutzt werden, so seien die Einschaltquoten bei den Übertragungen am Fernsehen eingebrochen. Verfolgten vor zehn Jahren noch 45 000 Personen die Gottesdienst-Übertragungen im Deutschschweizer Fernsehen, so seien die Einschaltquoten inzwischen auf 26.000 bis 31 000 gesunken. Geplant sind beispielsweise ökumenische Wortgottesdienste. Bemerkenswerte Zuschauerzahlen weist demgegenüber das "Wort zum Sonntag" aus. Mit etwa 380 000 Zuschauern ist es die meistgesehene Sendung des Schweizer Fernsehens. 2011 erreichte das "Wort zum Sonntag" einen durchschnittlichen Marktanteil von 28,8 Prozent.

 


 

Paulus-Akademie reicht Bauprojekt ein

Die Katholische Kirche im Kanton Zürich hat zusammen mit ihren Projektpartnern die Baueingabe für das gemeinsame Projekt "Kulturpark" eingereicht. In Zürich-West soll ab 2013 ein Zentrum für soziale und ökologische Nachhaltigkeit, interreligiöses Zusammenleben, Ethik und Kultur entstehen. Bestandteil des künftigen Kulturparks ist die katholische Paulus-Akademie, die aus dem Zürcher Vorortquartier Witikon ins boomende Zürich-West ziehen wird. Der Neubau der Paulus-Akademie mit einer Fläche von insgesamt 870 Quadratmetern umfasst ein Veranstaltungs- und Bildungszentrum mit einem Saal für 180 Personen, sechs Seminarräume sowie Büros.

Legende: www.kulturpark.ch

 


 

Topverdiener in Zürcher Landeskirchen

In einem Tagesanzeiger-Artikel kritisierte Michael Meier am 10. April die Topsaläre der neun katholischen Synodalräte im Kanton Zürich. Benno Schnüriger, der Präsident des Synodalrats, erhalte für seine 55 Prozent eine jährliche Entschädigung von 117 000 Franken. Und die weiteren Mitglieder für ihr 35-Prozent-Mandat je 65 000 Franken. Zudem würden zwei Synodalräte insgesamt deutlich mehr als hundert Prozent arbeiten. Karl Conte wirkt neben dem 35-Prozent-Mandat als Synodalrat noch 90 Prozent als Altersbeauftragter der Gemeinde Horgen. Und Rolf Bezjak wirkt neben dem 35-Prozent-Mandat noch zu 90 Prozent als Gemeindeleiter in Männedorf. Eine Online-Umfrage vom Tagesanzeiger bei über 1300 Personen ergab, dass 78% finden, dass Kirchenfunktionäre nicht solche Spitzensaläre verdienen sollten. Das Online-Portal der Reformierten, www.ref.ch, doppelte am folgenden Tag nach und widersprach Meiers Behauptung, dass die katholischen Synodalräte sogar mehr als ihre reformierten Kollegen verdienen würden.

Auf 100 Stellenprozente hochgerechnet, verdient der katholische Kirchenchef Benno Schnüriger 212 700 Franken, der reformierte Kirchenratspräsident Michel Müller käme jedoch auf stolze 217000 Franken. Und die reformierten Kirchenräte würden bei einem 35-Prozent-Mandat auf 66 500 Franken verdienen.

  


 

Mess-Reklamen am Strassenrand

Die blauen Hinweistafeln für Gottesdienste beim Ortseingang können in der Schweiz weiterhin bestehen bleiben, werden jedoch aus der Signalisationsverordnung des Bundes entfernt. Denn die Tafeln haben mit dem Strassenverkehr an sich nichts zu tun. Die Kirchen können fortan die Gestaltung und die Standorte dieser Gottesdiensttafeln frei wählen. Denn sie gelten als Strassenreklamen. Möglich ist zudem, dass auf den künftigen Schildern nicht nur wie bisher die etablierten christlichen Kirchen, sondern auch Freikirchen oder jüdische oder islamische Gemeinschaften auf ihre Gottesdienstzeiten aufmerksam machen können. Bewilligt werden die Hinweistafeln von den Gemeinde- oder den Kantonsbehörden - je nachdem, ob es sich um Gemeinde- oder Kantonsstrassen handelt. Entscheidend ist dabei die Frage, ob eine solche Tafel die Verkehrssicherheit gefährden könnte.

  


 

Genfer Katholiken wehren sich für Bettler

Mit einer Petition will die Drittwelt-Kommission von Genfs katholischer Kirche zusammen mit anderen Organisationen gegen das Bettelverbot in der Rhone-Stadt angehen. Dieses ist dort seit 2007 in Kraft. "Betteln ist keine Wahl, sondern eine Frage des Überlebens", heisst es im Text der Petition, die dem Kantonsparlament übergeben werden soll. Das Bettelverbot sei nichts anderes als die Kriminalisierung von Menschen in prekären Lebensverhältnissen und verschlimmere deren Situation, betont das Begehren. Auch ermögliche das Bettelverbot Behörden-Missbräuche verschiedener Art; so werde etwa das gesammelte Geld der Bettelnden und deren Besitz beschlagnahmt und würden deren behelfsmässige Unterkünfte zerstört. Der Genfer Weihbischof Pierre Farine unterstützt die Petition und schreibt: "Offiziell wird geltend gemacht, dass die Bettler die öffentliche Ordnung stören. Stören sie aber in Wirklichkeit nicht unsere moralische Ordnung, unseren ästhetischen Sinn, der verlangt, dass die Armut zu verstecken ist? Zerbrechliche soziale Gruppen isolieren und an den Rand drängen führt dazu, dass alle Bemühungen um Solidarität, die mehr und mehr nötig sind, letztlich aussichtslos bleiben."

 


 

Kirchliche Gleichstellung vors Basler Kirchenvolk

Die Gleichstellungsinitiative kommt zustande. Die gültigen Unterschriften wurden an die Präsidentin und den Präsidenten der Basler beziehungsweise Baselbieter Synode übergeben.  Konkret werden in der Initiative die Abschaffung des Pflichtzölibats und die Zulassung der Frauen zum Priesteramt gefordert. Die Träger und Trägerinnen der Initiative verstehen sich als engagierte Katholiken und Katholikinnen, die sich als Mitglieder von Kirchenräten und Synoden oder als kirchlich Interessierte und Bewegte für eine Erneuerung der Kirche einsetzen und dazu die rechtlich gegebenen Möglichkeiten ausnützen wollen. Info: www.kirchliche-gleichstellung.ch

 


 

Hilfswerke unter Beschuss

Alle Jahre wieder verlangen die Schweizer Hilfswerke von der SRG eine engere Zusammenarbeit bei der Aktion «Jeder Rappen zählt», die dieses Mal vor dem KKL in Luzern stattfand. Die Themenwahl seitens SRF sei willkürlich, der Medienanlass verschlinge öffentliche Gelder, wie sie sich die Hilfswerke für ihr Marketing nie würden leisten können. Und zudem sei die Kostenstruktur von «Jeder Rappen zählt» zu wenig transparent. Rund 200 000 Franken der Spendengelder würden zur eigenen Defizitdeckung abgezweigt. Die SRG entgegnet aber wie jedes Jahr, dass diese Kritik ungerechtfertigt sei und dass die Hilfswerke von der Aktion stark profitieren würden. Die Hilfswerke ihrerseits standen in den letzten Wochen ebenfalls in der Kritik. Der Tages-Anzeiger warf ihnen im Spendenmonat Dezember vor, sie würden Millionen als stille Reserven horten, statt sie für Projekte auszugeben. Die Hilfswerke reagierten prompt und heftig. Denn ihre Projekte für Wiederaufbau und Rehabilitation seien langfristig und nachhaltig angelegt. Das Fastenopfer wies beispielsweise Ende 2010 Reserven in der Höhe von rund 12 Millionen Franken aus. Dies entspricht dem Umsatz für ein halbes Jahr. Es gehe vor allem darum, die Finanzierung der Arbeit der Projektpartner in den Entwicklungsländern zu sichern. Von den aktuell 425 Projekten in 16 Ländern seien die meisten Projekte auf zwei oder drei Jahre ausgerichtet.

 


 

Multikulti fördern

Die Eidgenössische Kommission für Migrationsfragen (EKM) und das Migros-Kulturprozent lancierten mit "contakt-citoyenneté" ein gemeinsames Förderprogramm und wollen damit der Integrationskultur in der Schweiz neue Impulse geben. Es stehen Fördergelder in der Höhe von 320 000 Franken für eine Laufzeit von zwei Jahren zur Verfügung. Bis zum 15. März können Interessierte Projektideen einreichen. Nicht nur finanziell unterstützt, sondern auch fachlich beraten und begleitet werden ausgewählte Projektideen, die die Qualität im interkulturellen Zusammenleben fördern und von Engagierten in Freiwilligenarbeit umgesetzt werden. Die Gewinnerprojekte werden im Juni 2012 vorgestellt. Info: www.contakt-citoyennete.ch, Luzia Kurmann, Josefstrasse 214, Postfach, 8031 Zürich

 


 

Religionstourismus

Auf der Suche nach einem neuen Gästesegment (vor allem aus den USA) propagiert Schweiz Tourismus seit neustem Reisen durch die Religionslandschaft Schweiz. Das Projekt «Religionslandschaft Schweiz» wurde 2007 von der reformierten Kommission Kirche und Tourismus des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) und der katholischen Kommission für Tourismus-, Freizeit- und Pilgerseelsorge lanciert. Die helvetische Religionslandschaft enthält Informationen zu bedeutenden religiös-historischen Orten, Wallfahrtsorten, Gemeinschaften, Bräuchen und zur Religionsgeschichte der Schweiz. In- und ausländische Gäste finden hier Näheres zu den religiösen Verhältnissen an ihrem Aufenthaltsort, zu religiösen Bräuchen und Ausflugszielen. Die allgemeine Übersicht über die Religionslandschaft Schweiz ist auf www.myswitzerland.com sowie auf www.religionslandschaft.ch zu erreichen. Links führen ausserdem zu detaillierten Porträts der evangelisch-reformierten und der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz. Zudem hat Schweiz Tourismus speziell für Touristen aus den USA einen Flyer mit den religiös bedeutsamen Orten zwischen Genf (Calvin) und Wildhaus (Zwingli) kreiert.

 


 

Verbot geistlicher Gerichtsbarkeit in der Bundesverfassung?

Die FDP will die geistliche Gerichtsbarkeit in der Schweiz verbieten. In mehreren Kantonen würden Standesinitiativen angestrebt, die die Verankerung eines Verbots in der Bundesverfassung anstreben sollen.

Die Initiativen zielen vor allem auf die islamische Scharia, betroffen wäre aber auch die katholische Kirche mit ihrem eigenen kanonischen Kirchenrecht sowie die jüdischen Gemeinden mit ihren religiösen Gesetzen. In den Kantonen Zürich und St. Gallen reichte die FDP entsprechende Vorstösse im Kantonsparlament ein, in den Kantonen Luzern, Aargau und Basel-Landschaft werde dies geprüft.

 


 

Finanztransaktionssteuer in der Schweiz

Die EU-Kommission hat ihren Vorschlag für eine internationale Finanztransaktionssteuer vorgestellt. Alliance Sud – die entwicklungspolitische Arbeitsgemeinschaft der Schweizer Hilfswerke Swissaid, Fastenopfer, Brot für alle, Helvetas, Caritas und Heks – fordert den Schweizer Bundesrat auf, seinen Widerstand gegen eine solche Steuer aufzugeben und sich am europäischen Projekt zu beteiligen. Die Erträge sollen in die Armutsbekämpfung und den Klimaschutz fliessen. Bisher hat der Bundesrat parlamentarische Vorstösse zugunsten einer solchen Steuer mit dem Argument abgeschmettert, dafür fehle der nötige internationale Konsens.

  


 

Reformierte Kirche Baselland wirbt um Ausgetretene

"Wir wollen für einen Wiedereintritt möglichst alle Hürden aus dem Weg räumen", sagte Paul Dalcher, Kommunikationsleiter der Baselbieter Kirche. Taufe und vorgängiges Aufnahmegespräch seien keine zwingenden Voraussetzungen mehr für einen Beitritt. Es genüge die Erklärung, dass man einmal Mitglied der evangelisch-reformierten Landeskirche gewesen sei. Die gesuchstellende Person müsse auch nicht mehr begründen, weshalb sie ausgetreten sei - beziehungsweise, warum sie nun wieder eintreten möchte. Die reformierte Kirche gehe davon aus, dass ein Austrittsgrund vor 20 oder 30 Jahren heute vielleicht nicht mehr aktuell sei. Einschneidende Erlebnisse wie ein Todesfall oder eine Krankheit könnten heute das Bedürfnis nach Spiritualität durchaus wieder hervorrufen. Deshalb richte sich die Kampagne primär an über 50-jährige Menschen. Info: www.kircheneintritt.ch

 


 

Wo sind die Professorinnen?

Die Interessengemeinschaft "Feministische Theologinnen" halten in einem Positionspapier fest, dass an den evangelischen theologischen Fakultäten die Lehrstühle zu einseitig verteilt sind. In Basel und Zürich sind alle ordentlichen Professuren in männlicher Hand. Nur in Bern haben Frauen Lehrstühle inne.  Darum waren es in den vergangenen Jahrzehnten vor allem kirchliche Bildungszentren wie Gwatt, Leuenberg oder Boldern, die neue theologische Bewegungen vorangetrieben haben.

