Ein Kreuzweg aus Biel in Rom

Der Bieler Künstler Manuel Dürr malte im Auftrag des Vatikans einen Kreuzweg. Nun ist der Bilderzyklus in Rom zu sehen.
 

Von Sylvia Stam |  28.03.2026

Die Darstellung Jesu war für den Maler besonders herausfordernd. |Bild: Stephan Jütte

Ein Jahr lang malte Manuel Dürr an den 14 Bildern des Kreuzwegs. Seit der ersten Fastenwoche hängen sie im Petersdom – der Hauptkirche des Vatikans. Die Dombauhütte des Petersdoms hatte den Kreuzweg zu dessen 400-jährigem Bestehen in Auftrag gegeben. Die Bilder sollen den Gläubigen jeweils in der Fastenzeit zur Meditation dienen.

Kontext des Petersdoms

Dürr war es wichtig, in seinen Gemälden auf den Kontext des Petersdoms einzugehen, auf dieses «Universum der Symbolik, der Bilder und der Liturgie», wie er gegenüber Vatican News sagte. Das Vorangegangene müsse mitbedacht werden, wenn man in dieser Sprache sprechen wolle. Auch wollte er die Wandlung des Kreuzes vom Folterinstrument zum Zeichen der Hoffnung sichtbar machen. 

Besonders herausfordernd war für ihn, Jesus selbst ins Bild zu setzen. Milliarden von Menschen hätten ihre eigene Vorstellung und oft eine persönliche Beziehung zu Jesus. 

Gegenständlicher Malstil

Sein Malstil sei «figurativ, also dem Realismus verbunden», erklärte Dürr gegenüber Medien, «die Menschen brauchen diese Bilder zum Beten, sie sind daher nicht nur ein Kunstwerk.» Dürr unterstellt seine künstlerische Kreativität dieser liturgischen Funktion. Manuel Dürr, gläubiger evangelischer Christ, war aus über 1000 Künstler:innen ausgewählt worden.