Klosterstudie
Ordensmänner leben länger
Leben in Gemeinschaft, ein geregelter Tagesablauf und eine spirituelle Mission verlängern die Lebensdauer. Das zeigt eine Studie zur Lebenserwartung von Ordensmännern.

Gute Chancen auf ein langes Leben: Benediktiner der Abtei Münsterschwarzach (D).
Bild: Abtei Münsterschwarzach,
Julia Haase
Männer, die in einen Orden eintreten, erhöhen damit die Chance auf ein längeres Leben. Dies zeigt die jüngste deutsch-österreichische Studie unter der Leitung des Demografen Marc Luy.
Während Frauen im Schnitt länger leben als Männer – im Jahr 2024 betrug dieser Unterschied hierzulande 3,5 Jahre –, gilt dieser «Gendergap» laut Studie nicht für Ordensmänner. Die kürzere Lebensdauer von Männern liege allerdings weniger an genetischen Faktoren als an deren Lebensstil, sagte Luy gegenüber der österreichischen Kirchenzeitung.
Geregelter Tagesablauf
Laut Studie sind das Leben in der Gemeinschaft, der geregelte Tagesablauf aus Arbeit und Gebet sowie eine klare spirituelle Mission Faktoren, die die Lebensdauer begünstigen. Ein geregelter Tagesablauf reguliere Stress, der Glaube gebe grundlegende Stabilität und Sicherheit, eine klare Aufgabe motiviere. Durch den gesünderen Lebensstil gebe es in Orden auch weniger Suchtprobleme, so Luy. Tröstlich für alle Ehemänner: Eine Ehe könne ähnlich stabilisierend wirken.
Weniger Gebildete profitieren
Von diesen positiven Faktoren profitieren laut Studie Ordensmänner aus niedrigen sozialen Schichten am meisten. Denn in der Allgemeinbevölkerung hätten höher Gebildete eine höhere Lebenserwartung.
Für die Studie wurden die Lebensdaten von rund 6000 Mönchen im Zeitraum von 1890 bis 1995 ausgewertet. Sie lebten als Augustiner in Würzburg, Karmeliten in Bamberg, Benediktinermissionare in St. Ottilien und Zisterzienser in Marienstatt.