 


 

Bischöfliche Kommission für Mutterschutz von Erwerbstätigen

Die Schweizerische Nationalkommission "Justitia et Pax" unterstützt die bundesrätliche Ratifikation des Übereinkommens Nr. 183 der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) über den Mutterschutz und die Anpassung des Artikels 35a im Schweizer Arbeitsgesetz. Die Anpassung verbessert die Rechtssicherheit erwerbstätiger, stillender Mütter, fördert das Stillen während der Arbeitszeit und trägt zur Lohngleichheit zwischen Frau und Mann bei. Volltext und Info: www.juspax.ch

   


 

Jüdische Kreise kritisieren CVP

Der Redaktor der jüdischen Wochenzeitschrift "Tachles", Yves Kugelmann, kritisiert den Vorschlag der CVP, Entwicklungszusammenarbeit in Ländern aufzuheben, in denen Christen diskriminiert und verfolgt werden. Kugelmann schreibt: "Denkt man die Forderung der CVP weiter, so ist Entwicklungszusammenarbeit in jenen Ländern, in denen etwa Muslime oder Juden getötet werden, vertretbar, darf auch geholfen werden, wo christlicher Kolonialismus oder evangelikal motivierte Hegemonialpolitik vorherrschen. Die CVP fordert eine Zweiklassenentwicklungshilfe und führt einen Kreuzzug unter anderen Vorzeichen in jenem Bereich, in dem gerade das Christentum einen zivilisatorischen Schritt vollführt hat: in der Nächstenliebe."

 


 

Fastenopferdirektor gegen Sparen im Asylbereich

Rund 53 Prozent der Schweizer Bevölkerung will im Asylwesen sparen. Dies geht aus einer gfs-Umfrage hervor. Das katholische Hilfswerk "Fastenopfer" reagierte auf dieses Ergebnis und plädiert für eine bessere Aufklärung der Bevölkerung und für mehr internationale Solidarität. Die Schweizer Bevölkerung müsse darüber genauer aufgeklärt werden, was eine allfällige Sparreform in der Entwicklungshilfe bedeutete, sagte Antonio Hautle vom katholischen Hilfswerk "Fastenopfer". Als eines der reichsten Länder der Welt, könne sich die Schweiz nicht aus der internationalen Solidarität ausklinken. Denn dies hätte einen Bumerang-Effekt zur Folge: Der Migrationsdruck würde ansteigen und der Klimawandel voranschreiten, so Hautle.

 


 

Studie zu Frauen in religiösen Führungsämtern

Der Interreligiöse Think-Tank, der sich aus Exponentinnen des interreligiösen Dialogs in der Schweiz zusammensetzt, befasst sich in seiner jüngsten Studie mit den Leitungsfunktionen von Frauen im Judentum, Christentum und Islam. Insbesondere im Judentum und in der römisch-katholischen Kirche gehöre die Mitwirkung von Frauen an der religiösen und politischen Leitung ihrer Religionsgemeinschaften zu den brennenden Themen. Die Begründungen für die Nicht-Beteiligung von Frauen an Leitungsfunktionen werden theologisch untersucht. Unterschiede bezüglich Frauen in den religiösen Leitungsämtern liegen nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb der jeweiligen Religionsgemeinschaften. Die Studie kann als pdf-Datei kostenlos heruntergeladen werden: www.interrelthinktank.ch

 


 

Ethikkommission warnt vor aktiver Sterbehilfe

Die bischöfliche Bioethikkommission warnt davor, dass aktive Sterbehilfe straffrei wird. Die Kommission reagiert auf das Urteil eines Gerichts im Kanton Neuenburg. Es ging um eine Ärztin, die zunächst einem kranken Menschen bei der Selbsttötung helfen wollte, aber schliesslich ihm das tödliche Gift selbst injizierte. Obwohl diese Tat nach dem Schweizerischen Strafgesetzbuches als „Tötung auf Verlangen“ strafbar ist, rechtfertigte das Gericht die Handlung, indem es der Angeklagten zubilligte, sie habe „das in der Lage Notwendige“ getan. Ein solcher Freispruch führe die Gefahr vor Augen, dass die „Tötung auf Verlangen“ als „aktive Sterbehilfe“ akzeptiert werde. Die Gesetze seien nicht nur der Spiegel der öffentlichen Meinung zu einem bestimmten Zeitabschnitt, sondern einige unter ihnen sorgten für die Fundamente des Zusammenlebens, so die Bioethikkommission. Bund und Kantone haben sich auf nationale Leitlinien für die Sterbebegleitung geeinigt. Sie erzielten einen Konsens darüber, welche Ziele die Begleitung von Schwerstkranken in der letzten Lebensphase verfolgen soll, wann sie einsetzt und wer sie erbringt.

 
 


 
 International


 

Kontroverse um Diakoninnen

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, fordert seit Monaten, dass Frauen Diakoninnen werden können. Das Diakonat der Frau, wie es unter anderem vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) schon lange gefordert wird, sei kein Tabu, sagte Zollitsch. Für Frauen werde es ein spezielles Amt als Diakoninnen geben. Beim genaueren Hinschauen soll es sich aber nicht um die kirchliche Diakonenweihe wie bei Männern handeln. Darum bezeichnet die reformorientierte "Wir sind Kirche"-Bewegung den Vorstoss von Kardinal Walter Kasper und Erzbischof Robert Zollitsch für ein frauenspezifisches Diakonenamt ohne Weihe als "Mogelpackung". Die Bischöfe würden eine Kinderportion auftischen, obwohl die Kirchenbasis ein ganzes Menü bestellt hätte. "Wir sind Kirche" würdigte allerdings das Bemühen Zollitschs, Brücken zu bauen "zwischen jenen, denen alles zu langsam geht und jenen, die Sorge haben, nicht Schritt halten zu können oder gar meinen, nicht aufbrechen zu müssen".

Unabhängig von der Diakoninnen.Frage will die deutsche Erzdiözese Freiburg in ihrer Führung mehr Frauen einstellen. Für Stellen in der Leitungsebene gelte künftig ein Gleichstellungsplan. Ziel sei es, den Anteil weiblicher Führungskräfte deutlich zu erhöhen.

 


 

Papst-Twitter immer populärer

@Pontifex, der Twitter-Account des Papstes, hat die 6-Millionen-Marke erreicht. Auch das Design der päpstlichen Twitterseite wurde leicht verändert: Das Hintergrundbild zeigt Petersplatz und Basilika nun aus einer niedrigeren Vogelperspektive, die die versammelte Menschenmasse besser erkennen lassen. Zudem hat der Papst ein neues Profilbild mit je nach Sprachversion gelbem oder blauem Hintergrund. Stets werden die Intervalle kürzer, in denen er die auf 160 Zeichen begrenzten Gedanken aussendet, zum Teil twittert der Papst jetzt täglich.

 


 

Serbisch-orthodoxe Kirche gegen Einigung mit Kosovo

Die serbisch-orthodoxe Kirche hat die Einigung Belgrads für den Kosovo kritisiert. Die Kirche sei gegen das Normalisierungsabkommen, weil es die serbische Staatsmacht im Kosovo abschaffe, teilte die Heilige Synode in Belgrad mit. Die Vereinbarung sei „reine Kapitulation“, denn das Kosovo sei aus geistlicher und historischer Sicht „unsere wichtigste Region“. Statt dieser Vereinbarung hätte man lieber eine Aufteilung der Kosovo vereinbaren müssen. Das wäre „eine gerechtere und stabilere Lösung“.

 


 

Kirche darf Caritas-Mitarbeiter nach Kirchenaustritt kündigen

Ein Austritt aus der katholischen Kirche rechtfertigt nach einer Entscheidung des deutschen Bundesarbeitsgerichts die Kündigung eines langjährigen Mitarbeiters der Caritas. Ein 60-jähriger Sozialarbeiter war seit 1992 in einem von der Caritas betriebenen Sozialen Zentrum in Mannheim beschäftigt, das Erziehungshilfe für sozial benachteiligte Kinder anbietet. Seinen Kirchenaustritt begründete er mit den Missbrauchsfällen in der Kirche und der Verteidigung des Holocaust-Leugners und Lefebvre-Bischofs Williamson durch Papst Benedikt. Das Gericht in Erfurt steht aber nicht immer hinter den Kirchenoberen. Vor einigen Monaten erklärte es die Kündigung eines geschiedenen und wiederverheirateten Chefarztes in einem katholischen Krankenhaus für ungültig.

 


 

Feiert Papst Geburtstag in Argentinien?

Papst Franziskus könnte eventuell Ende dieses Jahres sein Heimatland Argentinien besuchen. In Argentinien stehen zwischen August und Oktober Parlamentswahlen an, weshalb ein Papstbesuch davor unwahrscheinlich ist. Am 17. Dezember feiert Franziskus Geburtstag. Dies könnte ein Anlass sein, um mit seiner Familie und den Menschen in Argentinien zu feiern.

 


 

Papst fordert Umsetzung des Konzils

"Der Heilige Geist drängt zum Wandel, und wir sind bequem“, sagte Papst Franziskus in einem Gottesdienst am Geburtstag seines Vorgängers. Die mangelnde Umsetzung des letzten Konzils sei vor allem ein geistliches Problem: „Um es klar zu sagen: Der Heilige Geist ist für uns eine Belästigung. Er bewegt uns, er lässt uns unterwegs sein, er drängt die Kirche, weiter zu gehen. Aber wir sind wie Petrus bei der Verklärung, ‚Ah, wie schön ist es doch, gemeinsam hier zu sein.’ Das fordert uns aber nicht heraus. Wir wollen, dass der Heilige Geist sich beruhigt, wir wollen ihn zähmen. Aber das geht nicht. Denn er ist Gott und ist wie der Wind, der weht, wo er will. Er ist die Kraft Gottes, der uns Trost gibt und auch die Kraft, vorwärts zu gehen. Es ist dieses ‚vorwärts gehen’, das für uns so anstrengend ist. Die Bequemlichkeit gefällt uns viel besser. Das Konzil war ein grossartiges Werk des Heiligen Geistes. Wir feiern dieses Jubiläum und es scheint, dass wir dem Konzil ein Denkmal bauen, aber eines, das nicht unbequem ist, das uns nicht stört. Wir wollen uns nicht verändern und es gibt sogar auch Stimmen, die gar nicht vorwärts wollen, sondern zurück: Das ist dickköpfig, das ist der Versuch, den Heiligen Geist zu zähmen. So bekommt man törichte und lahme Herzen.“

 


 

Saudischer König schrieb dem Papst

Der saudische König Abdullah hat Papst Franziskus eine persönliche Botschaft geschickt. Überreicht wurde sie dem Papst vom saudischen Botschafter in Italien, Saleh Mohammad al Ghamdi. Über die Begegnung am Rande der Generalaudienz und über den Inhalt des Briefes machte der Vatikan keine Angaben. Abdullahs Brief an Papst Franziskus ist ein weiterer Tabubruch des „Hüters der Heiligen Stätten“ des Islam. Der strengen wahabitischen Grundrichtung des Staates entsprechend sind in Saudi-Arabien keine Messfeiern, es ist noch nicht einmal das Zeigen christlicher Symbole in der Öffentlichkeit erlaubt, und Saudi-Arabien unterhält auch keinerlei diplomatische Beziehungen zum Vatikan.

 


 

Bostoner Bomben als Strafe Gottes

Die radikal-christliche Westboro Baptist Church wollte die Beisetzungsfeier für Bombenopfer des Boston-Marathons stören. In einer Reihe von Twitter-Meldungen nannte die Kirche die Anschläge eine Vergeltung Gottes für die von Massachusetts legalisierte Eheschliessung gleichgeschlechtlicher Paare und forderte die Todesstrafe für Schwule. Die Westboro Baptist Church machte mehrfach Schlagzeilen durch antisemitische Äusserungen und eine Koranverbrennung bei Begräbnissen gefallener US-Soldaten. Ihr Leiter Fred Phelps bezeichnet Naturkatastrophen wie jene in New Orleans und Terroranschläge wie die vom 11. September 2001 als Strafen Gottes für die Duldung von Homosexualität.

 


 

Dubioser Staat-Kirche-Vertrag im Ländle

Nach vielen Anläufen hat der Landtag, das liechtensteinische Parlament, vergangenen Dezember einer Verfassungsänderung (Aufhebung der "Landeskirche") in erster Abstimmung zugestimmt und ein neues Religionsgemeinschaftengesetz verabschiedet. Dieses moderne Gesetz ermöglicht es, bestimmten Religionsgemeinschaften eine staatliche Anerkennung auszusprechen und sie mittels einer sogenannten Mandatssteuer (vorgesehen sind 2 Prozent) zu finanzieren. Das geplante Konkordat unter dem Titel "Trennung von Kirche und Staat" ist jedoch der Versuch, einen autonomen Klerikerstaat im Staate zu bilden. Die Kirche als Gemeinschaft der Getauften und Gläubigen kommt in diesem Vertrag gar nicht vor. Die Seelsorge an den Menschen in Liechtenstein liegt nicht im Fokus dieses Vertrags. Partizipative Strukturen wie Kirchenräte würden darin aufgelöst. Mittlerweile sind auch die politischen Parteien hellhörig geworden und wehren sich gegen den geplanten Vertrag.

