Kollekten Bistum Basel
Immer weniger Geld im Körbchen
Bistum und Bischofskonferenz finanzieren bestimmte Aufgaben über die Kollekten in den Gottesdiensten. Doch die Einnahmen daraus sinken. Im Bistum Basel «spürbar», sagt der Generalvikar.

«Der Rückgang ist spürbar»: Generalvikar Markus Thürig über die sinkenden Kollekteneinnahmen. Bild: Gregor Gander
Die Kollekte für die Theologische Fakultät Luzern und für die kirchliche Medienarbeit, die Papstkollekte (Peterspfennig), die Kollekte für die Flüchtlingshilfe der Caritas oder jene für die gesamtschweizerischen Verpflichtungen des Bischofs: Diese Kollekten und zahlreiche weitere sind Pflicht. Die Pfarreien müssen sie an den dafür bestimmten Sonn- und Feiertagen auf Anweisung der Bischofskonferenz und ihres jeweiligen Bistums aufnehmen. Für das Kirchenjahr 2026/27, das am ersten Adventssonntag beginnt, listet das Bistum Basel 25 Pflichtkollekten auf.
Diese seien nicht nur «ein Beitrag an das kirchliche Leben im Bistum Basel und darüber hinaus», sondern ermöglichten auch, «dass Seelsorge, christlicher Dienst am Nächsten und wichtige Projekte finanzier- und realisierbar bleiben», schreibt Generalvikar Markus Thürig in der Ankündigung, die er im August verschickt hat. Das Bistum kontrolliert bei jenen Kollekten, deren Ergebnis dort einbezahlt werden muss, ob die Pfarreien ihrer Pflicht nachkommen. Was in den Gottesdiensten ins Körbchen gelegt wird, ist innerhalb eines Monats der bischöflichen Kanzlei zu überweisen. Andernfalls werde «freundlich gemahnt», sagt Thürig.
Schwacher Gottesdienstbesuch wirkt sich aus
Bei besagter Kanzlei verzeichnet man immer tiefere Überweisungen. Das zeigt die Statistik für die vergangenen drei Jahre, die das Bistum mit der Kollektenankündigung verschickt hat. 2023 stiegen zwar die Ergebnisse – aber nur deshalb, weil sie in den Coronajahren 2020 bis 2022 eingebrochen waren, als Gottesdienste nicht stattfinden konnten oder nur wenig besucht wurden. Seit 2024 geht es aber erneut abwärts, wie die grafische Darstellung zeigt.

Thürig verdeutlicht dies anhand von zwei Kollekten, für die er zehn Jahre zurückblickt. So waren 2015 für das (Priester-)Seminar St. Beat rund 294’000 Franken zusammengekommen, während es 2025 nur noch 207’000 waren. Für die Kirchenbauhilfe im Bistum Basel (damit sind Renovationen von Kirchen und Kapellen gemeint) waren es 2015 126’000 Franken, 2025 aber bloss noch 110’000. Blickt man weiter zurück, ist der Rückgang noch grösser. Thürig schätzt, dass allein die Ergebnisse der Bistumskollekten von 2011 bis 2025 um etwa eine halbe Million Franken abgenommen haben. Welche Auswirkungen dies für die Betroffenen hat, kommentiert Thürig knapp: Der Rückgang sei «spürbar». In den sinkenden Ergebnissen dürfte vorab der abnehmende Gottesdienstbesuch sichtbar werden, was Thürig bestätigt. «Die Anzahl Feiernder spielt schliesslich eine wichtige Rolle.»
Gesamtschweizerisch wenig Zahlen
Neben den Pflichtkollekten gibt es übers Jahr rund 30 Kollekten, deren Verwendungszweck die Pfarreien selbst bestimmen können. Wie sich diese Erträge entwickeln, müsste vor Ort abgefragt werden. Auch gesamtschweizerisch gibt es kaum Zahlen. Die Bischofskonferenz verwaltet lediglich die nationalen Kollekten zum Mediensonntag im Mai und die Kollekte für Migrant:innen im September. Hier seien die Erträge in den letzten Jahren «insgesamt recht stabil», sagt Bischofssprecher Maurice Greder.
Für jeden Monat ein Gebetsanliegen
Die Pflichtkollekten sind, eine Vorschrift für die Pfarreien, anderssprachigen Missionen, Klöster und Gemeinschaften. Daneben gibt es die monatlichen Gebetsanliegen der Schweizer Bischofskonferenz, mit denen die Seelsorger:innen freier umgehen können. Die Liste wird zusammen mit der Kollektenankündigung verschickt.
Die Gebetsanliegen sind eine Empfehlung und entsprechen jenen von Papst Leo. Die Bischöfe erklären diese und verbinden sie mit eigenen Anliegen. So lädt der Papst beispielsweise im Februar 2027 dazu ein, «für die Menschen, die sich um andere kümmern», zu beten. Die Bischöfe ergänzen, man solle dankbar sein für das gute Gesundheitssystem in der Schweiz und beten «für das Pflegepersonal die Seelsorgerinnen und Seelsorger und alle, die sich ehrenamtlich engagieren».
Manche päpstlichen Gebetsanliegen sind durchaus nicht alltäglich. So nimmt Leo im April die Kunst in den Blick, im Juli alle «Grosseltern und älteren Menschen» oder im Juli die künstliche Intelligenz.