Wallfahrt im Kloster St. Andreas in Sarnen
Um Frieden beten beim Jesuskind
Seit dem Kriegsjahr 1943 beten jeden Monat Gläubige beim Sarner Jesuskind um Frieden. Es habe schon vielen Menschen geholfen, sagt der Präsident des Wallfahrtsvereins.

Das Sarner Jesuskind ist eine 50 Zentimeter grosse Holzfigur aus dem 14. Jahrhundert. Sein rechtes Beinchen hat es hochgezogen, darauf ruht die Weltkugel, die das Kind mit der Hand hält. Bild: zVg
Die Wallfahrt zum Sarner Jesuskind geht auf eine Initiative von Frauen zurück, deren Männer im Zweiten Weltkrieg Aktivdienst leisten mussten. Sie beschlossen, jeden dritten Donnerstag im Monat nach Sarnen zu pilgern, um das Jesuskind im Benediktinerinnenkloster St. Andreas zu bitten, «dass dieser unselige Weltkrieg endlich ein Ende nehme und die Männer wieder zu ihren Familien zurückkehren können», erzählt Peter Kastlunger. Nach Kriegsende hätten sie aus Dankbarkeit an der Wallfahrt festgehalten. Kastlunger präsidiert den Verein, der 2007 gegründet wurde, um den Fortbestand des Brauchs zu sichern. «Denn Gebetsanliegen gibt es in Hülle und Fülle, und der Weltfrieden ist praktisch immer gefährdet.»
«Dank und Versprechen»
An den Wallfahrtsnachmittagen beten die Teilnehmenden erst den Rosenkranz und feiern danach einen Gottesdienst. Dazu finden sich jeweils 40 bis 50 Personen zusammen, fast alle im vorgerückten Alter. «Das Eucharistie-Angebot richtet sich vor allem an Pilgerinnen und Pilger, die die Messe unverfälscht erleben möchten und denen das Wort Gottes Halt gibt», sagt Kastlunger. Für ihn ist die Wallfahrt persönlich «ein Versprechen und ein Dank für Gottes Güte». Er habe einen Herzstillstand überlebt, sagt der 79-Jährige.
Das Sarner Jesuskind wurde 1615 aus Engelberg in das damals in Sarnen neugegründete Kloster St. Andreas gebracht. Seither suchen viele Menschen diesen Wallfahrtsort auf. Die Schwestern legen Briefe und Zettel mit Sorgen und Wünschen der Gläubigen zum Jesuskind und nehmen die Bitten in ihre Gebete auf. Das Jesuskind habe schon vielen geholfen und werde «auch weiterhin helfen, wenn wir es bitten», sagt Kastlunger. Er verweist auf das Dank- und Fürbittbuch, in dem von vielen Erhörungen berichtet werde.
Hinweis: Peter Kastlunger ist am 5. September 2026 unerwartet verstorben, zwei Wochen nach dem Besuch des Pfarreiblatts.