 


 

Papst will Kurie reformieren

Papst Franziskus hat acht Kardinäle in eine Beratungsgruppe berufen, die sich mit dem Thema einer Kurienreform befassen wird. Die Idee zu dieser Beratungsgruppe sei bereits bei den Gesprächen vor dem Konklave entstanden. Die Gruppe wird sich erstmals Anfang Oktober treffen, tauscht sich aber jetzt schon regelmässig aus. Mitglieder sind der Münchener Kardinal Marx, Giuseppe Bertello, Francisco Javier Errazuriz Ossa (von Chile), Oswald Gracias (von Bombay), Laurent Monswengo Pasinya (von Kinshasa), Sean Patrick O´Malley (von Boston), George Pell (von Sydney) und Oscar Maradiaga Rodriguez (von Teguicigalpa).

 


 

Frauenordination ist keine theologische Frage

Der österreichische Theologe Paul Michael Zulehner hat der Kirche empfohlen, bei der Lösung der Frauenfrage "Gott aus dem Spiel zu lassen". Dieser sei schliesslich Mensch geworden und nicht Mann, wie schon die Kirchenväter betont hätten, sagte Zulehner. Die Frauenfrage sei "kein theologisches, sondern ein geschlechterpolitisches Problem", das vor allem die katholische Kirche bisher "noch religiös verschärft" habe, kritisierte der Wissenschaftler.

 


 

Politik erlaubte Steueroasen

Der deutsche Sozialethiker und Jesuit Friedhelm Hengsbach sieht in der Debatte über Steueroasen und Steuerhinterziehung die Schuld bei der Politik. "Diese sogenannten Oasen sind ja staatlich zugelassen oder gefördert", sagte der 75-Jährige der "Süddeutschen Zeitung". Staaten duldeten einfach das Verstecken von Geld, fügte Hengsbach hinzu. Bei einem systemischen Problem bringe es daher nichts, den einzelnen Steuerflüchtigen an den Pranger zu stellen. "Wenn die Regeln korrumpiert sind, ist mit persönlicher Verantwortung nicht viel auszurichten", sagte Hengsbach der Zeitung. Aus Sicht des Wirtschaftsexperten ist es bedenklicher, dass Menschen überhaupt ein solch grosses Vermögen anhäufen können. "Das ist doch das eigentliche Problem: Die Vermögen werden immer grösser und dabei relativ gering besteuert", sagte Hengsbach. Mit Sorge beobachtet der Jesuit auch grosse Erbschaften und fordert für diese hohe Steuern.

 


 

Ratzinger-Theologie bedrängt

Vor einem Jahr befahl Papst Benedikt den deutschsprachigen Bischöfen, bei der Eucharistiefeier nicht mehr zu beten, dass das Blut "für alle" vergossen werde, sondern lediglich "für viele", da dies dem ursprünglichen lateinischen Text "pro multis" mehr entsprechen würde. Nun hat die österreichische Bischofskonferenz erklärt, dass für die lateinische Übersetzung von "pro multis" weiterhin der Ausdruck "für alle" zu verwenden sei. Die Bischofskonferenz macht darauf aufmerksam, dass die Entscheidung von Benedikt XVI. erst für die geplante Übersetzung des Messbuchs gelte. Daher sei die bisherige Ausgabe des Messbuchs nach wie vor verbindlich.

 


 

Hilfswerke begrüssen EU-Richtlinien für Firmentransparenz

Die EU-Kommission hat eine Richtlinie zum Reporting im ausserfinanziellen Bereich publiziert. Darin werden Unternehmen, die speziell in der Rohstoffbranche wirken, ab einer bestimmten Grösse verpflichtet, jährlich über ihre Anstrengungen im Bereich Menschenrechte, Umweltschutz, Arbeitsrechte und Korruptionsbekämpfung zu berichten. Die Gruppe "Recht ohne Grenzen", zu der auch die kirchlichen Hilfswerke gehören, begrüsst diesen Schritt und fordert den Schweizer Bundesrat auf, mit verbindlichen Regeln dafür zu sorgen, dass auch Schweizer Unternehmen künftig eine glaubwürdige und transparente Politik der sozialen Unternehmensverantwortung umzusetzen haben. Das Europaparlament hat sich darauf geeinigt, dass Unternehmen der Rohstoffbranche, die beispielsweise in anderen Ländern nach Öl bohren, ihre Finanzen offen legen müssen. Ziel sei es, „mafiöse Zahlungen unmöglich zu machen“ und Kriegsfinanzierung in Krisengebieten durch Rohstoffexporte zu vermeiden.

 


 

Papst verschenkt seine Kappe

Vor der Generalaudienz Mitte April verschenkte der Papst seine weisse Scheitelkappe. Während eines Halts im offenen Jeep auf dem Petersplatz überreichte ihm ein Besucher eine weisse Wollmütze. Diese setzte sich Franziskus unverzüglich auf den Kopf und gab dem Gläubigen sein eigenes Modell.

  


 

Papst an die UNO eingeladen

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon ist im Vatikan zu einem Gespräch mit Papst Franziskus zusammengetroffen und hat den Papst zu einer Rede vor der UNO in New York eingeladen. „Ich habe dem Papst gesagt, dass seine Entscheidung, sich nach dem heiligen Franz von Assisi zu nennen, eine kraftvolle Botschaft im Sinne der Vereinten Nationen war. Es bezeugt seinen Einsatz für die Armen und seine Demut, seine Leidenschaft für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen. Wir haben über die Notwendigkeit gesprochen, mehr für soziale Gerechtigkeit und das Erreichen der Millenniumsziele zu tun. Papst Franziskus hat mir gegenüber versichert, er wolle auch Brücken zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften schlagen“, berichtete Ban Ki Moon nach dem Treffen.

 


 

Pfarrer erzielte Traumrendite

Mit dem biblischen Gleichnis von den Talenten hat der anglikanische Geistliche Richard Steel im englischen Kirkheaton (Grafschaft West Yorkshire) einen Einsatz von umgerechnet 790 Franken um das 20-fache erhöht. Der Pfarrer hatte im November seinen Gemeindemitgliedern 550 Pfund in 10-Pfund-Noten mit dem Auftrag ausgehändigt, Geld für eine dringend nötige Kirchenrenovierung zu erwirtschaften. Am Ostersonntag erhielt er umgerechnet 14 500 Franken zurück. Ein elfjähriges Mädchen hatte mit seinen zehn Pfund mehrere Hundert Grusskarten gebastelt und damit 550 Pfund eingenommen. Ein anderes Pfarreimitglied baute für das Geld Vogelhäuschen und verkaufte sie für 700 Pfund. Eine Frau erlöste mit selbstgemachten Schokotrüffeln 280 Pfund. Mit der Aktion will der Pfarrer einen Teil der Renovierungskosten von 73 000 Pfund zusammenbringen.

 


 

Spielberg verfilmt Missbrauchs-Skandal

Steven Spielbergs DreamWorks-Studio will den katholischen Missbrauchsskandal verfilmen. Spielberg sicherte sich die Rechte an der Geschichte der Aufdeckung des Skandals in den Vereinigten Staaten. Der Vertrag umfasst die Biografien der Journalisten des „Boston Globe“, die ein Jahr lang mit Interviews und der Auswertung tausender Dokumentenseiten die Vertuschung von Pädophilie-Fällen im Erzbistum Boston dokumentierte hatten. Die Recherchen führten 2002 zum Rücktritt von Bostons Erzbischof Kardinal Bernard Law. Das Investigationsteam erhielt 2003 den Pulitzer-Preis.

 


 

Mutter Teresa verliert ihren Lack

In einer Studie üben kanadische Forscher Kritik an der Friedensnobelpreisträgerin und Ordensfrau Mutter Teresa. Die Spendenkonten ihres Ordens seien intransparent verwaltet worden. Angesichts der sparsamen Informationspolitik und der Konten, die im Verborgenen geblieben seien, stelle sich die Frage, wo die Millionen von Dollar geblieben seien, die für die Ärmsten der Armen geblieben seien.

 


 

Ökumene geht vorwärts

Der ägyptische Papst will bald einmal seinen römischen Kollegen Franziskus besuchen. Und dieser will zusammen mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel im kommenden Jahr gemeinsam Jerusalem besuchen. Der Papst hat einen entsprechenden Vorschlag des griechisch-orthodoxen Oberhaupts angenommen. Die Reise solle an das historische Treffen von Patriarch Athenagoras und Papst Paul VI. vor 50 Jahren anknüpfen. Zugleich lud Bartholomaios I. den römischen Papst an den Sitz seines Patriarchats in Istanbul ein. Auch dieser Visite hat Franziskus zugesagt.

 


 

Anglikaner teilen Kirche mit Muslimen

Eine anglikanische Gemeinde im schottischen Aberdeen teilt sich ihr Gotteshaus mit benachbarten Muslimen. Die örtliche Moschee sei für die Zahl der muslimischen Gläubigen zu klein geworden, so dass einige von ihnen bei Wind und Wetter draussen vor dem Gebäude gebetet hätten. Der Rektor der "St. Johns Episcopal Church", Isaac Poobalan, und seine Gemeinde hätten den Muslimen daraufhin ihr Gotteshaus zur Verfügung gestellt. Der anglikanische Bischof von Aberdeen und Orkney, Robert Gillies, betonte: "Manchmal hat jemand eine Vision, auf lokaler Ebene etwas von globaler Bedeutung zu tun".

 


 

Christliche Führer kooperieren mit Assad-Regime

Der italienische Jesuitenpater Paolo Dall´Oglio hat die "christlichen Führer" in Syrien scharf kritisiert. "Sie sehen nur, was sie sehen wollen und glauben den Lügen des Assad-Regimes", sagte er in der Berliner Katholischen Akademie. Mit dieser "Regimegläubigkeit" verbreiteten die Führungskräfte der christlichen Kirchen den Hass gegen Muslime und verstrickten sich in die Regime-Propaganda. Dall´Oglio lebte 30 Jahre in Syrien und baute dort das Kloster Deir Mar Musa auf, das weltweit für interreligiösen Dialog bekannt wurde. Im vergangenen Juni wurde er aus Syrien ausgewiesen, kehrte jedoch vor kurzem zurück, um zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Der Jesuit sprach sich für Waffenlieferungen des Westens an die "demokratischen Kräfte in Syrien" aus. Derzeit würden die syrischen Rebellen von Islamisten und der Waffen-Mafia beliefert. "Das Leid ist so gross, dass wir bereit sind, mit dem Teufel einen Pakt einzugehen", führte Dall´Oglio zur Begründung an. Eine militärische Invasion wie in Afghanistan oder dem Irak lehnte er jedoch strikt ab. Weil der Westen die islamische Welt nicht verstehe, würde ein solches Eingreifen zu einem Desaster führen.

 


 

Papst räumt mit Plüsch und Pelzchen auf

Der deutsche Journalist Daniel Deckers sorgte mit einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) für Furore. Laut Deckers habe sich Papst Franziskus mit seiner Absage an die ratzinger'schen Accessoires die „lobby gay“ (Schwulen-Lobby) sowie die Traditionalisten zu Feinden gemacht. Die roten Schuhe von Papst Benedikt gelangen in ein Museum in Granada. Und die Brüsseler Spitze ist wie die Mäntelchen als Plüsch und Pelz aus der päpstlichen Garderobe schlagartig verschwunden. Als Benedikts Zeremonienmeister Guido Marini dem neuen Papst unmittelbar nach der Wahl in der Ankleidekammer die roten Schuhe hinlegte, habe Franziskus geantwortet: „Die können Sie selbst anziehen, der Karneval ist vorbei.“ Die konservativen Nachrichtenportale "katholisches.info“ und „kath.net“ kritisieren seither den neuen Papst pausenlos.

 


 

Ökonomie der Gräber

In deutschen Städten steigen die Quadratmeterpreise – auch für die letzte Ruhestätte. Die Friedhofsgebühren gehen vielerorts dramatisch in die Höhe. Besonders stark stiegen zuletzt die Nutzungsgebühren für individuelle Familiengräber. Sie wurden zum Jahreswechsel mancherorts mehr als verdoppelt oder sogar verdreifacht. Immer mehr Angehörige entscheiden sich darum für die günstigere Urnenbestattung. Die Konkurrenz durch Bestattungswälder und Beisetzungen im Ausland sowie der Trend zu Urnenbestattung und kleineren, pflegefreien Gräbern führt dazu, dass auf vielen Friedhöfen grosse Flächen leer stehen, deren Pflege- und Unterhaltungskosten den Gebührenzahlern aufgelastet werden. Unübersichtlich sind zudem die Bestattungsgebühren: Kosten für die eigentliche Beisetzung, den Grabaushub, die Nutzung der Trauerhalle, die Genehmigung für die Aufstellung eines Grabmals, für die Sarg- oder Urnenträger, für Dekoration und Beschallung variieren je nach Gemeinde zwischen 50 und 5000 Euro.

