Das «Lager för alli» möglich machen

Schlafsack, Matte, Regenjacke: Für das Sommerlager ist manches nötig, was sich armutsbetroffene Familien kaum leisten können. Dank der Aktion «Lager för alli» können sie jetzt Outdoor-Artikel günstig beziehen.
 

Von Dominik Thali |  19.05.2026

Alles noch brauchbar: Die Pfadi Rothenburg hat für «Lager för alli» gesammelt. |Bild: Pfadi Rothenburg

Im März haben 14 Pfadiabteilungen und Caritas gut erhaltene Outdoor-Bekleidung und -Ausrüstung gesammelt. Danach wurde die Ware geprüft, allenfalls repariert, und vom 19. Mai bis 6. Juni ist sie – auch ohne Kulturlegi – zu günstigen Preisen in den Caritas-Läden in Emmenbrücke, Hochdorf und Sursee erhältlich.

«Armut ist ein Tabuthema»

Die Aktion heisst «Lager för alli» und will dazu beitragen, «dass auch Familien mit wenig Geld sich leisten können, was es für das Pfadi-, Jungwacht- oder Blauringlager braucht», sagt Projektleiterin Lucia Weber von der Caritas. «Lager för alli» solle nicht nur sichtbar machen, «wie eng Armut und soziale Teilhabe zusammenhängen», erklärt sie die Idee, sondern auch das ökologische Bewusstsein schärfen. Die Stichworte dazu: wiederverwerten, Ressourcen schonen.

Für die Pfadi Rothenburg etwa sind dies gute Gründe, bei «Lager för alli» mitzumachen. Es sei wichtig, dass alle Kinder, unabhängig ihrer sozialen Herkunft, ins Sommerlager kommen könnten, sagt Lagerleiterin Celina Zeier. Gleichzeitig sei Armut schwierig auszumachen. Das bestätigt Abteilungsleiterin Sarina Vogel von der Pfadi Reiden. «Oft wird die Situation erst sichtbar, wenn Kinder ins Lager kommen und auffällt, dass ihre Ausrüstung unvollständig ist», stellt sie fest. «Armut ist ein Tabuthema», sagen Zeier wie Vogel.

Anouk Huber, Abteilungsleiterin der Pfadi St. Michael in Luzern, pflichtet ihnen bei. Auf jeder Anmeldung werde auf die Möglichkeit hingewiesen, eine Vergünstigung beim Lagerbeitrag zu erhalten. Gleichwohl habe sie dies noch nie erlebt. Material für Kinder und Jugendliche habe ihre Abteilung hingegen schon oft besorgt: «Wenn zum Beispiel jemand keinen Schlafsack oder Rucksack hat, schauen wir im Leitungsteam, ob jemand etwas ausleihen kann.» Mit der Aktion «Lager för alli» kämen nun lauter solche Gegenstände zusammen. «Da können wir mit wenig Aufwand viel Hilfe leisten.»