Noch nie so viele Einsätze
Die Mitglieder von Notfallseelsorge/Care-Team standen im vergangenen Jahrbei 117 Ereignissen im Einsatz. Seit Anfang Jahr hat die von den Kirchen mitfinanzierte Organisation eine neue Co-Leitung.
Christoph Beeler und Franziska Tschupp leiten Notfallseelsorge/Care-Team gemeinsam. Bild: Roberto Conciatori
Als am 2. Oktober des vergangenen Jahres ein Velofahrer am Luzernerhof in Luzern tödlich verunfallte, führte dies zu einem Grosseinsatz, bei dem drei Zweiergruppen von Notfallseelsorge / Care Team insgesamt 18 Stunden aufwendeten. Sie betreuten einerseits Angehörige und weitere Betroffene. Zudem gab es aufgrund des Unfallorts viele Passant:innen, die das Geschehen miterlebt hatten. Manche von diesen brauchten Unterstützung beim Verarbeiten. Christoph Beeler-Longobardi, Co-Leiter der Organisation, berichtet von einer Schulklasse und von Hotelgästen, die beide von Notfallseelsorgenden/Care Givers nach dem Unfall aufgesucht wurden.
Jeden Tag auf Pikett
Der Velounfall war eines von 117 Ereignissen, bei denen die ökumenische Organisation im vergangenen Jahr zum Einsatz kam – so oft wie noch nie. 2024 waren es 98 Ereignisse gewesen. Im Kanton Luzern sind täglich zwei Notfallseelsorgende und Care Givers auf Pikett. Aufgeboten werden sie vom Rettungsdienst 144, von der Polizei oder Feuerwehr. Häufigste Einsatzgründe waren wiederum ausserordentliche Todesfälle (37, Vorjahr 34). Das sind beispielsweise Herzversagen in der Öffentlichkeit oder zuhause. Psychologische und seelsorgerliche Unterstützung leistete das Team auch bei 29 Suiziden (23) und 13 (8) Verkehrsunfällen. Die Gesamtzahl der Einsatzstunden bewegte sich mit 985 auf der Höhe des Vorjahres (980).
Neues Zweierteam
Christoph Beeler-Longobardi ist seit rund zwölf Jahren Co-Leiter von Notfallseelsorge/Care Team Kanton Luzern. Seit Januar führt er die Organisation neu mit Franziska Tschupp, die auf Thomas Seitz folgte. Die Leitung ist insgesamt ein 40-Prozent-Pensum. Es besteht ein Leistungsvertrag des Kantons mit den drei Landeskirchen; die katholische Kirche finanziert das Angebot mit jährlich 50 000 Franken mit.