 


 

Oscar Romero soll schneller selig werden

Die katholische Kirche in El Salvador hofft auf eine rasche Seligsprechung von Erzbischof Oscar Romero (1917-1980) durch Papst Franziskus. Das jetzige Kirchenoberhaupt hege grosse Verehrung für den ermordeten Erzbischof, sagte Weihbischof Gregorio Rosa Chavez bei einem Gottesdienst in der früheren Kathedrale Romeros. Franziskus sei der festen Überzeugung, dass Romero "ein Heiliger und Märtyrer" sei. Die Zeichen stünden damit günstig für eine Seligsprechung, so Rosa Chavez. Romero war im März 1980 während eines Gottesdienstes am Altar erschossen worden. Für seine Anklagen gegen Unterdrückung und Ausbeutung und als Stimme der Armen wurde er weit über Mittelamerika hinaus bekannt. Die Hintergründe des Attentats sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt; die mutmasslichen Drahtzieher wurden nie verurteilt.

 


 

Bergoglio sprach Tacheles

Kardinal Jorge Mario Bergoglio hielt vor seiner Wahl zum Papst im Vorkonklave eine aufsehenerregende Brandrede. Wörtlich sagte er: "Die Kirche ist aufgerufen, aus sich selbst herauszugehen und an die Ränder zu gehen. Wenn die Kirche nicht aus sich selbst herausgeht, um das Evangelium zu verkünden, kreist sie um sich selbst. Dann wird sie krank. Die Übel, die sich im Laufe der Zeit in den kirchlichen Institutionen entwickeln, haben ihre Wurzel in dieser Selbstbezogenheit. Es ist ein Geist des theologischen Narzissmus. Die egozentrische Kirche beansprucht Jesus für sich drinnen und lässt ihn nicht nach aussen treten. Diese Kirche lebt, damit die einen die anderen beweihräuchern. Es gibt eine Kirche, die in sich, von sich und für sich lebt. Dies muss ein Licht auf die möglichen Veränderungen und Reformen werfen, die notwendig sind für die Rettung der Seelen."

 


 

Ende lustig mit den Pius-Brüdern

Der Vatikan erwartet nach Worten von Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller von der traditionalistischen Priesterbruderschaft St. Pius X. eine vorbehaltlose Anerkennung der kirchlichen Lehre. Jeder Papst müsse darauf bestehen, dass dazu alle Konzilien einschliesslich dem Zweiten Vatikanischen Konzil gehörten, sagte der Präfekt der Glaubenskongregation. „Wer das nicht anerkennt, ist kein Katholik“, so Müller. Wenn die Piusbruderschaft in die Einheit mit der Kirche zurückkehren wolle, sei die Unterzeichnung der von der Glaubenskongregation verfassten dogmatischen Präambel eine Vorbedingung. Noch vor wenigen Monaten hielt die Glaubenskongregation unter Benedikt XVI. fest, dass bei den Verhandlungen mit den Piusbrüdern eine legitime Diskussion zugelassen würde über die Überprüfung und die theologische Deutung einzelner Ausdrücke und Formulierungen, die sich in den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils und des nachfolgenden Lehramtes finden.

 


 

Papst-Wahlplakat

Eine italienische Künstlergruppe erlaubte sich im Vorfeld der Papstwahl den Jux, in der Stadt Rom Wahlplakate aufzuhängen, die für die Wahl des ghanesischen Kardinals Turkson zum Papst werben. Während manche Kardinäle, Bischöfe und Kirchenkenner betonen, dass der nächste Papst Italiener sein müsse, um die eigenmächtigen Kurienvertreter in Schach zu halten, plädieren andere für einen Vertreter aus Lateinamerika oder Afrika, wo die Zahl der Katholiken seit Jahrzehnten wächst. Der 63-jährige brasilianische Kardinal Odilo Scherer, der deutschen Eltern entstammt und reelle Chancen auf die Papstnachfolge hat, bezeichnet die Herkunft des künftiges Papstes als unwichtig. Scherer, der in São Paulo die grösste katholische Diözese Brasiliens leitet, ist einer von fünf Kardinälen aus Brasilien, die am Konklave zur Papstwahl teilnehmen.

 


 

Katholiken bedrohten Imam

Katholische Jugendliche haben den grossen Imam von Ouagadougou, der Hauptstadt von Burkina Faso, bedroht. Bei einem Freundschaftsbesuch des Imams beim Erzbischof von Ouagadougou, Philippe Ouédraogo, haben die Jugendlichen den Imam kurzzeitig in ihre Gewalt gebracht und ihn dazu angehalten, den Dialog mit Christen beizulegen. Verschiedene Bischöfe aus Burkina Faso und aus Niger verurteilten die Aktion. Sie veröffentlichten gemeinsam mit dem Imam einen Aufruf zu Toleranz und Verständigung.

 


 

König von Bahrain beschenkt Katholiken

In Manama, der Hauptstadt des Königreichs Bahrain am Persischen Golf, entsteht eine katholische Kathedrale. Das Grundstück wurde von König Hamad bin Issa al Khalifa der Kirche geschenkt. Bischof Camillo Ballin hatte während eines Pastoralbesuchs in Kuwait einen Anruf des zuständigen Ministers des Königlichen Hauses mit der Bitte um ein Treffen erhalten: «Nach meiner Rückkehr nach Bahrain ging ich umgehend ins Ministerium, wo der Minister mir eine Schenkungsurkunde für ein grosses Grundstück überreichte, auf dem die neue Kirche gebaut werden soll.» Am 13. Februar war Bischof Ballin dann zu einer Begegnung des Königs mit allen Religionsvertretern des Landes geladen, wobei er den Ehrenplatz neben dem König innehatte. Bei dieser Gelegenheit dankte der Bischof für das Geschenk des Kathedralen-Grundstücks.

 


 

Kirche wird zur Moschee

Der Umbau einer ehemaligen Kirche in eine Moschee sorgt in Hamburg für Schlagzeilen. Mancher fände Abriss besser als Umnutzung. Doch die Al-Nour-Gemeinde plant bereits den Umbau. Die Kapernaum-Kirche ist seit 2002 entwidmet und gehörte seit 2005 einem privaten Investor, von dem Al-Nour sie 2012 erwarb. Die Kulturbehörde bestätigte, dass die muslimische Gemeinde ihre Umbaupläne mit dem Denkmalschutzamt abstimmen werde. Der Altar und das Kreuz, die sich nun im Besitz der Al-Nour-Moschee befinden, würden an eine christliche Gemeinde verschenkt. Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, werde sich von aussen kaum etwas verändern.

 


 

Islamische Feiertage in Deutschland

Eine Expertenkommission zum Thema «Zukunft der Arbeit» empfiehlt in Deutschland die Einführung von zwei gesetzlichen Feiertagen für Angehörige nicht-christlicher Religionen wie Muslime oder Juden. Das Feiertagsrecht wirke sich zunehmend als «Ungleichbehandlung von Religionen» aus. Die Experten, darunter auch der Chef der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis, fordern den Gesetzgeber auf, die Feiertagsregelungen zu überprüfen. Der Kommissionsbericht wurde Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) übergeben. In den Staatsverträgen mit Islamverbänden hatten die Stadtstaaten Hamburg und Bremen im vergangenen Jahr geregelt, dass einige islamische und alevitische Feiertage (Ramadan, Opferfest und Schura) wie kirchliche Feiertage behandelt werden. Muslimische Arbeitnehmer haben an diesen Feiertagen ein Anspruch auf einen freien Tag, müssen diesen aber nacharbeiten oder Urlaub nehmen. Auch Schüler können sich an diesen drei Feiertagen beurlauben lassen. Die islamischen Feiertage sind damit kirchlichen Feiertagen wie etwa dem Buss- und Bettag gleichgestellt.

 


 

"Pille danach" zulässig

Nach der Deutschen hat auch die Spanische Bischofskonferenz die „Pille danach“ für vergewaltigte Frauen für zulässig erklärt. Voraussetzung sei, dass die Medikamente keine abtreibende Wirkung hätten und nicht einen bereits entstandenen Embryo töteten. Da eine Vergewaltigung ein Akt der Ungerechtigkeit und der Gewalt darstelle, sei es legitim, eine Befruchtung zu verhindern. Die Schweizer Bischöfe wollen sich zuerst von Fachleuten beraten lassen, ehe sie sich zur Frage äussern.

Anfang Januar sorgten zwei katholische Kliniken in Köln für einen landesweiten Skandal. Beide Kliniken lehnten die Aufnahme einer 15-jährigen vergewaltigten Frau ab und verweigerten die Verabreichung der sogenannten "Pille danach". Die heftigen Reaktionen in allen politischen Lagern haben den konservativen Kölner Kardinal Joachim Meisner zu einem in der katholischen Kirche ungewöhnlichen Schritt nach vorn gebracht. „Die Ärzte in katholischen Einrichtungen sind aufgefordert, sich rückhaltlos der Not vergewaltigter Frauen anzunehmen“, schreibt Meisner in einer Erklärung. Eine so genannte „Pille danach“ sei nach einer Vergewaltigung seiner Meinung nach vertretbar, um die Befruchtung zu verhindern. Es sei aus seiner Sicht auch „nichts dagegen einzuwenden“, wenn katholische Ärzte Vergewaltigungsopfer „auch über Methoden, die nach katholischer Auffassung nicht vertretbar sind, aufklären“.

 


 

Kampf um Papst-Kleider

In Rom wird seit Wochen darüber gerätselt, wer die Robe für den kommenden Papst anfertigen wird. Zwei spezielle Schneidereien sind in Rom um den prestigereichen Auftrag im Rennen. Die Familie Gammarelli, die seit 1793 die Purpurträger im Vatikan kleidet, und der jüngere Konkurrent Euroclero, der Ratzinger als Kardinal wie auch als Papst belieferte. Die Schneiderei, die den Auftrag aus dem Vatikan erhält, muss bis zum Beginn des Konklave drei komplette Papst-Roben anfertigen - in den Grössen Small, Medium und Large. Da unklar ist, welche Statur der neue Pontifex haben wird, müssen verschiedene Gewänder genäht werden. Arbeitslos wird nun Antonio Arellano, der für Papst Benedikt jeweils die speziellen roten Schuhe kreierte.

 


 

Deutsche Kirchen für freien Sonntag

Die evangelische und die katholische Kirche rufen zum Schutz des Sonntags als arbeitsfreien Tag auf. «Wir brauchen den Sonntag, damit wir Zeit für Familie, für Freunde und für uns haben», werben der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, und der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. In ihrer gemeinsamen Erklärung kritisieren die Kirchen die Ausweitung der Sonntagsarbeit: «Leider müssen wir feststellen, dass die Zahl derjenigen, die sonntags arbeiten, in Deutschland rasant und branchenübergreifend ansteigt. Menschen brauchen eine Zeit des Auf-Atmens, damit Körper, Geist und Seele zur Ruhe kommen können», heben Schneider und Zollitsch hervor. Deshalb diene der Schutz des Sonntags der gesamten Gesellschaft.

 


 

Deutsche wollen Reformen

88 Prozent der Deutschen sind einer Umfrage vom ZDF zufolge der Meinung, katholische Priester sollten heiraten dürfen. 83 Prozent sind für Frauen im Priesteramt. 81 Prozent sind auch für die kirchliche Heirat von Geschiedenen. Zudem fordert eine Mehrheit, die katholische Kirche solle sich stärker an den Wünschen der Basis orientieren. Bei strittigen Themen sollten nach Meinung von 79 Prozent aller Befragten und 74 Prozent der Katholiken die Wünsche der Kirchenmitglieder als Richtschnur dienen, nur elf Prozent (Katholiken: 15 Prozent) sind der Meinung, die Kirche solle sich nach ihren traditionellen Grundsätzen richten.

 


 

Deutscher wird Bankenchef im Vatikan

Vor einem Jahr musste der Leiter der skandalumwitterten Vatikanbank IOR, Ettore Gotti Tedeschi, seinen Posten verlassen. Nun hat der scheidende Papst einen deutschen Landsmann auf den Posten berufen. Der Anwalt Ernst von Freyberg ist Mitglied des Malteserordens.

 


 

Moscheen in Frankreich mit Hakenkreuzen beschmiert

In Frankreich haben Unbekannte drei Moscheen mit antiislamischen Slogans und Hakenkreuzen besprüht. Der französische Islamrat (CFCM) verurteilte die Taten als geschmacklos und forderte Staatspräsident François Hollande auf, klarzustellen, dass der Kampf gegen Islamophobie eine nationale Angelegenheit sei. Innenminister Manuel Valls erklärte, Frankreich werde "solche Provokationen, die versuchen, das Land zu teilen, niemals akzeptieren." Bereits im September hatten Unbekannte die Moschee in Limoges mit Exkrementen beschmiert; ein paar Wochen zuvor waren Nazi-Symbole auf die Türen gesprüht worden. Im August legten Unbekannte im südwestfranzösischen Montauban vor einer Moschee zwei Schweineköpfe ab. Laut einer Statistik der Beobachtungsstelle für Islamophobie wurden 2012 mehr als 200 islamfeindliche Straftaten registriert.

 


 

Missbrauchs-Prävention online

In der Missbrauchs-Prävention setzt die katholische Kirche auf neue Medien: Die Internetplattform "http://elearning-childprotection.com" soll Priester, Diakone und Ordensleute für das Thema sensibilisieren und sie umfassend informieren, damit sie beim Verdacht von Kindesmissbrauch wissen, was zu tun ist. Das Projekt hat bereits eine erste Testphase hinter sich und baut ähnliche Projekte in Afrika, Asien und Südeuropa auf.

