Neues Leben für sakrale Güter
Kreuze, Kränze, Kelche: Eine Plattform vermittelt sakrale Gegenstände an neue Besitzer:innen.
Kränze für die Erstkommunion sind derzeit auf dem «Marktplatz» im Angebot. | Bild: Roberto Conciatori
«Erstkommunionkleider und Chränzli gratis abzugeben», heisst es auf dem «Marktplatz» der «Inländischen Mission» (IM). Auf dieser digitalen Plattform können Kirchgemeinden und Pfarreien sakrale Gegenstände, liturgische Gewänder oder Mobiliar anbieten.
Für Pfarreien und Kirchgemeinden
Die 35 Erstkommunionkleider und 20 Kränze stammen von der Kirchgemeinde Menznau. «Wir brauchen sie nicht mehr, weil wir vor zwei Jahren neue Kleider angeschafft haben, da wir zunehmend Schwierigkeiten hatten, die Erstkommunikant:innen mit der passenden Grösse auszustatten», erklärt Kirchenrätin Patricia Näf.
Den Marktplatz gibt es seit gut 20 Jahren. «Wir wollen finanzschwächeren Kirchgemeinden und Pfarreien helfen, gratis zu sakralen Gegenständen zu kommen», sagt IM-Geschäftsführer Urban Fink. Allerdings, stellt Fink fest, stiegen die Angebote gegenüber den Interessenten in den letzten Jahren. «Vor allem Klosterniederlassungen, die mangels Nachwuchs verkleinert oder aufgehoben werden, haben Messgewänder, Heiligenstatuen, Kerzenständer usw. übrig.» Diese Gegenstände in grösseren Mengen zu vermitteln, sei schwierig.
Kelche gefragt, Messgewänder nicht
Gefragt seien Kelche und Hostienschalen. «Priester, die in Altersheimen Messen feiern, sind froh, wenn das Heim selbst über diese Gegenstände verfügt», erklärt Fink. Kaum gefragt seien Messgewänder, insbesondere ältere Modelle. Ein Höhepunkt war für Fink die Vermittlung einer Orgel an eine kleine Bündner Kirchgemeinde. In diesem Fall habe die IM die Anpassungen, die für den Einbau der Orgel nötig waren, finanziell unterstützt.