 


 

US-Bistum plant Spendenaktion

Das durch Missbrauchsfälle beinahe bankrotte Erzbistum Los Angeles will 200 Millionen Franken Spenden einwerben. Die Kirchenleitung habe ein Beratungsunternehmen in New York mit einer Durchführungsstudie beauftragt. Den Angaben zufolge übersteigen die Verbindlichkeiten des US-Erzbistums die Vermögenswerte um 80 Millionen Franken. 2007 hatte die Kirche von Los Angeles die Rekordsumme von 660 Millionen Franken an mehr als 500 mutmassliche Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kleriker gezahlt. Laut einem Finanzbericht vom Dezember bedient das Erzbistum noch immer Darlehen von insgesamt 175 Millionen Franken, die es für die Entschädigungen aufnehmen musste. Die letzte Fundraising-Aktion fand im Jahr 1949 statt und warb innert drei Wochen 3,5 Millionen Dollar für neue Schulen ein. Damals zählte das Erzbistum 650 000 Katholiken; heute sind es fünf Millionen.

 


 

Kardinal Schönborn schützt Flüchtlinge

Heftige Kritik an jenen Aktivisten, „die die Not der Flüchtlinge in der Votivkirche für ihre Ideologie missbrauchen“, übt Kardinal Christoph Schönborn. Diese Aktivisten wollten „eine Änderung des Systems um jeden Preis“, koste es auch die Gesundheit der Flüchtlinge. Schönborn wörtlich: „Diese Ideologen scheuen vor nichts zurück.“ Das sei erschütternd. Bei den Aktivisten handle sich um Personen, „denen es sehr gut geht und die sich nicht die Finger schmutzig machen wollen“, so der Wiener Erzbischof. Konkrete Hilfsdienste leisteten sie nicht. Dagegen würden sich Caritas, Johanniter und viele Menschen in der Pfarrei seit über einen Monat lang schon ganz konkret für die Flüchtlinge einsetzen und sie betreuen.

 


 

Weltethos-Zepter geht nicht an Horst Köhler

Der Schweizer Theologe Hans Küng wollte die Führung der Stiftung Weltethos an den deutschen Alt-Bundespräsident Horst Köhler abgeben. Doch hat sich Köhler wegen anderer Verpflichtungen zurück gezogen. Nun geht das Amt an den Präsidenten des Staatsgerichtshofs für das Land Baden-Württemberg, Eberhard Stilz.

 


 

Vatikan-Millionen unterstützten Alliierte

Mit Devisen und Gold hat der Vatikan von 1940 bis 1945 die Kriegführung der Alliierten gefördert. Die Historikerin Patricia McGoldrick fand lange gesperrte Anweisungen für Gelder, die bis nach Indien gingen.

 


 

Russischer Priester nach Kritik am Kreml suspendiert

Die russisch-orthodoxe Kirche hat einen Kreml-kritischen Priester für fünf Jahre vom Dienst suspendiert. Der für die Moskauer Diözese zuständige Metropolit Juwenalij von Krutizy und Kolomna begründete dies mit "eigenmächtigen" Handlungen des Popen Dmitrij Swerdlow in einer Vorort-Pfarrei. Russische Medien verwiesen darauf, dass Swerdlow selbst beobachtete Manipulationen bei den Parlamentwahlen Ende 2011 kritisiert hatte. In einem vielbeachteten Beitrag auf dem religiösen Internetportal "pravmir.ru" hatte der Priester geschrieben, der Regierungspartei "Geeintes Russland" seien in einem Moskauer Wahllokal vier Mal so viele Stimmen zugeschrieben worden wie der Kommunistischen Partei, obwohl beide Stimmzettelstapel gleich hoch gewesen seien. Zudem hat der Geistliche die inhaftierten Musikerinnen der Punkband "Pussy Riot", die vor einem Jahr in der grössten Moskauer Kathedrale aufgetreten waren, in Schutz genommen.

 


 

Kirche leidet an radikal-katholischen Medien

Nur eine Woche, nachdem das Internetportal kreuz.net verboten und auch kreuz-net.info vom Netz genommen wurde, ist es mit österreichischer Kennung versehen abermals online. Die Seite www.kreuz-net.at weist im Impressum mit Günther Schneeweiss-Arnoldstein den gleichen Verantwortlichen aus wie die zuvor offline gegangene Seite kreuz-net.info. Der Farbenbruder Schneeweiss redigierte die radikale Seite www.couleurstudent.at und wurde durch homophobe und antisemitische Ausfälle bekannt. Die Kirche hat auch zunehmend Ärger mit der fundamental-katholischen Internetseite gloria.tv. Mitte Januar 2013 bezeichnete eine Sprecherin von gloria.tv die Redaktoren von kreuz.net als mutige Katholiken.

 


 

Gottesdienst-Besuch online buchen

Weil eine charismatische überkonfessionelle Freikirche NCC in Singapur sich vor Besuchern kaum retten kann, lässt sie ihre 5000 Plätze im Gottesdienst jetzt online buchen. Die rasch wachsende Gemeinde "New Creation Church" liess die Kirche für 311 Millionen Euro bauen. Das Buchungs-System trägt den sinnigen Namen "Noah" (New Creation Church Online Access Hub).

  


 

Christen in Ägypten wollen gemeinsamen Kirchenrat gründen

In Ägypten wollen sich Vertreter verschiedener Konfessionen in einem nationalen Rat christlicher Kirchen zusammenschließen. Er soll gemeinsames Agieren der orthodoxen Kopten, Katholiken, Griechisch-Orthodoxen und Protestanten im sozialen und politischen Bereich erleichtern. In den vergangenen Monaten hätten schon mehrere Treffen von Vertretern der christlichen Konfessionen zur Bewertung des "Arabischen Frühlings" stattgefunden, berichtet Kath.net. Momentan würden die Statuten für den Kirchenrat erarbeitet. Wesentlich dazu beigetragen hätte die ökumenische Offenheit des neuen koptisch-orthodoxen Papstes Tawadros II. Seit seinem Amtsantritt im November habe sich der Dialog zwischen den christlichen Kirchen des Landes deutlich verbessert, sagte der katholische Weihbischof Boutros Fahim Awad Hanna aus Alexandria.

 


 

Kässmann schadet der Ökumene

Der Göttinger Historiker Hartmut Lehmann übt Kritik an der evangelischen Theologin Margot Kässmann. In ihrer Eigenschaft als Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017 zeichne Kässmann ein falsches Bild vom Reformator Martin Luther, schreibt Lehmann in DIE ZEIT. Diese Darstellung könne sich auch negativ auf das Verhältnis zur katholischen Kirche auswirken. Der Direktor am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen nennt als Beispiele das Aufgreifen des angeblichen Thesenanschlages und des Luther nur zugeschriebenen Zitates „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Historikern falle auf, dass es sich bei beidem um Material „aus dem Arsenal der Lutherlegenden“ handle, so Lehmann. Wer 2012 die Darstellung des Thesenanschlags undifferenziert übernehme, „vergibt die Chance, das Gespräch mit der katholischen Kirche über eine weitere Annäherung zu intensivieren.“ Es gehe nicht nur darum, „dass die Reformationsbotschafterin Ergebnisse der Reformationsforschung ignoriert und sich stattdessen auf populäre Lutherlegenden beruft“, betont Lehmann. „Ebenso bedenklich ist, dass sie bisher mit dem Verweis auf polemisch-abgrenzende Projektionen Chancen vergibt, die im Interesse aller Christen liegen.“

 


 

Millionen entsorgte Embryonen

Nur ein Bruchteil der für die In-Vitro-Fertilisation (IVF) künstlich erzeugten Embryonen wird auch benutzt, bestätigen britische Kinderwunsch-Kliniken. Seit 1991 wurden in Grossbritannien rund 3,5 Millionen Embryonen für IVF erzeugt. Benutzt wurden allerdings nur 1,4 Millionen. Jeder sechste Versuch führte zu einer Schwangerschaft. Lord David Alton, der die Offenlegung der Daten gefordert hatte, sprach sich gegen die Zerstörung von Embryonen in „industriellen Mengen“ aus und forderte technischen Fortschritt in der Medizin. Die 1,7 Millionen Embryonen, die nicht implantiert wurden, sind in den meisten Fällen ungebraucht entsorgt worden. Auch in Österreich und der Schweiz wird der Embryonenschutz nicht mehr so streng genommen wie noch vor einigen Jahren.

 


 

Missbrauch-Skandal ist nicht aufgearbeitet

Der Jesuitenpater Klaus Mertes verschickte vor drei Jahren jene E-Mail, die einen bundesweiten Skandal auslöste und die katholische Kirche in eine tiefe Krise stürzte. Heute ist Mertes Schuldirektor im Schwarzwald und der Missbrauchsskandal alles andere als aufgearbeitet. Zum Jahresende hat die Telefon-Hotline der Bischofskonferenz ihre Arbeit eingestellt, nach mehr als 8000 Gesprächen und 400 Online-Beratungen. Ein Komitee hat 1200 Anträge auf Zahlungen geprüft - und die meisten anerkannt. Die Zahl der tatsächlichen Opfer dürfte wesentlich höher liegen. Drei Jahre sind kurz, wenn es um die tatsächliche Aufarbeitung dessen geht, was da im Frühjahr 2010 offenbar wurde: dass die katholische Kirche sich über den "katholischen Geschmack" des Missbrauchs klar werden muss, wie es Mertes formulierte. Sie muss über die dunklen Seiten der zölibatären Lebensform der Priester nachdenken, über das Männerbündische, sich abschottende kirchliche Insiderkulturen, über mögliche Täterprofile und Schweigestrukturen. Klaus Mertes hat in einem gerade erschienenen Buch über das Frühjahr 2010 der katholischen Kirche vorgeworfen, sie orientiere sich immer noch zu sehr am Image-Denken: "Indem sich die Institution mit Image-Fragen befasst, befasst sie sich mit sich selbst und bekommt die Opfer nicht in den Blick - oder sie fallen nach einer kurzen Phase des Schreckens wieder aus der Wahrnehmung heraus."

 


 

Der die das Gott

In einem Interview der Wochenzeitung „Die Zeit“ erklärte die deutsche Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, dass „der Gott“ auch „das Gott“ heissen könne - aus Gründen der Geschlechtsneutralität. Aus ihrer eigenen Partei hagelt es seither Kritik von allen Seiten. Bayerns Sozialministerin von der CSU, Christine Haderthauer, meinte: „Dieser verkopfte Quatsch macht mich sprachlos."

 


 

Bank friert Gelder für kirchliche Vollversammlung ein

Aufgrund der Wirtschaftsblockade der USA gegen Kuba musste die 6. Vollversammlung des Lateinamerikanischen Rates der Kirchen (CLAI), die vom 19. bis 24. Februar 2013 in Havanna, Kuba, stattfinden sollte, verschoben werden. Die amerikanische Zweigstelle der ecuadorianischen Bank Pichincha in Miami habe eine von der CLAI-Hauptgeschäftsstelle in Quito, Ecuador, getätigte Einzahlung eingefroren. Das Geld sollte nach Kuba überwiesen werden, um die Kosten für Unterkunft und Verpflegung der 400 Delegierten und anderen Teilnehmenden an der Tagung in Kuba abzudecken.

 


 

Luther rehabilitieren

Die frühere lutherische Bischöfin Margot Kässmann erwartet von der katholischen Kirche, dass sie bis 2017 die Exkommunikation des Reformators Martin Luther aufhebt. „Das fordern ja auch Katholiken wie etwa Hans Küng”, sagte die Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für das Reformationsjubiläum 2017. Am 31. Oktober 2017 jährt sich zum 500. Mal Luthers Thesenanschlag, der den Anstoss zur Reformation gab. In deren Folge kam es zur Spaltung der katholischen Kirche und 1521 zur Exkommunikation Luthers durch Papst Leo X. Als ihre grösste Hoffnung bezeichnete Kässmann, „zusammen Abendmahl feiern zu können“. Viele ökumenische Kommissionen hätten gezeigt, „dass das theologisch verantwortbar ist“.

 


 

Kirche ist zu feminin

Viele Männer haben nach den Worten des Wiener Pastoraltheologen Paul Zulehner einen eigenen Zugang zum Glauben. Die traditionellen Formen des Gottesdienstes erschienen ihnen "als zu verweiblicht, zu marianisch", sagte Zulehner der "Süddeutschen Zeitung". Das sei in ihren Augen etwas für Männer mit einer unbearbeiteten Mutterbeziehung, die nur ihre Muttersehnsucht auf die Kirche verlagerten, statt erwachsene Männer zu sein. Wirkliche Männer wollten "raus in die Natur, wandern, in die Wüste". Zulehner bejahte, dass Männer herbe Gesten bräuchten, dann aber auch einen Zugang zu Religion und Sinnsuche fänden.

 


 

Tag- und Nacht-Kitas

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck plädiert für Kinder-Tagesstätten (Kitas), die auch nachts geöffnet haben. Manche Eltern müssten nachts arbeiten. „Da braucht es doch Orte, wo Kinder einen verlässlichen Ansprechpartner haben.“ Dies gelte gerade dann, wenn Alleinerziehende überfordert oder soziale Beziehungen schwierig seien. Damit rede er nicht der staatlichen Erziehung das Wort; es gehe darum, gefährdeten Kindern einen Schutzraum zu bieten. Eltern müssten bei bestehender Notwendigkeit ihr Kind in gute Hände geben können.

 


 

Hollande will Mord an algerischen Mönchen aufklären

Frankreichs Staatspräsident François Hollande will sich für eine Aufklärung der Mönchsmorde im algerischen Kloster Tibhirine 1996 einsetzen. Dies forderte Hollande bei seinem Staatsbesuch in Algerien im Dezember. Islamische Fundamentalisten hatten im März 1996 sieben Trappistenmönche aus dem Kloster im Atlasgebirge entführt. Einige Wochen später wurden sie enthauptet aufgefunden. Bis heute ist unklar, ob sie von ihren Entführern oder irrtümlich vom algerischen Militär getötet wurden. Der französische Regisseur Xavier Beauvois griff die Ereignisse 2010 in seinem vielfach preisgekrönten Film "Von Menschen und Göttern" auf.

 


 

Bentley entlässt Werkspfarrer

Das Bentley-Werk im englischen Crewe hat seinen langjährigen Werksgeistlichen entlassen. Unmittelbar vor Weihnachten gab der Hersteller von Edelkarossen Pfarrer Francis Cooke die Kündigung. Die Anstellung eines anglikanischen Geistlichen könnte Anstoss bei Nichtchristen erregen, so die Begründung. Cooke hatte zehn Jahre für das Unternehmen in der mittelenglischen Grafschaft Cheshire gearbeitet. Viele Angestellte hätten mit ihm über ihre Nöte gesprochen, etwa über familiäre Probleme und gescheiterte Ehen. Als Seelsorger habe er keineswegs nur mit Christen geredet. Die Belegschaft hat bereits eine Petition zur Wiedereinstellung des Werkspfarrers gestartet.

 


 

Todesfahrer mit zehn Jahren Kirchbesuch bestraft

Der 17-jährige Tyler Alred hat einen Unfall verursacht, bei dem sein Kumpel starb. Der Teenie wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt. Richter Mike Norman verurteilte den Täter statt zu einer langen Haftstrafe zu wöchentlichen Kirchenbesuchen für die nächsten zehn Jahre. Richter Norman ist überzeugt, damit mit seiner spirituellen Strafe das Beste getan zu haben.

 


 

Vatikan entzieht Pfarrer Schüller päpstlichen Ehrentitel

Mit seinem "Aufruf zum Ungehorsam" hat der Wiener Pfarrer Helmut Schüller in der katholischen Kirche für Aufregung gesorgt. Nun wurde er vom Vatikan mit dem Entzug des Ehrentitels "Monsignore" abgestraft. "Das ist für mich kein Drama", sagte der Reformer. Schüller hatte den Ehrentitel in seiner Zeit als Caritas-Präsident verliehen bekommen. Im kommenden Jahr will Schüller eine internationale Konferenz reformorientierter katholischer Initiativen organisieren.

 


 

Anglikaner gegen Bischöfinnen

Der Erzbischof von Canterbury und ehemaliges Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, Rowan Williams, setzte sich stark für die Bischofsweihe von Frauen in der anglikanischen Kirche ein. Alle drei "Häuser" des Gremiums, die Bischöfe, die Kleriker und die Laien, hätten die Zulassung der Frauen zum Bischofsamt je mit einer Zweidrittelmehrheit billigen müssen. Doch bei den Laien fehlten sechs Stimmen (132 zu 74). Nach dem Nein durch die anglikanische Generalsynode ging Williams hart mit dem kirchlichen Parlament ins Gericht. Die Kirche von England habe damit "eine Menge Glaubwürdigkeit verloren". Der neue Primas Justin Welby hatte sich ebenfalls deutlich für die Zulassung von Frauen für das Bischofsamt ausgesprochen. Ein neuer Anlauf für das Vorhaben ist nun nicht vor 2019 zu erwarten.

 


 

Holländer erlauben Blasphemie

Blasphemie könnte in den Niederlanden bald nicht mehr strafbar sein. Eine Mehrheit im Parlament ist für die Abschaffung des Paragrafen, der Gotteslästerung unter Strafe stellt, wie niederländische Medien am 29. November berichten. Das Gesetz werde seit Jahrzehnten nicht mehr angewendet, so die Begründung. Seit 1968 sei in den Niederlanden niemand mehr wegen «Offensiver Blasphemie» verurteilt worden. Beleidigungen von Königin Beatrix sollen dagegen den Angaben zufolge weiterhin bestraft werden. Im Haager Parlament wird seit Jahren über die gesonderte Strafbestimmung für Gotteslästerung debattiert. Das gesetzliche Verbot von Gotteslästerung gilt seit 1932.

 


 

Deutsche Bischöfe schreiben den Priestern

Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben allen Priestern einen Brief zukommen lassen, Darin sprechen sie über die veränderten Aufgaben und Herausforderungen für die Seelsorge. Im Brief geht es um die Beheimatung des Priesters in den grösseren Pastoralräumen, über priesterliche Wohnformen und um das Miteinander von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern.

 


 

Holocaust-Leugner aus Piusbruderschaft entlassen

Richard Williamson, der 1988 von Erzbischof Marcel Lefebvre widerrechtlich zum Bischof geweiht wurde, sorgte durch die Leugnung des Holocaustes in einem Interview aus dem Jahr 2009 für einen weltweiten Skandal. Nun wurde er aus der Piusbruderschaft wegen Ungehorsam gegenüber den Oberen ausgeschlossen.

 


 

Kirche unterstützt Hungerstreik von Asylsuchenden

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) unterstützt zentrale Forderungen der protestierenden Flüchtlinge in Berlin. „Die Proteste zeigen, wie verzweifelt die Menschen sind, und offenbaren die derzeitigen Missstände im Umgang mit Asylbewerbern“, betonte JRS-Flüchtlingsanwalt Heiko Habbe. Die Aufhebung der Residenzpflicht und eine bessere medizinische Versorgung, gerade von traumatisierten Flüchtlingen, seien auch Forderungen des JRS. Rund 50 Flüchtlinge protestieren seit Anfang November Brandenburger Tor; einige befinden sich im Hungerstreik. Die Flüchtlinge fordern grundlegende Änderungen im Umgang mit Asylbewerbern in Deutschland. Dazu gehört die Abschaffung der Flüchtlingsunterkünfte, ein allgemeiner Abschiebestopp und eine Arbeitserlaubnis für Asylbewerber.

 


 

Apple-Logo als Zankapfel

Der Apple-Konzern steht derzeit in der Kritik einiger fanatischer orthodoxer Christen in Russland. Ihrer Ansicht nach symbolisiere das Apple-Logo, also der angebissene Apfel auf den Produkten, den Sündenfall durch Adam und Eva im Garten Eden, als sie vom Baum der Erkenntnis assen. Somit würde Apple durch das Firmen-Logo religiöse Gefühle verletzen. Einige Kritiker haben bereits Apple-Logos durch Kreuz-Symbole überklebt. Die russische Regierung arbeitet derzeit an einer drastischen Verschärfung der sogenannten Anti-Blasphemie-Gesetze. Dabei stelle die Verletzung religiöser Gefühle eines Gläubigen in Russland einen Straftatbestand dar.

Kommentar der Redaktion:

Apple könnte einer Klage mit einem einfachen bibelwissenschaftlichen Argument aus dem Weg gehen: In der Bibel steht lediglich, dass Eva von einer Frucht gegessen hat. Von einem Apfel ist nicht die Rede.

 


 

Kirchenfeind Europa?

Vom 7.-28. Oktober fand die Bischofssynode in Rom statt. Zunächst präsentierten die Bischöfe die religiöse Situation in den einzelnen Kontinenten. Für Europa sprach Kardinal Peter Erdö, Erzbischof von Esztergom-Budapest: „Trotz einiger positiver Erfahrungen breitet sich in weiten Teilen des Kontinents eine immer grössere Ignoranz in Fragen des christlichen Glaubens aus. Viele Medien stellen den christlichen Glauben und seine Geschichte häufig in diffamierender Weise dar und verbreiten so in der Öffentlichkeit falsche Informationen über den Inhalt unseres Glaubens und das Leben der Kirche. Auch unsere Katechese, vor allem die, die in staatlichen Instituten erfolgt, stösst an Grenzen. In den öffentlichen Schulen vieler Ländern ist ein Unterricht über die Religion oder die Religionen möglich, aber nicht über die katholische Religion. Solch ein sogenannter neutraler Religionsunterricht birgt jedoch die Gefahr einer Erziehung zum Synkretismus und Indifferentismus.“

Kommentar der Zentralredaktion:

Es ist selbstverständlich schwierig bis unmöglich, in wenigen Sätzen die religiöse Situation in einem sehr heterogenen Kontinent darzustellen. Ob allerdings die Schelte an die Medien als Sündenböcke für den Glaubensverlust gerechtfertigt ist und ob es tatsächlich die Aufgabe der öffentlichen Schulen ist, Kinder im katholischen Glauben zu erziehen, dürfte der Mehrheit unter den katholischen Seelsorgern, Theologinnen und Gläubigen fragwürdig erscheinen. Immerhin ist es aufschlussreich, worüber der Rat der Europäischen Bischöfe offenbar jammert und wovon er heimlich träumt.

 


 

Hildegard von Bingen wurde Kirchenlehrerin

Die heilige Hildegard von Bingen wurde zur Kirchenlehrerin erhoben. Der Papst proklamierte die Äbtissin und Visionärin des 12. Jahrhunderts sowie den hl. Johannes von Avila zu „Ecclesiae Universalis doctores“. Es gibt mit diesen beiden insgesamt nur 35 Kirchenlehrer, und nur vier von ihnen sind Frauen: neben Hildegard von Bingen sind die Katharina von Siena (1347-1380), Teresa von Avila (1515-1582) und Thérèse von Lisieux (1873-1897).  Aus dem deutschsprachigen Raum gehören ausser Hildegard bislang Albertus Magnus (um 1200-1280) und Petrus Canisius (1521-1597) zu den Kirchenlehrern.

 


 

Vatikan für die Vernichtung aller Atomwaffen

Der Vatikan fordert eine vollständige Vernichtung aller Nuklearwaffen-Arsenale in der Welt. Die internationale Gemeinschaft müsse eine globale rechtliche Grundlage für die systematische Zerstörung dieser Waffen schaffen, sagte der vatikanische Außenminister Erzbischof Dominique Mamberti vor der Generalversammlung der internationalen Atomenergie-Behörde IAEA in Wien. Es gebe eine Nukleartechnik für das Leben und eine für den Tod. Beide verfolgten entgegengesetzte Zwecke, die eine wolle entwickeln, die andere zerstören, so Mamberti. Es sei „moralisch ungenügend", die Arsenale einfach nur um überflüssige Nuklearwaffen zu reduzieren, gleichzeitig aber horrende Summen in die Modernisierung der verbliebenen Bestände zu investieren, heißt in seiner am Donnerstag vom Vatikan veröffentlichten Rede. Die Vernichtung müsse „vollständig, unumkehrbar und überprüfbar" unter internationaler Kontrolle erfolgen. Nur so sei sichergestellt, dass diese Waffen nicht mehr zum Einsatz kämen. (kipa)

 


 

Glauben als Asylgrund

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Menschen, die ihre Religion in ihrer Heimat nicht gefahrlos öffentlich ausleben können, Anspruch auf Asyl haben. Im konkreten Fall waren zwei Mitglieder der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinschaft, eine islamische Erneuerungsbewegung, aus Pakistan nach Deutschland geflohen. Sie beantragten Asyl und Schutz als Flüchtlinge, da sie wegen ihrer Glaubensrichtung gezwungen waren, ihr Heimatland zu verlassen. In Pakistan drohen Ahmadiyya-Mitgliedern bis zu drei Jahre Haft, wenn sie von sich behaupten, Muslime zu sein, ihren Glauben als "Islam" bezeichnen, oder wenn sie um neue Anhänger werben. Bei den deutschen Behörden hatten die Flüchtlinge angegeben, dass sie in ihrem Heimatdorf mehrmals von einer Gruppe von Leuten geschlagen, mit Steinen beworfen und mit dem Tode bedroht wurden. Grund sei lediglich ihr Beten auf dem öffentlichen Gebetsplatz gewesen. Die deutschen Behörden werteten dies nicht als «asylrelevante» Verfolgung. Die Flüchtlinge hätten ihren Glauben einfach nicht in der Öffentlichkeit ausüben müssen, hiess es. Der EU-Gerichtshof stellte nun klar, dass die Religionsfreiheit auch das Ausüben des Glaubens in der Öffentlichkeit garantiere. Drohen dabei schwere Strafen, sei dies als Verfolgung anzusehen.

Immer mehr junge Iraner kommen in Deutschland zum Glauben an Jesus Christus. Gerade erst wurden 14 Iraner in Berlin getauft. Auch in Österreich wachsen die persischen Gemeinden. Diakonisse Rosemarie Götz tauft Iraner im «Haus Gotteshilfe» in Berlin. Viele der Immigranten hätten im Namen des Islam Gewalt und Folter erlitten. In Deutschland leben rund 1000 konvertierte Iraner, die meisten von ihnen sind zwischen 25 und 45 Jahren alt. In ihrer Heimat droht den Immigranten wegen der Konversion zum Christentum die Todesstrafe. Darum erschwert die Konversion automatisch die Abschiebung in den Iran.

 


  

Deutscher Bischof meldet sich arbeitslos

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann (49) hat sich Mitte August arbeitslos gemeldet. Beim Besuch der Agentur für Arbeit in Trier wollte er nach eigenen Angaben am eigenen Leib erfahren, welche Anforderungen dort auf einen Arbeitslosen bei seiner ersten Meldung zukommen. Der Bischof füllte Papiere aus und wurde in einem Gespräch beraten. Im Rahmen des Solidaritätsfonds "Aktion Arbeit" des Bistums Trier engagiert sich Ackermann besonders für Langzeitarbeitslose.

 


 

UNO-Beauftragter vermisst Respekt gegenüber Religionen

Eine wachsende Respektlosigkeit gegenüber Religionen sieht der Uno-Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit, der Erlanger Politikwissenschaftler Heiner Bielefeldt. Ein aggressiver, verächtlicher Grundton gegenüber Religionen findet laut Bielfeldt immer öfter breite Resonanz. Kritik und Reformaufrufe an Religionen seien legitim, so Bielefeldt im Kontext der jüngsten Beschneidungs-Debatte, "aber im herrischen Ton mit dem Strafrecht zu drohen, ist kein geeignetes Mittel, um interne Debatten voranzubringen. Das ist vielmehr Ausdruck von Respektlosigkeit". Aus Sicht des Wissenschaftlers waren bislang vor allem Muslime in Deutschland Ziel einer verächtlich aggressiven Religionskritik. Die Beschneidungsdebatte zeige, dass nun auch das Judentum und Religionen insgesamt betroffen seien.

 


 

Vatikan für Finanztransaktionssteuer

Kurienkardinal Peter Kodwo Appiah Turkson hat sich für die Einführung der Finanztransaktionssteuer ausgesprochen. Das wäre ein Weg, Wirtschaft und Finanzen wieder zu ihrer eigentlichen gesellschaftlichen Funktion zurückzuführen, sagte der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden nach Angaben des katholischen Entwicklungs-Dachverbandes CIDSE vom Donnerstag. Globale Entwicklung und Nachhaltigkeit könnten durch eine solche Steuer gefördert werden, zitierte der Dachverband den Kardinal weiter. Der Vatikan hatte sich jüngst in einem Papier zur Wirtschaft- und Finanzkrise unter anderem für eine solche Steuer ausgesprochen. Der Vatikan schlägt darin eine radikale Reform der weltweiten Finanzmärkte vor, u.a. die Einrichtung einer Weltnotenbank, um die Finanzströme unter der Kontrolle der Uno zu regulieren. Für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer hat sich auch der emeritierte Kurienkardinal Walter Kasper ausgesprochen. „Für jedes Brötchen, das wir kaufen, führen wir Mehrwertsteuer ab. Die großen Finanztransaktionen aber sind steuerfrei“, sagte er der Dortmunder Westfälischen Rundschau. Dies sei nicht gerecht. Nur mit Regeln wie Vertrauen und Gerechtigkeit funktioniere die Weltgemeinschaft. Mit Blick auf die Finanzkrise in Europa plädierte Kasper für die Prinzipien „Hilfe und Selbsthilfe“. Von den Deutschen werde derzeit viel Solidarität verlangt. „Das ist auch richtig so“, betonte der Kardinal. Aber es dürfe nicht so sein, dass andere ihre Schulden einfach „sozialisieren“, ohne selbst beim Abbau der Schulden ausreichend zu helfen. „Einfach nur Geld zu geben, verzieht Menschen und wird ihrer Würde nicht gerecht“, so Kasper.

 


 

Deutsche Stadt kündigt der Kirche

Die katholische Kirche kündigte in Königswinter (in Nordrhein-Westfalen) der Erzieherin einer Kindertagesstätte, weil sie sich von ihrem Mann getrennt hatte und zu ihrem neuen Partner zog. Die Kündigung der 47-jährigen Bernadette Knecht wollte die Elternschaft aber nicht hinnehmen. Sie sammelten Unterschriften und sprachen mit kirchlichen Verantwortlichen. Doch die Kirche blieb stur. Ende Januar erhielt Knecht die Kündigung. Der Rückhalt der Pädagogin in der Bevölkerung veranlasste die Stadt Königswinter, der Kirche die Trägerschaft des Kindergartens aufzukündigen.

 


 

Islam-Nachhilfe für Afghanistan-Soldaten

Bei gewalttätigen Protesten über die Schändung des Wortes Gottes sind in Afghanistan bereits mehrere Menschen ums Leben gekommen. Die Proteste richteten sich gegen die Verbrennung von Exemplaren des Korans durch amerikanische Truppen. Soldaten der Schutztruppe ISAF hatten in der amerikanischen Basis Bagram Ausgaben des Korans zwecks Entsorgung zu einer Verbrennungsanlage gebracht.  Die Internationale Schutztruppe zog Konsequenzen: Alle Soldaten mussten an religiösen Schulungen teilnehmen. Dabei wurde ihnen der angemessene Umgang mit religiösem Material wie dem Koran beigebracht. Im Koran selbst finden sich keine Angaben bezüglich einer Entsorgung. Der islamische Klerus aber hat über die Jahrhunderte verschiedene Optionen entwickelt, was mit einem Koran zu geschehen hat, der nicht mehr unmittelbar gebraucht wird. Die ehrenhafteste Methode sieht offenbar das Einwickeln in ein Tuch und Aufbewahren in einer Moschee vor. Eine andere Möglichkeit ist die rituelle Beisetzung in einem Grab auf heiligem Boden. Für Saudis ist das Verbrennen des Koran möglich, wenn dies rituell auf dem Gelände einer Moschee geschieht. Die Asche sollte vergraben oder über Wasser verstreut werden.

 


 

Chinesische Pastoren-Schmiede in Barcelona

In Deutschland leben knapp 80‘000 Chinesen, über 23‘000 von ihnen sind Studierende. Zwar sind nur etwa 4 Prozent Christen, doch gerade die Studenten sind offen für das Evangelium. Hunderte kommen jedes Jahr zum Glauben an Christus. Die Pastoren lassen sich seit fünf Jahren am Internationalen Chinesischen Seminar (ICBSIE) in Barcelona ausbilden. Sie erhalten nach dem dreijährigen Studium einen Bachelor in Theologie und übernehmen in Spanien, Portugal, Frankreich, Deutschland und in China Gemeindeleitungen. Die Unterrichtssprache ist Mandarin, die Professoren kommen aus Taiwan, Ostasien und Australien. Auch die finanzielle Unterstützung des Seminars stammt zum grössten Teil aus Asien. Info (auf Chinesisch): www.cbsie.org

 


 

Kardinal Koch befürwortet alte Messe

Die Wiederzulassung der alten lateinischen Messe ist nach Ansicht von Kurienkardinal Kurt Koch „nur ein erster Schritt“. Die Zeit für weitere Schritte sei jedoch „derzeit wohl nicht reif“. Gerade in Deutschland seien liturgische Fragen ideologisch behaftet. Rom könne erst weiter tätig werden, wenn es unter den Katholiken die Bereitschaft gebe, über neue Liturgieformen „im Dienst der Kirche“ nachzudenken. Im Juli 2007 hatte der Papst verfügt, dass weltweit wieder Messen nach dem tridentinischen Ritus gemäss dem Messbuch von 1962 gefeiert werden dürfen. Das Messbuch von 1970 bleibe aber „die normale Form“ der Eucharistiefeier der römischen Kirche. Koch erwähnte, dass in den Konzilstexten nirgends die Rede davon sei, dass der Priester die Eucharistie den Gottesdienstteilnehmern zugewandt leite. Eine Weiterentwicklung von Gottesdienstformen sei für eine innere Erneuerung der Kirche nötig: „Wenn nämlich die Krise des kirchlichen Lebens heute in erster Linie eine Krise der Liturgie ist, dann muss auch eine Erneuerung der Kirche heute mit der Erneuerung der Liturgie ansetzen.“

 


 

Vatikan verstärkt Uno-Engagement

Der Heilige Stuhl hat – auch im Namen des Staates der Vatikanstadt – mehrere Konventionen der Vereinten Nationen ratifiziert. Der Ständige Vatikanbeobachter bei der UNO, Erzbischof Francis Assis Chullikat, hinterlegte bei der UNO in New York die Ratifikations-Urkunde des Heiligen Stuhls für die UNO-Konvention gegen Drogenhandel; sie stammt aus dem Jahr 1988. Ausserdem trat der Heilige Stuhl offiziell zwei weiteren internationalen Konventionen bei: jener gegen Terrorfinanzierung (1999) sowie jener gegen das organisierte Verbrechen (2000). Damit erhöht der Vatikan, der erst kürzlich der UNO-Weltmigrantenbehörde als Vollmitglied beitrat, seine internationale Vernetzung. Es gehe dem Vatikan um eine moralische Unterstützung für diese Konventionen. Gleichzeitig bekräftige Chullikat den vatikanischen Einsatz für Solidarität, Gerechtigkeit und Frieden unter Personen und Völkern.

 


 

Atheisten fordern einen Tempel in London

Der gebürtige Schweizer Philosoph und Atheist Alain de Botton will im Londoner Finanzdistrikt einen Tempel für nichtgläubige Menschen errichten lassen. Auch wenn Atheisten in Kirchen oder Synagogen willkommen seien, seien diese Gebäude immer noch Orte des Glaubens und damit nicht der richtige Platz für Leute, die nicht an Gott glaubten, so Alain de Botton. Atheisten hätten aber unter Umständen die gleichen Gefühle und Bedürfnisse wie religiöse Menschen. Deshalb sei es wichtig, dass sie einen Ort hätten, wohin sie gehen könnten. Wie "The Guardian" berichtet, soll der Tempel umgerechnet rund 1,2 Millionen Franken kosten und im Finanzdistrikt Londons gebaut werden. Etwa die Hälfte des Geldes kommt von anonymen Spendern.

 


 

Sizilianischer Bischof unterstützt homosexuelle Paare

Der Bischof des sizilianischen Bistums Ragusa, Paolo Urso, hat sich für eine staatliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften in Italien ausgesprochen. Auch wenn es sich um zwei Menschen gleichen Geschlechts handele, die sich für ein Zusammenleben entschieden, sei es "wichtig, dass der Staat diese Tatsache anerkennt", sagte Urso in einem Interview mit dem italienischen Internetportal "Quotidiano.net". Ein laizistischer Staat wie Italien könne das Phänomen gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften nicht ignorieren. Die katholische Kirche hatte sich bisher stets gegen die gesetzliche Gleichbehandlung von homosexuellen Lebensgemeinschaften ausgesprochen.

Auch der 85-jährige ehemalige Mailänder Erzbischof, Kardinal Carlo Maria Martini, äusserte sich im März 2012 zu Gunsten homosexueller Paare. Sie bräuchten eine Anerkennung und einen Platz in der Kirche.

 


 

Katholische Kirche fällt im Stresstest durch

Die veröffentlicht Sinus-Studie zeigt, dass selbst der Papstbesuch im September des vergangenen Jahres die dramatische Kirchenaustrittswelle mit über 181.000 Austritten in Deutschland anno 2011 nicht stoppen konnte. Die Repräsentativuntersuchung des Sinus-Instituts kurz nach dem Papstbesuch ergab zudem, dass eine Million Mitglieder die Kirchen verlassen wollen und sogar fünfeinhalb Millionen Menschen darüber nachdenken. Als wichtigste Ursachen für die gegenwärtige Austrittswelle werden die Zusammenlegung von Kirchengemeinden sowie die Missbrauchskrise genannt. Die Zahl der Austrittsentschlossenen bei den evangelischen Christen liegt ähnlich hoch. Beide grossen Kirchen müssen sich überlegen, wie sie wieder Kontakt erhalten zu den Menschen in ihren sehr unterschiedlichen Lebenssituationen und mit ihren differenzierten sozialen wie religiösen Bedürfnissen. www.vision-glauben-2020.de

 


 

US-Bischöfe schützen Immigranten

33 lateinamerikanisch-stämmige Bischöfe zeigen sich solidarisch mit illegalen Immigranten. Sie bieten den Einwanderern die Teilnahme an Gottesdiensten und für Kinder auch Katechismusunterricht an. In einem Brief, der am Tag Unserer Lieben Frau von Guadalupe am Montag veröffentlicht wurde, wenden sich die Bischöfe an die überwiegend lateinamerikanischen Einwanderer. Sie kündigten an, sich weiterhin für Reformen der strengen US-Migrationspolitik einzusetzen. Die Immigranten verdienen Dank für ihren Beitrag zum Wohlergehen des Landes, heißt es in dem Brief. Stattdessen würden sie wie Kriminelle behandelt, da sie gegen Einwanderungsgesetze verstoßen haben. Gleichzeitig fordern die Bischöfe die Immigranten auf, Akte von Gewalt und Unterdrückung gegen sie anzuzeigen. (reuters)

 


 

Vatikan will stärker für Migranten eintreten

Papst Benedikt XVI. hat mehrmals zu mehr Solidarität mit Migranten und Staatenlosen aufgerufen. Im Dezember trat der Heilige Stuhl zudem der Internationalen Migrationsorganisation in Genf bei: ein Zeichen, wie wichtig man das Thema im Vatikan nimmt, zumal der Heilige Stuhl nur in sehr wenigen internationalen Organisationen Vollmitglied ist. Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den UNO-Einrichtungen in Genf ist der italienische Erzbischof Silvano Tomasi. Dieser betont, der Heilige Stuhl wolle „etwas Spezifisches einbringen: die ethische Stimme“. Und er wolle darauf aufmerksam machen, „dass das Phänomen Migration auch in Zeiten der Wirtschaftskrise nicht unbeachtet bleiben darf und dass es weiter anwachsen wird“.

 


 

Kardinal Koch verärgert Juden in USA  

Viele Juden würden eine Heiligsprechung des Weltkriegspapstes Pius XII. begrüssen. Mit dieser Aussage hat der Leiter des päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Kurt Koch, seine Zuhörer anlässlich seines ersten öffentlichen Auftritts in den USA an der Seton Hall University in New Jersey Anfang November verärgert. Pius XII., Papst von 1939 bis 1958, wird insbesondere von jüdischer Seite vorgeworfen, zum Holocaust, dem millionenfachen Mord an Juden durch Nazi-Deutschland und seine Verbündeten, nicht deutlich Stellung bezogen zu haben. Für Eugenio Pacelli, wie Papst Pius XII. mit bürgerlichem Namen hiess, läuft ein Seligsprechungsverfahren. 2009 wurde ihm von Papst Benedikt XVI. der "heroische Tugendgrad" zuerkannt, der für eine Seligsprechung nötig ist. Koch vertrat auch die Meinung, dass die Öffnung der Vatikan-Archive jener Zeit kein weiteres Licht in die Aktionen von Pius XII. werfen würden und dass alles Wichtige gesagt sei und auf dem Tisch liege. Verständnislos und ungehalten reagierten Rabbiner, Priester, Theologen und Spezialisten in interreligiösen Fragen, als Koch behauptete, die Juden sollten das Kreuz als endgültigen Jom Kippur (Versöhnungstag bzw. Versöhnungsakt) betrachten. Der oberste Verbindungsmann des Vatikans zum Judentum wurde von jüdischer Seite als unqualifiziert und beunruhigend bezeichnet, weil Koch nicht die Mehrheit namhafter jüdischer und katholischer Wissenschaftler zitiert habe, sondern vereinzelte Stimmen vom Rand des Judentums genannt habe.

  


 

Luthers dunkle Seite

Der Theologe Martin Stöhr sprach an einer Veranstaltung in Wiesbaden über Antisemitismus in der DDR im Luthersaal der Lutherkirche über die Gedanken- und Gefühlswelt des späten Martin Luther. Der Reformator liess 1543, drei Jahre vor seinem Tod, schreckliche Hasstiraden gegen die Juden los. Luther formulierte so genannte „treue Ratschläge“ an die Regierenden, in denen er dazu aufrief, die Häuser der Juden zu zerstören und ihre Synagogen niederzubrennen. Auf diese antijüdischen Pamphlete berief sich sogar im Jahre 1945 noch Julius Streicher, der Chefredakteur des antisemitischen NS-Hetzblattes „Der Stürmer“ bei den Nürnberger Prozessen.

 


 

Sterbehilfe an demenzkranker Frau in Holland

In den Niederlanden ist erstmals eine schwer demenzkranke Frau nach aktiver Sterbehilfe ums Leben kommen. Die 64-Jährige habe zwar früh schriftlich angegeben, aktive Sterbehilfe einer Unterbringung in einem Pflegeheim vorzuziehen. Allerdings habe sie vor ihrem Tod ihren Wunsch nicht mehr zum Ausdruck bringen können. Aufsichtskommissionen billigten die aktive Sterbehilfe. Bislang sind in den Niederlanden Fälle von aktiver Sterbehilfe bei Demenz nur in der Anfangsphase der Krankheit gebilligt worden, wenn die Betroffenen ihren Willen noch klar vermitteln konnten. Im Fall der 64-Jährigen sind die Ärzte aber zum Ergebnis gekommen, dass die Frau schwer leide und ihr Todeswunsch fortbestehe.

 


 

Katholische Kirche begrüsst Thronfolge-Änderung in Grossbritannien

Die katholische Kirche in England begrüsst es, dass britische Thronerben künftig einen Katholiken bzw. eine Katholikin heiraten dürfen, ohne ihren Erbanspruch zu verlieren. Diese Entscheidung beseitige "einen Punkt ungerechter Diskriminierung", erklärte der Vorsitzende der Bischofskonferenz von England und Wales, Erzbischof Vincent Nichols. Die 16 Commonwealth-Staaten hatten im australischen Perth ein Gesetz aus dem Jahre 1701 aufgehoben, das die Heirat eines katholischen Partners zum Ausschlusskriterium für die Thronfolge machte.

 


 

Deutsche Bischöfe zensurieren

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK), die seit Monaten ihr Bemühen an einem Dialog mit der Kirchenbasis betont, hat dem Deutschland-Korrespondent der Zeitschrift "Kirche in", Christian Weisner, die Zulassung zu ihrer Herbstvollversammlung vom 4. bis 7. Oktober 2011 in Fulda verweigert. Das internationale, christlich-ökumenische Nachrichtenmagazin "Kirche in" entstand 1987 und erscheint in Wien. Diese Einschränkung der Pressefreiheit überrascht, zumal Weisner noch vor wenigen Wochen vom Bundespresseamt anlässlich des jüngsten Deutschlandbesuches von Papst Benedikt XVI. ohne Probleme als Deutschlandkorrespondent von "Kirche in" akkreditiert wurde. Der Redaktor ist Mitglied der Gesellschaft katholischer Publizisten und ist in der katholischen KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche" engagiert.

 


 

Ethisch Geld anlegen

Ein neuer Leitfaden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt Tipps für ethisch nachhaltige Geldanlagen. Die EKD wirbt darin für Investitionen in regenerative Energien und rät vom Fördern der Rüstungsindustrie ab. Die drei Kriterien Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Ethik sollten die Investitionen bestimmen. Der Leitfaden richtet sich an kirchliche Verwaltungen sowie an Menschen, die mehr über den Umgang mit Geld wissen wollen. Für die Kirche selbst legt die EKD fest: Geldanlagen sollten nicht im Widerspruch zu Gottes Geboten und dem kirchlichen Auftrag stehen. "Der kirchliche Auftrag besteht in der Verkündigung des Evangeliums, im diakonischen Handeln und im Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung in dieser Welt". Ethisch nicht vertretbar seien Investitionen in Betriebe, die Rüstungsgüter, harte Spirituosen oder Tabakwaren herstellen oder vertreiben, kontroverse Formen des Glücksspiels betreiben, mit ihrer Arbeit die Menschenwürde verletzen oder gentechnisch verändertes Saatgut herstellen. Geld soll zudem nach Möglichkeit nicht in Staaten fliessen, die die Todesstrafe praktizieren oder das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert haben, besonders korrupt sind oder die biologische Vielfalt zu wenig achten und schützen.

  


 

Trennung von Religion und Staat in Israel?

Ein 81-jährige Schriftsteller hat vor Gericht durchgesetzt, dass er künftig im Zivilregister als „religionslos“ und nicht mehr als „jüdischen Bekenntnis“ geführt wird. Die Richter befanden in Tel Aviv, jeder Bürger habe das Recht, sich als religionslos zu bezeichnen. Viele Intellektuelle fordern seit langem, im Zivilregister als „Israeli“ eingetragen zu werden und nicht wie bislang als „jüdisch“. Das Innenministerium, das traditionell in der Hand religiöser Parteien ist, wehrt sich gegen die Bezeichnung „israelisches Volk“, weil es Juden und Nicht-Juden einschliesst. Das schadet aus jüdisch-orthodoxer Sicht dem jüdischen Charakter des Staates. Eine zweite Änderung in Israel fordert die Einführung der Zivilehe. Der Zusammenschluss "Forum for free choice in marriage" hat beim Obersten Gerichtshof Klage eingereicht, um die israelische Regierung zur Schaffung eines rechtlichen Rahmens zu zwingen. Zivile Eheschliessungen sind in Israel seit langem ein Streitpunkt. Betroffen sind nach Zeitungsangaben mehr als 300'000 Bürger ohne Religionszugehörigkeit, die derzeit nicht legal im Land heiraten können. Bürger, die keiner Religion angehören, können bislang nur im Ausland legal heiraten. Betroffen von dieser Regelung sind unter anderem Einwanderer aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, deren Zugehörigkeit zum Judentum nicht anerkannt wird, sowie jüdische Konvertiten, die bei Reformrabbinern zum Judentum übergetreten sind.

 


 

Terrorismusbekämpfung - nicht um jeden Preis

Anlässlich des 10. Jahrestags von 9/11 und infolge der der Weiterführung von Guantanamo, der Waterboarding-Folter und der Erschiessung von Usama bin Laden, haben die Deutsche Bischofskonferenz die Terrorismusbekämpfung westlicher Staaten kritisiert. „Es kann keine legitime Abwehr terroristischer Bedrohung ohne die Wahrung der Menschenwürde und der Menschenrechte geben“, sagte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick anlässlich der Präsentation der Schrift „Terrorismus als ethische Herausforderung“. Kritisch betrachten die deutschen Bischöfe vor allem die neuen Sicherheitsgesetze, die nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verabschiedet wurden. Auch im Kampf gegen den Terror dürfe der Staat keine Sondervollmachten erhalten und sich auf einen „Wettlauf der Barbarei einlassen“. Gerade das Folterverbot gehöre zu den „absoluten Normen, die auch in Notstandssituationen unbedingt eingehalten werden müssen“.

 


 

US-Kirchenführer und Rabbiner gegen Sparen bei Ärmsten

Im US-amerikanischen Haushaltsstreit appellieren mehr als 5000 katholische, protestantische und jüdische Geistliche an US-Präsident Barack Obama und den US-Kongress. Diese sollen im Konflikt um die Anhebung der zulässigen Staatsverschuldungsgrenze von US$ 135 000 000 000 keine Kompromisse zu Lasten der Ärmsten eingehen. Konkret geht es um die für die Armen überlebenswichtigen Sozialprogramme wie SNAP (Essensmarken), WIC (Kinderhilfe), Medicaid (Gesundheit) und Head Start (Familienförderung). Der Solidaritäts-Appell wird von den US-Bischöfen getragen und fordert die Politiker auch auf, minimale Löhne zu garantieren sowie die tiefen Steuern der Reichen und die hohen Militärausgaben kritisch zu prüfen. Unterzeichnen kann man den Aufruf unter: www.circleofprotection.us

 


 

Arabische Touristen meiden Frankreich

Wegen des Burka-Verbots in Frankreich haben zahlreiche Familien aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ihre Sommerferien nach London und Genf verlegt. In Frankreich ist das Verbot von Ganzkörperschleiern seit April in Kraft. Weil der Ramadan in diesem Jahr aber auf den Monat August fiel, sind allgemein etwas weniger Touristen nach Europa gekommen. Den Ramadan verbringen Muslime wenn möglich mit der Familie und in gewohnter Umgebung.

 


 

Internet-Selbsttest für künftige TheologInnen

Eigne ich mich zum Pfarrer bzw. Pfarrerin? Mit einem Selbsttest im Internet können Schulabgänger künftig herausfinden, ob sie für ein Theologiestudium geeignet sind. Die Abteilung für Evangelische Theologie an der Leibniz Universität Hannover stellt Interessierten darin Fragen zum Selbsttest: www.selbsttest.zsb.uni-hannover.de

 


 

Parlament der Weltreligionen tagt 2014 in Brüssel

Am siebentägigen Treffen sollen mehr als 10.000 Menschen unterschiedlicher religiöser Überzeugungen an rund 500 Veranstaltungen, Workshops und Diskussionen über zentrale Fragen des multireligiösen Zusammenlebens auf Erden austauschen. Das Parlament der Weltreligionen existiert seit 1893 und trat seitdem an verschiedenen Orten zusammen. Seit 1993 tagt das Parlament  in regelmässigen Abständen in verschiedenen Städten.

 


 

Papst unterstützt Initiativen für die Abschaffung der Todesstrafe

Benedikt XVI. unterstützt alle politischen und gesetzlichen Initiativen zur weltweiten Abschaffung der Todesstrafe. Dies bekräftigte der Papst an diesem Mittwoch bei der Generalaudienz in der Halle „Paolo VI“. Er begrüßte unter den 6.000 Besuchern und Pilgern eine Delegation der Gemeinschaft Sant’Egidio, die in diesen Tagen eine Konferenz zu dem Thema veranstaltet. Wörtlich sagte der Papst: „Ich hoffe, dass die Projekte zur Abschaffung der Todesstrafe von immer mehr Ländern wahrgenommen werden, damit diese Strafe beseitigt wird und gleichzeitig die Würde eines jeden Gefängnisinsassen gewährleistet bleibt. Selbstverständlich soll dabei auch die öffentliche Sicherheit immer garantiert sein.“

 
 
 
 

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